Das Weiterbildungsprogramm-Archiv Berlin/Brandenburg der Abteilung Erwachsenenbildung/Weiterbildung – Von der Entstehung und Entwicklung einer aktiven HU-Sammlung
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Objekt des Monats
Das Weiterbildungsprogramm-Archiv Berlin/Brandenburg der Abteilung Erwachsenenbildung/Weiterbildung - Von der Entstehung und Entwicklung einer aktiven HU-Sammlung.
Welche Lern- und Bildungsmöglichkeiten gibt es im Erwachsenenalter? Welche Themen bieten unterschiedliche Anbieter als Kurse, Veranstaltungen, Seminare, Workshops an beispielsweise zu Nachhaltigkeit, zum gesellschaftlichen Zusammenhalt, zu Kultur oder zu Anforderungen der Arbeitswelt zwischen Berufsbezug und Schlüsselqualifikationen? Und für welche Zielgruppen bieten sie das an? Wie lassen sich dann Aussagen zu Themen und anvisierten Zielgruppen, die in Gegenwart und Vergangenheit in der Erwachsenenbildung - und damit in der Gesellschaft - relevant sind und waren, treffen?
Möglich ist dies durch die Analyse von Programmen (und darin Angebotsankündigungen), die zumeist entweder als Heft oder als Flyer von Weiterbildungsanbietern veröffentlicht werden. In ihnen finden sich Beschreibungen der geplanten Bildungsangebote, Angaben zu Teilnahmemodalitäten, sowie häufig Vorworte, die Rückschlüsse auf die bildungsprogrammatische Ausrichtung der Anbieter erlauben.
Cover verschiedener im Archiv gesammelter Anbieter
Bildnachweis:
HU Weiterbildungsprogramm-Archiv,
Lizenz:
CC-BY
Programmarchive sammeln Weiterbildungsprogramme, die in der Regel weder von kommunalen Archiven, Bibliotheken noch den Anbietern selbst vollumfänglich gesammelt werden, und stellen sie als Forschungsprimärdaten bereit. Dadurch identifizieren sie Strukturentwicklungen und dokumentieren auch den Wandel der Weiterbildungslandschaft. Diese beiden Ziele wurden mit der Gründung des Weiterbildungsprogramm-Archivs Berlin/Brandenburg im Jahr 1995 verfolgt. Anliegen der Sammlungsgründerin und damaligen Lehrstuhlinhaberin Wiltrud Gieseke war es, die sich vollziehenden Entwicklungen nach der Wiedervereinigung einschließlich des Zusammenwachsens zweier unterschiedlicher Gesellschafts-, Arbeitsmarkt- und Weiterbildungssysteme abzubilden. Hierfür war es notwendig, aktiv die Programme von Weiterbildungsanbietern aus den Ländern Berlin und Brandenburg rückwirkend ab 1990 zu sammeln.
Heute umfasst das Weiterbildungsprogramm-Archiv einen Bestand von ca. 18.000 Programmen von mehr als 1.100 Weiterbildungseinrichtungen und anderen Anbietern von Weiterbildung. Das Archiv ist gemäß seines Gegenstandes fortlaufend aktiv sammelnd.
Blick in den Archivraum mit Arbeitsplätzen für Nutzende
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HU Weiterbildungsprogramm-Archiv,
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CC-BY
Der Bestand wird regelmäßig für Forschungs- und Abschlussarbeiten genutzt und Studierendengruppen besuchen das Archiv im Rahmen ihrer Seminare.
Neben unserem Archiv existieren mit dem Volkshochschul-Programmarchiv am Deutschen Institut für Erwachsenenbildung - Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen (DIE) und dem Österreichischen Volkshochschularchiv im deutschsprachigen Raum zwei weitere Programmarchive. Im Gegensatz zu diesen beiden Sammlungen berücksichtigt das Weiterbildungsprogramm-Archiv neben den Volkshochschulen eine große Bandbreite unterschiedlicher Anbietertypen. So werden hier u.a. auch die Programme von gewerkschaftlichen, konfessionellen und politischen Einrichtungen, von Kammern, von gemeinnützigen Vereinen sowie von betrieblichen und kommerziellen Anbietern archiviert. Diese inhaltliche Repräsentation verschiedener Einrichtungstypen macht das Weiterbildungsprogramm-Archiv einzigartig.
Vielfalt der im Archiv gesammelten Einrichtungstypen
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HU Weiterbildungsprogramm-Archiv,
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Die pädagogisch Planenden, die für die Weiterbildungsangebote verantwortlich zeichnen, identifizieren gesellschaftlich relevante Themen, legen diese aus und transformieren sie in Bildungsangebote. Durch die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den veröffentlichen Programmen im Rahmen von Programmanalysen lassen sich eben diese Auslegungen gesellschaftlicher Themen und die damit verbundenen Vorstellungen von Bildungsbedarfen und Bildung herausarbeiten. Ein Forschungsprojekt am Lehrstuhl (ÖkonoBi_EBWB_Pro, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung 05.23-01.24) zeigt dies für die ökonomische und finanzielle Bildung, die gegenwärtig als wichtiges politisches und gesellschaftliches Mittel zum Erreichen von Teilhabe einerseits, von Nachhaltigkeitszielen andererseits und zur Gestaltung von gesellschaftlichem Wandel gilt. Durch das Archiv war es möglich, in kurzer Frist eine Stichprobe von gut 800 Angeboten sehr unterschiedlicher Träger bzw. Anbieter zu bilden. Die davon analysierten 250 Angebote belegen Differenzierungen und Schwerpunkte eines sich entwickelnden Inhaltsbereichs – jedoch dank der großen Bandbereite der Stichprobe auch trägerspezifische Profile der Auslegung und Platzierung ökonomischer Bildung.
Sample aus dem Forschungsprojekt ÖkonoBi_EBWB_Pro
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HU Weiterbildungsprogramm-Archiv,
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Themenkategorien aus dem Forschungsprojekt ÖkonoBi_EBWB_Pro
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HU Weiterbildungsprogramm-Archiv,
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CC-BY-SA
Kontinuierliche Weiterentwicklung
Das Archiv wird kontinuierlich weiterentwickelt: neben Leitbild und Sammlungskonzept, einer neuen Datenbank (die Einrichtungen und einzelne Programme verzweigt verknüpft und differenziert erschließt) und einem Pilotprojekt zur Speicherung von Websitedaten von Einrichtungen (Trend zur digitalisierten Veröffentlichung von Angeboten) ist dies aktuell die Arbeit an einer umfangreichen Bestandsbetrachtung. Dies ist verbunden mit dem Ziel, Veränderungen im dynamischen Weiterbildungsmarkt aus einer bildungswissenschaftlichen Perspektive abzubilden.
Das Archiv ist eingebunden in die ‚Expert:innengruppe Programmforschung‘, ein Netzwerk mit den anderen beiden oben genannten Archiven und in der Programmforschung aktiven Lehrstühlen sowie in die Strukturierungen, die über die Erwachsenenbildungsgesetze in Berlin (2021) und für Brandenburg (novelliert 2024) bestehen und sich weiter entwickeln.
Grundsätzlich steht das Weiterbildungsprogramm-Archiv allen Interessierten offen. Wer nun selbst einen Eindruck von der Sammlung gewinnen möchte, ist im Monat Juni dazu eingeladen, das Archiv am 05.06. oder am 12.06. jeweils zwischen 12.00 und 14.00 Uhr zu besuchen. Darüber hinaus wird sich das Weiterbildungsprogramm-Archiv als Teil der Abteilung Erwachsenenbildung/Weiterbildung auf der diesjährigen Langen Nacht der Wissenschaften (am 22.06.2024 im Auditorium des Grimm-Zentrums) präsentieren.
Prof. Dr. Aiga von Hippel | Sammlungsleiterin PD Dr. Marion Fleige | Wissenschaftliche Betreuung Annika Müllner M.A. | Archivarin / Dokumentarin
Besucher:innenanschrift: Institut für Erziehungswissenschaften Geschwister-Scholl-Str. 7 10117 Berlin Raum 313
Beitragsserie: Objekt des Monats
Das Objekt des Monats stellt ausgewählte Stücke aus den Sammlungen und Arbeitszusammenhängen des Zentrums für Kulturtechnik vor. Dabei rückt ein Objekt in den Mittelpunkt, das Einblicke in materielle Kultur, Sammlungsgeschichte und wissenschaftliche Kontexte ermöglicht. Die Beiträge beleuchten Herkunft, Gestaltung und Bedeutung der Objekte und zeigen, welche Fragen sich an ihnen ablesen lassen. Auf diese Weise eröffnen sie neue Perspektiven auf historische Entwicklungen, kulturelle Praktiken und aktuelle Forschungsinteressen rund um die materiellen Zeugnisse der Universität und ihrer Sammlungen.
Ob bei der Eröffnung des akademischen Jahres, beim Empfang ausländischer Delegationen, bei Sportwettbewerben, Tagungen und Kongressen – alle Veranstaltungen der Universität wurden in Fotos festgehalten. Ein ungehobener Schatz des Universitätsarchivs.
Das Weiterbildungsprogramm-Archiv Berlin/Brandenburg der Abteilung Erwachsenenbildung/Weiterbildung - Von der Entstehung und Entwicklung einer aktiven HU-Sammlung.
Die Fassade des ehemaligen Institutsgebäudes mit ihren Flächen parallel zu Invaliden- und Chausseestraße bildet zur Kreuzung hin eine zusätzliche dritte Fläche. Diese entspricht den Millerschen Indizes – und exakt der Hausnummer 110.
Dank einer bedeutenden Schenkung historischer Fotografien aus dem Japan der Meiji-Zeit (1868–1912) ging ein kostbares Lackalbum in den Besitz der Humboldt-Universität zu Berlin über.
Im Mai 2023 kamen 6000 Bücher aus der Wohnung Christa und Gerhard Wolfs an die Humboldt-Universität. Dank einer Schenkung 2015 ist damit eine einzigartige Autor*innenbibliothek öffentlich zugänglich.
Das Modell eines zweischaligen Hyperboloids befindet sich in Adlershof, genauer gesagt im Institut für Mathematik und gehört zur dortigen Mathematischen Modellsammlung. Die Verbindung zur Universität reicht allerdings viel tiefer.
Für das Objekt des Monats August haben wir uns für das Diagramm des Niederschlagsverlaufs in Berlin-Dahlem für das Jahr 2022 entschieden. Es geht also um das einzige Thema, wo sich sicher jede und jeder stets eine Meinung bilden möchte: das Wetter.
Adelbert von Chamisso war nicht nur Dichter, sondern auch Naturforscher. Ein Delphinschädel aus der anatomischen Sammlung der Charité der Zoologischen Lehrsammlung der Humboldt Universität erzählt davon.