Seminar: Ausstellung als Erfahrungsraum – Forschung zwischen Theorie und Praxis

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Lehre
Wie entstehen Ausstellungen, die Besucher*innen nicht nur informieren, sondern zum Nachdenken, Erinnern und Mitgestalten anregen? Dr. Alia Rayyan unterrichtete im Sommersemester 2026 ein Masterseminar zum Thema.

Das Seminar „Ausstellung als Erfahrungsraum“ verband theoretische Perspektiven der Museums- und Ausstellungsforschung mit Feldforschung zur aktuellen „Beziehungsweise Familie“-Ausstellung.

Ausgehend von Ansätzen zu Partizipation, sozialen Objekten und reflexiver qualitativer Forschung entwickelten die Studierenden eigene Forschungsfragen und untersuchten die Ausstellung mithilfe teilnehmender Beobachtungen, qualitativer Interviews sowie reflexiver Forschungsjournale. Dabei stand nicht nur die Wahrnehmung der Besucher*innen im Mittelpunkt, sondern auch die Frage, wie Ausstellungen als soziale und räumliche Erfahrungsräume wirken.

Ein besonderer Bestandteil des Seminars war der enge Austausch mit den Kuratorinnen der Ausstellung. Führungen, Gespräche und Einblicke in den kuratorischen Entstehungsprozess ermöglichten es den Studierenden, hinter die Kulissen der Ausstellungsgestaltung zu blicken und die vielfältigen Entscheidungen nachzuvollziehen, die zwischen wissenschaftlichem Anspruch, gestalterischen Überlegungen, organisatorischen Rahmenbedingungen und den Erwartungen unterschiedlicher Besucher*innengruppen getroffen werden.

So wurde deutlich, dass Ausstellungen heute weit mehr sind als Orte der Wissensvermittlung. Sie sind soziale Räume, in denen unterschiedliche Perspektiven aufeinandertreffen, gesellschaftliche Fragestellungen verhandelt werden und Besucher*innen eigene Erfahrungen, Erinnerungen und Positionen einbringen können. Fragen nach Partizipation, Kollaboration und gesellschaftlicher Relevanz werden dabei ebenso wichtig wie die Gestaltung von Interaktionen und Erfahrungsräumen.

Das Seminar verstand Forschung dabei nicht als distanziertes Beobachten, sondern als reflexiven Prozess. In einem gemeinsamen Forschungsprozess, der zwischen Beobachtung, Gespräch, theoretischer Einordnung und Reflexion wechselte, erfuhren die Studierenden, wie Ausstellungen als Erfahrungsräume entstehen – und wie eng Fragen der Gestaltung, der Partizipation, der Wissensvermittlung und der gesellschaftlichen Verantwortung miteinander verwoben sind.

Themen:
Kultur
Zentralinstitut Hermann von Helmholtz-Zentrum für Kulturtechnik

Sitz

Zentralinstitut Hermann von Helmholtz-Zentrum für Kulturtechnik
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