Sabine Müller-Mall: »Künftige Freiheit und die Gegenwart des Verbots«

Auf einen Blick
Unter den Linden 6
10099 Berlin
Institut für deutsche Literatur
Beschreibung
»Künftige Freiheit und die Gegenwart des Verbots«
– mit Lothar Müller
Kämpfe ums Klima spielen sich auch entlang von Ge- und Verboten ab, und zwar in ihrem Verhältnis zu zeitlichen Dimensionen der Freiheit. Das Verbot wird politisch als Gegenspieler gegenwärtiger Freiheit stilisiert, während die Schonung künftiger Freiheit als rechtliches Gebot verstanden wird. Das Bundesverfassungsgericht spannt Freiheit temporal auf, in die Zukunft und wieder zurück in die Gegenwart. Dabei verrechnet es Möglichkeiten künftigen Freiheitsgebrauchs mit gegenwärtigen Freiheiten. Wenn – wie im Falle des Klimas – die Zukunft endlich wird, rücken zeitliche Aspekte des Verhältnisses von Recht und Politik in den Vordergrund. Wie können rechtliche Formen künftige Freiheit einbeziehen? Wie können wir Freiheitsfragen ins Verhältnis zu temporalen Dimensionen setzen? Und warum zeigen sich solche Fragen ausgerechnet an der Gegenwart konkreter Verbote?
SABINE MÜLLER-MALL: Rechtsphilosophin; Professorin für Recht und Philosophie am Center for Critical Computational Studies der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Ihre Forschungsinteressen gelten der Rechtsphilosophie, Verfassungstheorie und dem Verfassungsrecht. Gegenwärtig forscht sie insbesondere zur Rechtsnormativität, zur Theorie des Urteilens und zum Verhältnis zwischen Recht und Ästhetik sowie zu grundlegenden rechtlichen und politischen Fragen, die sich aus dem Einsatz computergestützter Techniken ergeben. 2020 erschien der Band »Freiheit und Kalkül. Die Politik der Algorithmen« bei Reclam. Ihr jüngstes Buch, in dem sie sich mit dem Einfluss von Gerichtsurteilen auf Verfassungsentwicklungen beschäftigt, wurde 2023 unter dem Titel »Verfassende Urteile. Eine Theorie des Rechts« bei Suhrkamp veröffentlicht.