
Das Zentrum für Deutschlandstudien (ZDS) an der Peking Universität konzentriert sich auf deutschlandspezifische Fragestellungen. Seit 2005 wird es durch den DAAD aus Mitteln des Auswärtigen Amtes gefördert. Es ist Teil des globalen Netzwerks der Zentren für Deutschland- und Europastudien.
Das ZDS wird in Berlin durch einen Berater*innenkreis unterstützt, der wissenschaftliche Fragen koordiniert und Perspektiven für Forschung und Lehre entwickelt. Prof. Dr. Martin Heger (HU) und Prof. Dr. Almut Hille (FU) leiten den Berater*innenkreis, dem etwa fünf weitere Wissenschaftler*innen verschiedener Disziplinen von beiden Universitäten angehören.
Weitere Informationen über das Zentrum für Deutschlandstudien und alle aktuellen Veranstaltungen finden Sie auf den Berliner Seiten des ZDS.
Möglichkeiten und Einblicke
Das ZDS bietet Studierenden, Nachwuchswissenschaftler*innen und Lehrkräften der Humboldt-Universität zu Berlin vielfältige Möglichkeiten.
- Internationale Erfahrungen vor Ort in Berlin: Jährlich erhalten Masterstudierende und Doktorand*innen aus Peking die Möglichkeit, ein Jahr beziehungsweise einen Forschungsabschnitt in Berlin zu verbringen. Durch diese Programme profitieren auch die Studierenden und Forschenden der Humboldt-Universität. Die Aufenthalte bieten ihnen die Möglichkeit, einen interkulturellen Austausch und Einblicke in internationale Forschungspraktiken zu bekommen, während gleichzeitig talentierte Nachwuchswissenschaftler*innen für den Berliner Wissenschaftsstandort gewonnen werden.
- Forschungsaufenthalte an der Peking Universität: Wissenschaftler*innen, Nachwuchswissenschaftler*innen und angehende Deutschlehrkräfte können über das ZDS Forschungs- und Lehrprojekte in China durchführen. Weitere Informationen zum Young Scientist Fellowship.
- Wissenschaftlicher Austausch: Regelmäßige Kolloquien, Workshops und Netzwerkveranstaltungen des ZDS fördern die Zusammenarbeit zwischen deutschen und chinesischen Forschungseinrichtungen.
An der Peking University fand 2025 die 7. Ostasiatische DAAD-Zentrenkonferenz statt. Die Tagung stand unter dem Rahmenthema „Ostasien und Europa im Zeitalter der Postglobalisierung“ und brachte Wissenschaftler*innen aus China, Japan, Südkorea und Deutschland zusammen.
Im Zentrum der Konferenz standen aktuelle globale Umbrüche und deren Auswirkungen auf die Beziehungen zwischen Ostasien und Europa. Diskutiert wurden unter anderem:
- die Herausforderungen und Chancen der De- und Postglobalisierung,
- die Folgen geopolitischer Verschiebungen und der anhaltenden Kriege für die internationale Ordnung,
- die Rolle von Demokratie und Populismus in einem sich wandelnden politischen Spektrum,
- die Frage nach der Zukunft gemeinsamer Werte und internationaler Zusammenarbeit,
- sowie die Bedeutung der Geistes- und Sozialwissenschaften in einer zunehmend technokratisch geprägten Welt.
Die Konferenz machte deutlich, dass sowohl Europa als auch Ostasien in besonderer Weise von den aktuellen De-Globalisierungstendenzen betroffen sind. Die Teilnehmenden diskutierten, wie sich die Beziehungen zwischen den ostasiatischen Ländern sowie zwischen Ostasien und Europa unter diesen Bedingungen neu gestalten lassen – und ob Deglobalisierung möglicherweise auch neue Impulse für regionale Integration geben kann.
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