Klimaschutz an der HU
Nachhaltiges Handeln impliziert die Sicherstellung einer lebenswerten Zukunft und einen schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen für alle jetzigen und künftigen Generationen. Eines der aktuellen, wissenschaftlichen Nachhaltigkeitskonzepte ist das der planetaren Grenzen. Es identifiziert neun Prozesse, die für die Aufrechterhaltung der Stabilität und Widerstandsfähigkeit des Erdsystems als Ganzes entscheidend sind.
Auch die Humboldt-Universität erkennt an, dass sie innerhalb der planetaren Grenzen forscht, lehrt und agiert und priorisiert daher die ökologische Dimension gegenüber sozialen und ökonomischen Aspekten (sog. Vorrangmodell der Nachhaltigkeit). Dennoch übernimmt die Humboldt Universität auch Verantwortung für die sozialen und ökonomischen Dimensionen in allen universitären Prozessen, Entscheidungen und Handlungsfeldern. Dieses Verständnis beruht auf den Erkenntnissen, die bereits Alexander von Humboldt machte. Als interdisziplinärer Wissenschaftler entwickelte er ein Naturverständnis, das auf Vernetzung und Wechselwirkung basierte. Humboldt dachte frühzeitig Naturwissenschaften und Sozialwissenschaften zusammen. Damit legte er den Grundstein für moderne Erdsystemwissenschaft und Ökologie.
Als Bildungs- und Forschungseinrichtung sieht sich die Humboldt-Universität in der Verantwortung, einen systemischen Beitrag zur Bewältigung der Überlastung des Erdsystems in der heutigen Zeit zu leisten. Dazu gehört, Nachhaltigkeit in alle Aufgaben- und Wirkungsbereiche der Universität zu integrieren.
Neben der Zielsetzung, die Universität klimaneutral zu gestalten, ist es eine wichtige Aufgabe, auch Lehre und Forschung nachhaltiger zu gestalten. Hier dient das Ziel der Bildung für nachhaltige Entwicklung als Grundlage. Es beruht auf der Verbindung von Theorie und Praxis sowie der mit den Forschungsergebnissen veraknüpfte Bildungswirkung in die breite Bevölkerung. Weiterhin verfolgt die Universität das Ziel, einen bestmöglichen Wissensaustausch innerhalb und außerhalb der Universität zu ermöglichen und so die Transformation zu einer nachhaltigen Gesellschaft zu befördern. Zudem sollen Forschung und Bildung als Organisationsprozesse mit geringerem ökologischem Fußabdruck stattfinden und perspektivisch klimaneutral werden.
Das Konzept verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz: von technischer Optimierung und struktureller Verankerung bis zu Partizipation, Monitoring und Bewusstseinsbildung – mit dem Ziel, die Universität bis 2035 klimaneutral und klimagerecht zu gestalten.
Ziele
- Klimaneutrale Gebäude
- Sparsamer Umgang mit Energie
- Reduktion der Abfallmengen
- Reduktion der Dienstreisen, insbesondere der Flugreisen
- Verankerung von Klimaschutz und Nachhaltigkeit in Studium und Lehre
- Ressourcenschonender und effizienter Einsatz der Forschungsinfrastruktur
Klimaschutzkonzept der Humboldt-Universität
Nachhaltigkeit am Arbeitsplatz
Im Klimaschutzkonzept der HU sind in insgesamt 14 Leitprojekten Arbeitspakete beschrieben, die maßgeblich zum Klimaneutralitäts-Ziel der HU bis 2030 beitragen. Die nachfolgende Liste von Tipps und Tricks trägt zur Umsetzung des Arbeitspaketes 41 im Leitprojekt 3 „Energieverbrauch der IT erfassen und Energie einsparen“ bei.
Wie lassen sich diese Tipps lesen? Sie dienen als Anregungen und Inspiration, den eigenen Arbeitsplatz klimafreundlicher zu gestalten und damit beizutragen, an der HU Energie einzusparen. Bei den Tipps gehen wir von einem „üblichen“ Arbeitsplatz aus, wohlwissend, dass es an der HU auch (Forschungs) Projekte gibt, die spezielle IT-Hardware nutzen und die Tipps in diesen Fällen ggf. nicht anwendbar sind.
Beschaffung
- Prüfen Sie vor einer Beschaffung von IT-Hardware, ob eine Neuanschaffung zwingend notwendig ist (Schwarzes Brett2 im Intranet, Ausleihe aus benachbarten Bereichen möglich, etc.)
- Achten Sie bei der Beschaffung auf eine bedarfsgerechte Auswahl (Handhabbarkeit, Anschlussfähigkeit, Leistungsfähigkeit3, Größe des Bildschirms).
- Bevor Sie ein Gerät entsorgen, fragen Sie bei Ihrer IT-beauftragten Person nach, ob eine Reparatur möglich ist.
- Beschaffen Sie umweltfreundliches Zubehör (Tastatur, Maus, etc.). Achten Sie dabei auf Umweltsiegel wie z.B. „Blauer Engel“ und Energieeffizienz.
- Achten Sie auf Computer mit Garantieverlängerung durch den Rahmenvertragspartner.
