Am 25. Oktober 2010 beehrte der Hohe Vertreter der Allianz der Zivilisationen und ehemalige Präsident Portugals, Jorge Sampaio, das Walter Hallstein-Institut mit einer Humboldt-Rede zu Europa. Er sprach zum Thema “European Divercities - challenges of cultural diversity, multicultural citzenship and interethnic cities in Europe”.
Sampaio teilt seine Rede in zwei Teile. Zunächst analysiert er die Entwicklungen, die zum Status Quo geführt haben. So habe das europäische Projekt nur florieren können, da allen Europäerinnen und Europäern im Kern eine sich historisch entwickelte Weltanschauung teilen. So sei zwar eine Qualität Europas, Unterschiede wertzuschätzen, zu respektieren und daraus zu lernen, gleichzeitig müsse aber eine Besinnung auf das was Europa verbindet, erfolgen. Diese Identitätssuche dürfe sich nicht auf die Vergangenheit beschränken, sondern müsse auch zukünftige Entwicklungen einbeziehen. Hier beginnt der zweite Teil von Sampaios Rede, der den Blick genau auf diese Zukunft richtet. Er mahnt vor dem Erfolg rechter Parteien, die vor allem Debatten und Ängste entstehend aus einem diverseren Europa benutzten würden, um Wählerinnen und Wähler anzusprechen. Zuletzt geht er vor allem auf das Wechselspiel zwischen Christentum und Islam in einem weitgehend säkularisierten Europa ein, vor dem Hintergrund der zahlreichen Debatten um Migration.
Im Anschluss an die Rede hatte das Publikum die Möglichkeit mit dem Hohen Vertreter in Austausch zu treten und Fragen zu stellen.
