Studium mit Beeinträchtigung

Die Humboldt-Universität unterstützt Studierende mit Beeinträchtigungen durch Beratung und individuelle Nachteilsausgleiche. Wir helfen Ihnen bei der Recherche nach Hilfsmitteln, Finanzierungsmöglichkeiten und barrierefreien Zugängen zu Lehrveranstaltungen. In besonderen Fällen haben Studieninteressierte, die keinen Studienplatz erhalten haben, die Möglichkeit, einen Härtefallantrag auf Zulassung zum Studium zu stellen.

Herausforderungen begegnen

Studieren ist immer ein dynamischer Prozess, besonders wenn es darum geht, von einem strukturierten Schulleben in einen selbstorganisierten Studienalltag überzugehen. Für Menschen mit Behinderungen und/oder chronischen Erkrankungen kann dies besonders herausfordernd sein.

Folgende Strategien können dabei helfen, diese Herausforderungen zu bewältigen: 

  • Ein frühzeitiger Einstieg in die Kommunikation, dazu gehört die direkte Kontaktaufnahme mit den Instituten, insbesondere mit den Lehrenden, sowie die Nutzung von angebotenen Sprechzeiten.
  • Eine flexible Studienplanung und -organisation, die auf einer regelmäßigen, realistischen Einschätzung der eigenen Belastbarkeit beruht.
  • Die Inanspruchnahme der vielfältigen Beratungsangebote an der HU, insbesondere der Studienfachberatung sowie übergreifender spezifischer Beratungsstellen. 
  • Der jeweiligen Situation angemessene, das heißt individuelle Nachteilsausgleiche in Lehre und Prüfung. 

Individuelle Studienplanung

Grundsätzlich ist der Kontakt zur Studienfachberatung im jeweiligen Studiengang sinnvoll, um eine individuelle Studienplanung zu ermöglichen. Gemeinsam kann geprüft werden, wie Lehrveranstaltungen unter Berücksichtigung der jeweiligen Beeinträchtigung besucht werden können – etwa durch hybride Angebote (sofern verfügbar) oder individuelle Lösungen vor Ort, je nach Räumlichkeitsverfügbarkeit. Auch können Sie sich dort nach Rückzugsmöglichkeiten (zum Beispiel für Pausen oder Notfälle) am Institut erkundigen. 

Internationaler Austausch

Der internationale Austausch ist für Studierende mit Beeinträchtigungen deutlich schwieriger umzusetzen. Er ist aber möglich und wird durch besondere Programme wie Erasmus+ auch finanziell gefördert.

Studium mit Mobilitätseinschränkung

An der HU finden viele Lehrveranstaltungen in historischen Gebäuden statt, die unter Denkmalschutz stehen; viele Außenflächen sind mit Kopfsteinpflaster bedeckt. Auch daher ist die vollständige Barrierefreiheit leider bisher nicht gegeben. Außerdem gibt es Gebäude, für die erst noch Maßnahmen für einen barrierefreien Ausbau vorgesehen sind. Die Mehrzahl der größeren Gebäude ist für Studierende mit Rollstuhl allerdings zugänglich. Auskünfte über die konkrete Zugänglichkeit der Gebäude, erhalten Sie bei den jeweils zuständigen Instituten. Nach Bedarf kann auch eine gemeinsame Begehung beziehungsweise Berollung durchgeführt werden.

Die Themenseite „Barrierefreiheit und Mobilität“ enthält detaillierte Informationen zu den Beschaffenheiten an den verschiedenen Standorten, sowie zu 

  • Parkplätzen für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen
  • Barrierefreien Toiletten
  • Aufzügen

Studienbedingungen

In den Universitätsbibliotheken der Humboldt-Universität, der Zentralen Universitätsbibliothek (Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum) und in der Zweigbibliothek Naturwissenschaften im Erwin-Schrödinger-Zentrum (ESZ) auf dem Campus Adlershof gibt es EDV-Arbeitsräume für Blinde und sehbehinderte Studierende. 

Um die Einrichtungen des Arbeitsplatzes im Erwin-Schrödinger-Zentrum nutzen zu können, müssen Sie sich einmalig beim Computer- und Medienservice (CMS) im PC-Lesesaal freischalten lassen. Das CMS-Personal führt vor Ort auch eine Einweisung in die Technik durch. Nach dieser Einweisung kann der Schlüssel bei Bedarf einfach an der Bibliothekstheke abgeholt werden.

Oft können zudem Lehrveranstaltungsskripte von den Lehrkräften zur Verfügung gestellt werden. Dazu ist eine frühzeitige Kontaktaufnahme zu den Dozierenden wichtig, bei der die konkreten Bedarfe (Aufbereitung der Materialien wie erforderliche Schriftgröße, Zeilenabstand, Formate) beschrieben werden.

Leider ist – vor allem in vielen historischen Gebäude der HU – die Barrierefreiheit auch hinsichtlich der Raumakustik noch nicht gegeben. Beim Studium mit einer Hörbeeinträchtigung benötigen die Lehrkräfte frühzeitig Informationen darüber, welche technischen Hilfsmittel verwendet werden, wie diese funktionieren und wie andere Personen (zum Beispiel Mitstudierende in einer Lehrveranstaltung) diese Geräte verwenden sollten. 

