Jean-Claude Juncker, Premierminister und Finanzminister des Großherzogtums Luxemburg

„Wir bilden uns immer ein, […] dass Krisen, […] quasi vom Himmel fallen. Sie fallen aber nicht vom Himmel. […] Krisen bauen sich langsam auf, blasen sich Stück für Stück auf, bevor sie sich dann massiv, gewitterartig, irgendwann entladen.“

Am 21. November 2005 beehrte Jean-Claude Juncker das Walter Hallstein-Institut mit einer Humboldt-Rede zu Europa. Der Premier- und Finanzminister des Großherzogtums Luxemburg sprach zum Thema „Die Denkpause nutzen: Strategien zur Verfassung für Europa“.

Juncker beginnt mit einer Bilanzziehung des Jahres für die europäische Union und beschreibt es als ein Jahr der Krisen. Zwar habe zu Beginn des Jahres eine positive Grundstimmung geherrscht, diese sei durch die französische Ablehnung der europäischen Verfassung jedoch gekippt. Juncker bringt an, dass Krisen nicht plötzlich aufträten, vielmehr habe die Union die frühen Signale nicht erkannt und Fehler begangen. Diese Fehler zu benennen und auszuführen, bildet den Hauptteil seiner Rede: neben einem fehlenden europäischen Stolz, kritisiert er unter anderem, dass über wichtige Dinge falsch gesprochen werde und andererseits auch falsche Themen zu häufig thematisiert würden. Juncker endet mit der Einsicht, dass die Union wohl immer Debatten auslösen werde, es aber seines Erachtens keine Alternative gebe.

Im Anschluss an die Rede gab es die Möglichkeit dem Redner Fragen zu stellen und mit ihm in Austausch zu treten. 

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Humboldt-Reden