Am 29. April 2010 beehrte der Präsident der Tschechischen Republik, Václav Klaus, das Walter Hallstein-Institut mit einer Humboldt-Rede zu Europa. Er sprach zum Thema “Kritik an der heutigen Form der europäischen Integration“.
Klaus beginnt mit einer Kritik an seinen Vorrednerinnen und Vorrednern, die sich nicht genügend mit dem Status Quo Europas beschäftigen würden, sondern nur mit dessen Zukunft. Dies verkenne jedoch Europa als ein kompliziertes Konglomerat verschiedenster Völker und Interessen. Seine Position weiche hiervon ab; so wolle er ein Minimum an Supranationalismus, um einen Identitätsverlust der einzelnen Länder zu verhindern. Auch die neue Mitgliedschaft vieler Nationen, die kommunistische Vergangenheiten haben, hätte kein Gegengewicht zur fortschreitenden Homogenisierung gebracht. Weiterhin kritisiert er das Demokratiedefizit in der Europäischen Union, was auch den Bürgerinnen und Bürgern nicht verborgen bliebe. Ihm fehle ein Konsens in der Union über deren Weiterentwicklung. Er regt eine Periode der europäischen Selbstreflexion an.
Im Anschluss an die Rede konnte das Publikum Fragen stellen und mit dem Präsidenten in Austausch treten.