Am 01. Dezember 2009, dem Tag des Inkrafttretens des Vertrags von Lissabon, beehrte Norbert Lammert das Walter Hallstein-Institut mit einer Humboldt-Rede zu Europa. Der Präsident des Deutschen Bundestages sprach, dem Anlass entsprechend, zum Thema „Europa der Bürger – parlamentarische Perspektiven der Union nach dem Lissabon-Vertrag“.
Lammert erinnert zu Beginn seiner Rede an die Notwendigkeit, Entwicklungen der Union – so auch den Lissabon-Vertrag – im historischen Kontext zu bewerten. So sei der Vertrag sicherlich der bisher größte Schritt in Richtung einer Parlamentarisierung europäischer Entscheidungen. Zweifel erhebt er hinsichtlich einer Verbesserung im Bereich der Effizienz auf europäischer Ebene. Den Rest seiner Rede widmet Lammert der verstärkten Parlamentarisierung von Entscheidungsverfahren, wobei er zunächst auf acht konkrete Veränderungen eingeht, die hierzu beitragen würden. Schlussendlich geht er noch auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Lissabon-Vertrag ein, das er zu Teilen ambivalent sieht und betont nochmals die Notwendigkeit einer starken Europäischen Union in Zeiten der Globalisierung.
Im Anschluss an die Rede hatte das Publikum die Möglichkeit dem Redner Fragen zu stellen und in einen Austausch zu treten.
