Am 01. Juli 2015 beehrte Matteo Renzi, Ministerpräsident der Italienischen Republik das Walter Hallstein-Institut mit einer Humboldt-Rede zum Thema “Europe: Back to the Future”.
Nach einem kurzen Rückblick auf die vergangene 25 Jahre seit dem Mauerfall, beginnt Renzi mit der Klarstellung, dass nationale Identität zwar oft als Gegensatz zu Integration gesehen werde, diese Annahme aber falsch sei. Das wirkliche Gegenteil sei Desintegration und deshalb müsse die Frage nach einer europäischen Identität in ihrer Relevanz mehr wahrgenommen werden. Er mahnt davor sich nicht in kurzzeitigen Wahlerfolgen zu suhlen, sondern das darin zum Ausdruck gebrachte Vertrauen wertzuschätzen und in gute Politik umzusetzen. Hier bringt er exemplarisch Handlungen seiner eigenen Regierung an. Anschließend benennt Renzi zwei der Probleme, denen Europa seines Erachtens gegenüberstehe: Eine Reduktion Europas auf seine ökonomischen Aspekte, riskiere dessen Zukunft und die Tatsache, dass die Europäische Union nur in Abgrenzung zu anderen Staaten(gemeinschaften), also negativ definiert würde. Renzi ist überzeugt von der Notwendigkeit eines politischen Europas, das seine gemeinsamen Werte verteidigt und lebt; darin sieht er Europas Zukunft.
Im Anschluss an die Rede gab es die Möglichkeit im Rahmen einer Publikumsdiskussion mit dem Ministerpräsidenten in Austausch zu treten und im Fragen zu stellen.
Matteo Renzi, Ministerpräsident der Italienischen Republik
“The new generation has this task then: to return to the future. Not to be tempted by low-level controversies, but to give Europe back a vision. A strategy. A breath of fresh air.”

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