Collegicum Musicologicum - Gastvortrag, Juan Bermúdez (Universität für Musik und darstellende Kunst Graz)

Wie bereits bei der Einführung neuerer Technologien in der Vergangenheit zu beobachten war, hat die Digitalisierung die Art und Weise, wie Musik und Tanz geschaffen, übertragen und erlebt werden, tiefgreifend verändert und damit die sozialen Bedingungen, die künstlerischen Ausdrucksformen und die technischen Möglichkeiten für Einzelpersonen und Gemeinschaften, tiefgreifend verändert (oder geprägt). Digitale Technologien wie Streaming Plattformen und Apps ermöglichen neue Praktiken, die frühere Ausdrucksformen in Frage stellen und die Werte und Weltanschauungen im Zusammenhang mit Musik und Tanz beeinflussen. Die Beziehung zwischen Identität, Räumlichkeit, Multimedialität und Performance in musikalischen Praktiken in und durch multimediale Umgebungen ist ein Feld, das neue, noch nicht weitgehend erforschte Ansatzmöglichkeiten eröffnet. In meinem Beitrag werde ich auf der Grundlage meiner ethnografischen Forschung zu musikalischen Praktiken in TikTok zeigen, wie Aufführungen, Praktiken und multimediale Umgebungen die Schaffung und Verhandlung von performativen künstlerischen Identitäten (Musical Personae [Auslander 2021]) formen. Dabei möchte ich analysieren, wie u.a. gender, klasse und race durch verschiedene Imaginäre und Metainformationen in körperliche und stimmliche Performativitäten in multimedialen musikalischen Praktiken materialisiert werden. Des Weiteren werde ich die Art und Weise untersuchen, in der diese Performativität neue Räume sowohl für die Entwicklung neuer Formen gegen als auch als Vehikel für Diskriminierung und Gewalt bietet.

Auf einen Blick

Datum
Uhrzeit
18 – 19:30 Uhr
Veranstaltungsort
Am Kupfergraben 5
10117 Berlin
Gastgeber*innen

Institut für Musikwissenschaft und Medienwissenschaft

Beschreibung

Wie bereits bei der Einführung neuerer Technologien in der Vergangenheit zu beobachten war, hat die Digitalisierung die Art und Weise, wie Musik und Tanz geschaffen, übertragen und erlebt werden, tiefgreifend verändert und damit die sozialen Bedingungen, die künstlerischen Ausdrucksformen und die technischen Möglichkeiten für Einzelpersonen und Gemeinschaften, tiefgreifend verändert (oder geprägt). Digitale Technologien wie Streaming Plattformen und Apps ermöglichen neue Praktiken, die frühere Ausdrucksformen in Frage stellen und die Werte und Weltanschauungen im Zusammenhang mit Musik und Tanz beeinflussen. Die Beziehung zwischen Identität, Räumlichkeit, Multimedialität und Performance in musikalischen Praktiken in und durch multimediale Umgebungen ist ein Feld, das neue, noch nicht weitgehend erforschte Ansatzmöglichkeiten eröffnet. In meinem Beitrag werde ich auf der Grundlage meiner ethnografischen Forschung zu musikalischen Praktiken in TikTok zeigen, wie Aufführungen, Praktiken und multimediale Umgebungen die Schaffung und Verhandlung von performativen künstlerischen Identitäten (Musical Personae [Auslander 2021]) formen. Dabei möchte ich analysieren, wie u.a. gender, klasse und race durch verschiedene Imaginäre und Metainformationen in körperliche und stimmliche Performativitäten in multimedialen musikalischen Praktiken materialisiert werden. Des Weiteren werde ich die Art und Weise untersuchen, in der diese Performativität neue Räume sowohl für die Entwicklung neuer Formen gegen als auch als Vehikel für Diskriminierung und Gewalt bietet.

Juan Bermúdez ist Senior Scientist für Ethnomusikologie an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz und APART-GSK Fellow der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Bermúdez promovierte an der Universität Wien mit einer Ethnographie der Musikpraktiken in der Smartphone-Applikation TikTok. Er ist Autor von Musicking TikTok: A Musical Ethnography from a Glocal Austrian Context (Bloomsbury, 2025). Seine aktuelle Forschung konzentriert sich auf musikalische Performances in multimedialen Kontexten mit besonderem Schwerpunkt auf Queer Mexikanismus.