Circle U. Open Conversation: Navigating power in international interactions
In dieser Open Conversation wird untersucht, wie Machtverhältnisse nicht nur durch Politik und Wirtschaft geprägt werden, sondern auch dadurch, wie wir im Alltag miteinander umgehen und interagieren – über Sprachen, Kulturen und internationale Kontexte hinweg.
Auf einen Blick
Hochschulallianz Circle U.
Beschreibung
Machtverhältnisse werden zum Teil durch politische und sozioökonomische Faktoren geprägt, aber sie werden auch in hohem Maße durch die Art und Weise bestimmt, wie wir miteinander umgehen.
Die Begegnung zwischen Trump und Selenskyj im Weißen Haus hat dies eindrucksvoll gezeigt, aber auch Anredeformen (z. B. „Sie“, „Herr“, „Frau“, „meine Liebe“ usw.) tragen zur Entstehung von Machtverhältnissen bei. Tatsächlich entsteht durch die Anrede eines Politikers als „Senator“ oder mit seinem Vornamen eine ganz andere Beziehung.
Untersuchungen haben gezeigt, dass Frauen seltener mit ihrem beruflichen Titel angesprochen werden als Männer, was ihre fachliche Kompetenz herabsetzt. Während einige Sprachen zwischen zwei Anredepronomen unterscheiden, die einen Unterschied in der Distanz oder Formalität anzeigen (z. B. Französisch „tu-vous“, Deutsch „du-Sie“), gibt es in anderen Sprachen nur eine Form (Englisch „you“), was in mehrsprachigen Kontexten zu Herausforderungen führt.
Neben diesen eher sprachinternen Unterschieden werden auch Interaktionskonventionen kulturell ausgehandelt, wobei sich die Erwartungen hinsichtlich des Grades an Formalität unterscheiden.
Während internationale Interaktionen zunehmend zum Alltag von Studierenden und Berufstätigen gehören, werden die Herausforderungen, die solche Interaktionsunterschiede hinsichtlich der Konstruktion von Machtverhältnissen und der Funktionsweise demokratischer Partizipation mit sich bringen, selten thematisiert.
In dieser Open Conversation möchten wir diese Unterschiede mit Studierenden und Kolleg*innen diskutieren, die aus erster Hand Erfahrungen mit dem Leben und der Interaktion in internationalen Kontexten haben, sowie mit Forscher*innen, die sich aus verschiedenen Fachbereichen mit diesem Thema befasst haben.
Diese Open Conversation zielt daher darauf ab, das öffentliche Bewusstsein dafür zu schärfen, wie sich Machtverhältnisse in der Interaktion entfalten und wie wir miteinander umgehen. Damit sollen die Teilnehmenden besser darauf vorbereitet werden, sowohl in anderen Sprachen als der ihnen vertrauten zu interagieren als auch besser mit Kommiliton*innen und Kolleg*innen aus dem Ausland umzugehen.
Lernziele
Nach dieser Open Conversation werden die Teilnehmenden:
- verstehen, dass Machtverhältnisse in politischen und beruflichen Kontexten durch Anredeformen und Pronomen geschaffen, verstärkt oder hinterfragt werden können.
- Einblicke gewonnen haben, wie interkulturelle Unterschiede hinsichtlich der Verwendung von Anredeformen eine Herausforderung bei der Integration in neue Kontexte darstellen können und wie dies zu Machtasymmetrien führen kann.
Redner*innen
- Barbara De Cock, Democracy KH Chair, UCLouvain
- Mette Zoelner, Professor, Aarhus University
- Hilde Reinertsen, Professor, University of Oslo
- María Sampedro Mella, Postdoc, UCLouvain
- Ariana Pinto Moreira, Student, UCLouvain
- Bettina Kluge, Bielefeld University
- Johanna Isosävi, Helsinki University