- Berücksichtigen Sie bei der Produktauswahl neben dem reinen Anschaffungspreis auch die Lebenszykluskosten eines Produkts. Oftmals sind Business-Modelle der Hersteller langlebiger als Consumer-Modelle.
- Aktivieren Sie die Energiesparfunktionen an Ihrem Drucker/Kopierer.
- Nutzen Sie bestenfalls Papier mit geringem Weißgrad (ungebleichtes, recyceltes Papier). „Achten Sie dabei auf Umweltsiegel wie z. B. der „Blaue Engel“.“
- Wenn möglich, nutzen Sie Multifunktionsdrucker auf ihrer Etage statt Arbeitsplatzdrucker.
- Konfigurieren Sie Ihre Drucker vor auf „Doppelseitiger Druck“, „Graustufen“ und „geringere Druckauflösung (600 statt 1200 dpi)“.
- Drucken Sie bewusst und hinterfragen Sie, ob das Ausdrucken von Dokumenten, Nachrichten, E-Mails etc. tatsächlich notwendig ist.
Allgemeine Nutzung
Energie sparen
- Schalten Sie Ihren Monitor aus, wenn Sie ihn länger nicht benutzen (Mittagspause, längere Meetings oder zum Feierabend), da Monitore im Stand-By Strom verbrauchen.
- Ausschaltbare Steckdosenleiste ja oder nein? Für Laptops gilt Folgendes: Sie können eine Steckdosenleiste verwenden, müssen aber dann trotzdem noch den Laptop von der Docking-Station bzw. Ladekabel trennen, da sonst die Batterie leidet. Bei PCs hingegen ist es wichtig, dass diese heruntergefahren werden, wenn sie nicht benutzt werden. Eine ausschaltbare Steckdosenleiste braucht es hier nicht.
- Aktivieren Sie die Energiesparfunktionen am PC.
- Bitten Sie ihre IT-beauftragte Person, die Einstellungen für die Updates so anzupassen, dass diese beim Herunterfahren des PC’s durchgeführt werden.
- Falls Sie mobil arbeiten und dafür einen eingeschalteten Rechner in der Universität benötigen, kann das Ein- und Ausschalten zu Beginn/zum Ende des Tages jemand aus dem Team für Sie
übernehmen. - Starten Sie nicht alle Geräte automatisch, wenn sie nicht sofort, sondern erst später gebraucht werden.
- Stecken Sie am Computer befindliche Zusatzgeräte aus, solange sie nicht genutzt werden (externe Festplatte, USB-Stick, Drucker usw.).
- Laden Sie akkubetriebene Geräte richtig: ab 20 % bis max. 80 % Ladestand. Verwenden Sie das Gerät, wenn möglich, während des Ladevorgangs nicht.
- Beachten Sie bei Ihren Monitoreinstellungen, wenn möglich, folgendes: Bildschirmschoner deaktivieren, Bildschirmhelligkeit reduzieren (60 %), Standby einstellen.
- Prüfen Sie die Prozessorbelastung regelmäßig über den Taskmanager und beenden Sie bei hoher Auslastung unnötige Prozesse.
- Vermeiden Sie unnötige Videos und Streaming.
- Wenn möglich, verwenden Sie bei digitalen Meetings nur Audio statt Audio und Video (z. B. wenn eine Person gerade ihren Bildschirm teilt)
Datenspeicherung
- Prüfen Sie regelmäßig, ob Dateien gelöscht werden können, die nicht dauerhaft gespeichert werden müssen (z. B. E-Mails, Dokumente, geteilte Dokumente auf Sharing-Diensten usw.).
- Nutzen Sie Dienste wie OnlyOffice4 in der HU-Box, den Overleaf/ShareLaTeX-Server5 oder den HUDesktop6.
- Löschen Sie Programme, die nicht mehr erforderlich sind.
Suchmaschine
- Suchen Sie effizient: URLs direkt in die Adresszeile eintragen.
- Nutzen Sie nachhaltige Suchmaschinen (z.B. Ecosia).
E-Mails
- Bestellen Sie ungewollte und/oder unnötige Newsletter/Abonnements ab.
- Versenden Sie Fotos möglichst nicht per E-Mail., sondern nutzen Sie dafür z.B. die HU-Box.
- Verringern Sie die Größe der Anhänge, z.B. indem Sie Bilder komprimieren oder einen Hyperlink statt eines Dokuments versenden.
- Reduzieren Sie die Liste der Empfänger auf das Nötigste.
- Sortieren Sie Ihr Postfach regelmäßig und löschen Sie alle unnötigen Nachrichten.
Altgeräte
- Es gibt aktuell noch keine rechtskonforme Strategie zur Weitergabe/Weiternutzung von Altgeräten.
- Wenn eine Reparatur oder interne Weitergabe nicht mehr möglich sind, dann bitten Sie ihre ITbeauftragte Person, sich um die Entsorgung des Altgerätes zu kümmern.
Tipps und Tricks für einen klimafreundlichen Arbeitsplatz
Büro Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsmanagement
Klimaschutz und Nachhaltigkeit sind Querschnittsthemen und werden an der HU von dem Büro Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsmanagement koordiniert und gesteuert.
Martin Schön ist außerdem Umweltmanagementbeauftragter und für die Einführung vom Umweltmanagementsystem EMAS verantwortlich.