Lech Kaczynski, Präsident der Republik Polen

„Wir wissen, dass wir dabei einiges einbüßen würden, wissen aber auch, dass man beim Sprung in eine fahrende Straßenbahn nicht versuchen darf, die Nachzügler, die ja auch in die Straßenbahn hineinmöchten, vom Trittbrett zu stoßen.“

Am 06. März 2006 beehrte Lech Kaczynski das Walter Hallstein-Institut mit einer Humboldt-Rede zu Europa. Der Präsident der Republik Polen sprach zum Thema „Solidarisches Europa“.

Kaczynski teilt in seiner Rede Überlegungen dazu was Europa in den letzten Jahren war, was es ist und was es eventuell sein wird.  Mit einem Blick auf die Vergangenheit stellt er fest, dass die europäische Solidarität ihren ersten Sieg in der Abwesenheit von Kriegen finden kann. Über die Jahre habe sich die europäische Solidarität entwickelt und beruhe nun nicht mehr nur auf der Abwesenheit von Kriegen sondern auf der Zusammenarbeit zwischen den Staaten. Gleichzeitig mahnt er jedoch, den Integrationsprozess – trotz seines beispiellosen Erfolges – nicht zu übereilen. Weiter geht er auf die Notwendigkeit eines europäischen Grundlagenvertrages und den diesen berührenden Diskurs ein. Wobei er klarstellt, dass ihm gleich sei, inwieweit dieser ein Verfassungsvertrag sein. Kaczynski nennt als zukünftige Herausforderung für die europäische Solidarität den möglichen Beitritt von Ländern, die weniger reich sind, als die bisherigen Mitgliedstaaten. Seiner Meinung nach sei hier solidarisches Handeln notwendig. 

Im Anschluss an die Rede hatte das Publikum die Möglichkeit dem Redner Fragen zu stellen und mit ihm in Austausch zu treten.

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Humboldt-Reden