Mikroportanlagen werden in der Regel von den Krankenkassen finanziert. Verzögert sich die Beschaffung, besteht die Möglichkeit bei der Beratungsstelle für Studierende mit Beeinträchtigungen oder chronischen Erkrankungen des studierendenWERKs Berlin eine Mikroportanlage befristet auszuleihen. Eine mobile Induktionsanlage ist auch bei der Beratungsstelle Studium mit Beeinträchtigung erhältlich.


Eine Liste von Gebärdensprachdolmetscher*innen ist unter anderem beim Berufsverband der Gebärdensprachdolmetscher*innen Berlin/Brandenburg (BGBB) zu finden. Sie werden über die Beratungsstelle beim studierendenWERK Berlin beauftragt. Im Rahmen der Inklusionsleistungen kann hier auch eine finanzielle Übernahme der Kosten für Gebärdensprachdolmetschende für Ihr Studium an der HU beantragt werden.


Induktionsschleifen sind verlegt im:

  • Campus Mitte:
    Hauptgebäude, Unter den Linden 6: Kinosaal, Senatssaal, alle Hörsäle im Westflügel
  • Campus Nord:
    Hörsaal 10 (Nordbau, Invalidenstraße 42) des Instituts für Biologie
  • Campus Adlershof:
    Hörsaal 3'001 des Instituts für Informatik in Adlershof

Studierende mit chronischen und/oder psychischen Erkrankungen, befinden sich oft in einer anderen Situation als Studierende mit sichtbaren Beeinträchtigungen. Obwohl die Erkrankungen nicht unmittelbar erkennbar sind, können Betroffene grundsätzlich dieselben Ansprüche auf Unterstützung und Nachteilsausgleich geltend machen wie Studierende mit sichtbaren Beeinträchtigungen.

Häufig stellen sich Studierende mit nicht sofort wahrnehmbaren Erkrankungen die Frage, ob sie die Einzigen an der HU sind, die mit solchen Herausforderungen im Studium konfrontiert sind. Dem ist nicht so: Bei der deutschlandweiten Studierendenumfrage „Beeinträchtigt Studieren (best3)“ gaben 16 Prozent der Befragten an, mit einer Behinderung und/oder chronischen Erkrankung zu studieren. Über die Hälfte dieser Studierenden berichtete, dass ihre Beeinträchtigung für Dritte nicht wahrnehmbar ist – darunter Studierende mit nicht (sofort) wahrnehmbaren physischen Erkrankungen, chronischen Erkrankungen oder Teilleistungsschwächen.

Studierende mit chronischen Erkrankungen können wie Studierende mit Behinderungen beim studierendenWERK Berlin einen Antrag auf Inklusionsleistung stellen. Hierzu gehören auch Studienassistenzen.

Chronische Erkrankungen sind oft von Schwankungen geprägt und können zeitweise zu Krankheitsspitzen führen, die sich stärker auf das Studium auswirken. In solchen Fällen kann es sinnvoll sein, ein Urlaubssemester zu beantragen, um Druck aus der Situation zu nehmen und Freiraum dafür zu schaffen, wieder gesund zu werden.

Weitere Informationen

Nachteilsausgleich

Der individuelle Nachteilsausgleich soll Benachteiligungen ausgleichen, die etwa durch Behinderungen und*oder chronische Erkrankungen entstehen. 

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Härtefallantrag

In besonderen Fällen können Studierende, die keinen Studienplatz erhalten haben, einen Härtefallantrag auf Zulassung zum Studium stellen. 

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Urlaubssemester

Bei sehr hoher Belastung durch Behinderungen und*oder chronische Erkrankungen kann eine vorübergehende Beurlaubung vom Studium hilfreich sein.

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Barrieren melden!

Viele physische Barrieren entstehen ohne Vorsatz, auch weil viele Gebäude der HU denkmalgeschützt sind oder die Universität Gebäude nur angemietet hat. Sollten Ihnen Barrieren auffallen – etwa ein defektes barrierefreies WC, ein defekter Aufzug oder ein fremdbeparkter Parkplatz für Menschen mit Behinderung – können Sie diese hier melden.

E-Mail schreiben

Inklusion & Barrierefreiheit

Die Humboldt-Universität hat den Anspruch, ein inklusives Umfeld zu schaffen. Eine Beeinträchtigung darf kein Hindernis für universitäre Teilhabe sein. Wir arbeiten deshalb kontinuierlich daran, physische, digitale und soziale Barrieren abzubauen – für eine Universität, in der alle forschen, lehren, studieren und arbeiten können. Unsere zentralen Themen sind das Studium mit Beeinträchtigung, Barrierefreiheit und Mobilität sowie digitale Barrierefreiheit. 

Zentrum Chancengerechtigkeit

Sitz

Zentrum Chancengerechtigkeit
Unter den Linden 6
10099 Berlin