Am 12. Mai 2000 hielt der Außenminister der Bundesrepublik Deutschland eine Grundsatzrede zur Europäischen Integration. Joschka Fischers Rede trug den Titel „Vom Staatenbund zur Föderation – Gedanken über die Finalität der europäischen Integration“ und die große Resonanz, die sie erzeugte, führte zur Gründung der Vortragsreihe Humboldt-Reden zu Europa.
Fischer teilt in seiner Rede Gedanken zur zukünftigen Gestaltung der europäischen Union. Um die bevorstehenden Herausforderungen – unter anderem die Erweiterungen – meistern zu können, brauche es die politische Integration. Historisch seien vor allem Frankreich und Deutschland treibende Kräfte für die Entwicklung der Union gewesen. Diese westeuropäisch geprägte Union müsse sich nun auch nach Osteuropa öffnen. Europa stehe somit vor der Herausforderung die Erweiterungen zu organisieren und gleichzeitig die Handlungsfähigkeit sicherzustellen. Nach dem Porträtieren dieser Herausforderungen geht Fischer im zweiten Teil seiner Rede auf die „Finalität Europas“ ein. Als Antwort auf von ihm aufgeworfene Fragen in Bezug auf Europa, sieht Fischer den Übergang von einem Staatenverbund hin zur vollen Parlamentarisierung einer europäischen Föderation, die sich auf einen Verfassungsvertrag stützt. Im verbleibenden Teil seiner Rede skizziert Fischer den institutionellen Aufbau dieser Föderation und entkräftet kritische Gegenargumente.
Im Anschluss an die Rede konnte das Publikum noch Fragen an den Außenminister richten.