Toomas Hendrik Ilves, Präsident der Republik Estland

“Estonia’s experience, its isolation as a result of imperfect democracy in the 1930s […] makes it […] impossible to abandon solidarity with countries where those same values and the underpinnings of our existence as a state, have come under threat."

Am 23. Oktober 2008 beehrte Toomas Hendrik Ilves, Präsident der Republik Estland, das Walter Hallstein-Insititut mit einer Humboldt-Rede zu Europa. Ilves sprach zum Thema “Melos on my Mind: Europe After the End of the Post 1991 Settlement”.

Ilves startet mit der Feststellung, dass die Entwicklung Estlands zu einer rechtsstaatlichen, menschenrechtsbasierten Demokratie nach 1991 keinesfalls als selbstverständlich angesehen werden sollte – vielmehr stellte diese Entwicklung eine Möglichkeit unter vielen dar. Weiter führt er aus, wie Staaten ihre außenpolitischen Linien und Ziele nur selten änderten. So sei Estlands Erfahrung mit (unzureichender) Demokratie entscheidend dafür, dass Unterstützung für Demokratie ein Eckpfeiler der Außenpolitik des Staates wurde. Diese wertebasierte Politik gehe dabei Hand in Hand mit einem Pragmatismus – beispielsweise bezogen auf den erfolgten EU-Beitritt. So teilten Estland und die Union das gleiche Ziel des Friedens durch vertragliche Bünde. Ilves endet seine Rede im historischen Kontext des Endes der Sowjetunion, indem er die Frage in den Raum wirft, ob dieser Gedanke einer gemeinsamen Politik beruhend auf dem kleinsten, gemeinsamsten Nenner noch erfolgreich sein kann.

Im Anschluss an die Rede konnte das Publikum im Rahmen einer Publikumsdiskussion noch mit dem Präsidenten in Austausch treten.

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Humboldt-Reden