Kunstsammlung

Die Kunstsammlung der Humboldt-Universität umfasst über 2.500 Werke, die in engem Zusammenhang mit der Universität, ihrer Geschichte und ihren Personen stehen. Dazu zählen Denkmäler, Skulpturen, Installationen, Gemälde, Zeichnungen, Grafiken, Teppiche, Insignien und Medaillen. Die Kunstsammlung/Kustodie ist am Zentrum für Kulturtechnik der Humboldt-Universität zu Berlin angesiedelt.

Sammlung im Überblick

Die Humboldt-Universität besitzt eine reiche Sammlung wertvoller Kunstschätze. Die Bestände reichen von Denkmälern, Skulpturen, Installationen, Gemälden, Grafiken und Teppichen aus dem 19. bis 21. Jahrhundert bis hin zu den Universitätsinsignien, Medaillen, Gastgeschenken und Gedenktafeln. Im Zentrum der Sammlungstätigkeit stehen künstlerische Werke, die in Beziehung zur Universität stehen, wie zum Beispiel Porträtbüsten und -gemälde von Gelehrten und Hochschullehrern, die an der Berliner Universität gewirkt haben. Zahlreich sind auch künstlerische Darstellungen der Universitätsgebäude und historischer Bauten Berlins. Besonders wertvoll sind die Insignien der Universität – die Amtsketten der Rektoren von 1818 bzw. 1860 und der Dekane sowie die beiden Rektorzepter. Ein weiterer Bestand aus der Zeit der DDR umfasst Arbeiten von Künstler*innen, die an der Humboldt-Universität tätig waren. 

Aufgaben und Nutzung  

Die Kustodie ist mit der sachgerechten Pflege, Bestandssicherung, wissenschaftlichen Erforschung und öffentlichen Präsentation der universitären Kunstsammlung betraut. Nur ein Teil der Kunstwerke ist dauerhaft öffentlich sichtbar im Außengelände oder in den Gebäuden der Universität. Viele Objekte sind hingegen in Bewegung – zur Ausstattung in den Büroräumen oder im Magazin verwahrt. Neben der Erhaltung werden die Kunstwerke wissenschaftlich erforscht und im Rahmen kleinerer Ausstellungen und Interventionen gezeigt. In Lehrveranstaltungen wird gemeinsam mit Studierenden das Wissen um die Werke erweitert, es können neue Kontextualisierungen erprobt und die digitale Präsentation ausgewählter Bestände erarbeitet werden.

Denkmäler & Skulpturen

Von den Gelehrtendenkmälern am Hauptgebäude über Erinnerungsorte an Verfolgung und universitäre Ereignisse bis hin zu zeitgenössischer Kunst am Bau auf den Campi Nord und Adlershof verbinden die Denkmäler und Skulpturen der Humboldt-Universität historische Zeugnisse mit aktuellen künstlerischen Fragestellungen. Zugleich eröffnen sie vielfältige Perspektiven auf Erinnerung, Forschung und Gegenwart – und laden dazu ein, den Campus als Parcours durch Kunst und Universität zu lesen.

Büsten

Knapp 60 Marmorbüsten waren bis zur Sanierung des Senatssaals (Aula) 1929 im Hauptgebäude aufgestellt, viele von ihnen geschaffen von Vertretern der Berliner Bildhauerschule. Auch später wurden noch Büsten in Auftrag gegeben, angekauft oder durch Schenkung übernommen sowie Kopien hergestellt. Die Materialien haben sich von einer anfänglichen Beschränkung auf Marmor und Gips um Bronze und Terracotta erweitert. Generell in der Wissenschaftsgeschichte unterrepräsentierte Frauen sind auch in der Büstensammlung nur vereinzelt vorhanden. Der größte Teil der Gelehrtenbüsten ist heute in den einzelnen Instituten bzw. in den Räumlichkeiten der Universitätsgebäude aufgestellt, ein kleiner Bestand befindet sich im Magazin der Kustodie. Die Menge an Gelehrtenbüsten ergänzt ein kleinerer Bestand an Porträtreliefs und -medaillons.

Gemälde & Grafik

Den Bestand an Gemälden und Grafik prägen die Gruppen an Gelehrtenporträts sowie einer zu DDR-Zeiten begonnenen Serie von Rektoren-Porträts (später fortgeführt mit Präsident*innen- Bildnissen) neben Werken von Künstler*innen, die als Lehrende an der Universität tätig waren. Ebenso prägen diese Objektgruppe Ansichten von Berlin aus unterschiedlichen Jahrhunderten. Die Werke gingen als Schenkungen, Ankäufe und Auftragswerke in den Bestand der Kustodie ein, der zudem mit Einzelwerken stetig ergänzt wird. Besonders vielfältig sind die Materialien und Techniken, darunter Ölmalerei, Aquarell, Kupferstich, Lithografie, Siebdruck und Collage.

Medaillen & Insignien

Die Medaillensammlung der Humboldt-Universität besteht überwiegend aus Geschenken anderer Universitäten weltweit zu Jubiläen oder Ehrungen einzelner Wissenschaftler*innen. Die rund 120 Medaillen umfassen Prägungen des 19. bis 21. Jahrhunderts in Bronze, Silber, Gold sowie Meissener Porzellan.
Zu den Insignien der Humboldt-Universität zählen die Rektorketten von 1817 mit dem Konterfei des Universitätsstifters Friedrich Wilhelm III. und 1960 mit dem Doppelporträt von Alexander und Wilhelm von Humboldt. Die beiden Universitätszepter aus dem 14. Jahrhundert wurden vermutlich für die Universität Prag angefertigt, kamen dann an die Universität Erfurt und schließlich nach deren Schließung 1819 an die Berliner Universität. Sie werden derzeit im Stadtmuseum Erfurt ausgestellt. Ebenso wie die Zepter werden auch die Talare seit 1968 nicht mehr als korporative Repräsentationsobjekte gebraucht, die Talarsammlung mit Exemplaren aus den 1920er bzw. 1950er Jahren wird aber weiterhin in der Kunstsammlung aufbewahrt.

Gastgeschenke

Die der Universität zugedachten Gastgeschenke sind besonders heterogen: Neben Medaillen zählen dazu u.a. Vasen aus Porzellan und Kristall, Gemälde, Holzschnitzereien, ein japanischer Helm mit Schrein, ein indisches Tondo.

Gedenktafeln

Im 20. Jahrhundert wurden an diversen Gebäuden der Universität Gedenktafeln angebracht. Meist nur in Schriftform, vereinzelt mit Porträtreliefs geschmückt, erinnern sie an bedeutende Wissenschaftler*innen der Universität sowie an historische Ereignisse wie die Bücherverbrennung 1933.

Kunstwerk des Monats

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Menschen mit Handschuhen sortieren Medaillen auf einem Tisch.
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Kunstwerk des Monats

Die Kunstsammlung der Humboldt-Universität umfasst unter anderem auch über 120 Medaillen. Dieser speziellen Gattung hat sich im Sommersemester ein Seminar mit Studierenden im Berliner Münzkabinett angenommen.
Gedenktafel für den Theologen Friedrich Schleiermacher mit Profilbildnis und Angabe des Namens sowie seiner Lebensdaten
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Kunstwerk des Monats

Nicht nur die vielen Gebäude der Universität und ihrer Institute prägen das Stadtbild Berlins. Auch Spuren ihrer Angehörigen lassen sich finden – als Denkmäler und Büsten zu ihren Ehren, aber auch in Form von Gedenktafeln.
Foto des Ausstellungsraums in der Zitadelle Spandau mit Blick auf die mit einem roten Tuch verhüllte Büste von Karl Marx
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Kunstwerk des Monats

Vergessen und erinnern – diese Abfolge braucht manchmal größere zeitliche Verzögerung, um zu gelingen. Manchmal braucht das Wiederentdecken auch einen anderen Ort. Einem Kunstwerk der HU ist dies nun gelungen.
Eine farbenfrohe Collage mit einem Mann im blauen Uniform, umgeben von Symbolen wie einer Büste Voltaire, einem Buch, einer Trommel und einem Hund.
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Kunstwerk des Monats

Friedrich II. in seiner Welt – Moritz Götze stellt den Monarchen mit geläufigen Attributen dar, doch nicht als Held auf dem Sockel, sondern mit Rekurs auf ein früher beliebtes Kinderspielzeug.

Publikationen zum Bestand

Weitere Informationen zu einzelnen Werken oder Bestandsgruppen der Kunstsammlung bieten folgende Publikationen:

  • Angelika Keune: Gelehrtenbildnisse. der Humboldt-Universität zu Berlin. Denkmäler, Büsten, Reliefs, Gedenktafeln. