Jule Govrin: »Verbotene Körper? Demokratische Sorge und körperliche Selbstbestimmung in Zeiten autoritärer Austerität«

Auf einen Blick
Unter den Linden 6
10099 Berlin
Institut für deutsche Literatur
Beschreibung
»Verbotene Körper? Demokratische Sorge und körperliche Selbstbestimmung in Zeiten autoritärer Austerität«
– mit Martina Wernli
Demokratien scheinen derzeit gefährdet, inmitten von Krisenkaskaden und gesellschaftlicher Krisenstimmung. Rechtsextreme Parteien wie die AfD profitieren von den krisenzeitlichen Unsicherheiten. Mit dem Aufwind autoritärer Kräfte zeichnet sich global eine neue Phase der Austerität ab, deren disruptive Politiken extreme Konsequenzen für demokratisches Leben haben. Pionierfiguren dieser autoritären Austerität wie Javier Milei in Argentinien und Donald Trump in den USA fallen durch politische Performanzen autoritärer Männlichkeit auf. Gezielt kürzen sie bei Gleichstellungsmaßnahmen und schränken die Rechte von Frauen und queeren Menschen ein. Wie lassen sich die Zusammenhänge zwischen Austerität, Autoritarismus und Antifeminismus fassen? Wie manifestieren sie sich körperpolitisch, als Angriffe auf die soziale Reproduktion der gesamten Gesellschaft und als Angriffe auf die körperliche und geschlechtliche Selbstbestimmung? Wo finden sich Gegenstrategien einer demokratischen Sorge, die Demokratie nachhaltig stärkt?
JULE GOVRIN: Philosophin; Gastprofessorin für Praktische Philosophie an der Bergischen Universität Wuppertal. Govrin forscht an der Schnittstelle von Sozialphilosophie, Feministischer Politischer Philosophie, Ethik und Ästhetik. Ihre Schwerpunkte bilden Fragen der Gleichheit und des Universalismus, der Sorge und Solidarität sowie der politischen Dimension von Körpern. Neben Forschungsaufenthalten in Marseille und Porto Alegre war sie Gastwissenschaftlerin am Centre Marc Bloch in Berlin und dem Institut für Sozialforschung in Frankfurt am Main. Zu ihren Veröffentlichungen zählen »Politische Körper. Von Sorge und Solidarität« [Matthes & Seitz 2022], »Begehrenswert. Erotisches Kapital und Authentizität als Ware« [Matthes & Seitz 2023] sowie »Begehren und Ökonomie. Eine sozialphilosophische Studie« [de Gruyter 2020]. Zuletzt erschien bei Suhrkamp ihr Buch »Universalismus von unten. Eine Theorie radikaler Gleichheit« [2025].