Am 09. November 2006 beehrte Valery Giscard d‘Estaing das Walter Hallstein-Institut mit einer Humboldt-Rede zu Europa. Der ehemalige Präsident der Französischen Republik sprach zum Thema „Peut-on créer un patriotisme européen?“.
Giscard d’Estaing benennt zunächst die Existenz eines politischen Europas als Voraussetzung für einen europäischen Patriotismus. Um Patriotismus zu wecken, müsse Europa jedoch noch weitere Punkte erfüllen, auf die der Redner im Anschluss einzeln eingeht: Bürgerinnen und Bürger sowie das politische Führungspersonal bräuchten eine genaue Vorstellung von dem, was Europa wirklich ist. Weiter bräuchte die Union eine Identität bzw. einen Zweck sowie bekannte Grenzen. Dieser Zweck dürfe dabei nicht nur in dem Beitritt weiterer Länder bestehen, bezogen auf welchen er ein strikteres Einhalten der Beitrittskriterien fordert. Als letzten Punkt nennt Giscard d’Estaing die Funktionsweise der europäischen Unionen, wobei er der Überzeugung ist, ein reibungsloses Funktionieren würde bereits zur Stärkung des europäischen Patriotismus beitragen.
Im Anschluss an die Rede hatte das Publikum die Möglichkeit im Rahmen einer Publikumsdiskussion mit dem Redner in Austausch zu treten.
