Ringvorlesung „Beziehungsweise Familie“ mit Jürgen Dinkel
Aktuelle Forschung zu zeitgenössischen Familienformen und alternativen Verwandtschaftskonzepten im Dialog.
Auf einen Blick
Berlin
Zentralinstitut Hermann von Helmholtz-Zentrum für Kulturtechnik
Beschreibung
Alles bleibt in der Familie. Eine Geschichte des (Ver-)Erbens seit 1800
Prof. Dr. Jürgen Dinkel (Universität Leipzig)
Die Gesellschaften des 20. und 21. Jahrhunderts sind im Kern Erben- und Familiengesellschaften. Die Chancen auf Wohlstand und der soziale Status des Einzelnen hingen und hängen stark von seiner familialen Herkunft ab – zentral hierfür war auch die tief in der Bevölkerung verwurzelte Überzeugung, dass Eigentum primär innerhalb der Familie an die nächste Generation weitergegeben werden sollte. Damit warfen Erbübertragungen immer auch die Frage auf, wer eigentlich zur Familie gehöre und woraus sich die Rechte dieser Personen am Erbe ableite.
In seinem Vortrag zeichnet Jürgen Dinkel die Geschichte des Erbens und Vererbens im transatlantischen Raum seit etwa 1800 nach. Dabei zeigt er auf wie Regierungen, Familien und Individuen immer wieder die Weitergabe und Verteilung von Erbe und damit auch ihr Familienverständnis und konkrete Familienkonstellationen verhandelten. Denn Erbfälle stellten jeweils Momente dar, die das soziale Beziehungsgeflecht der Familie erzeugten und aktualisierten oder auch in Frage stellten.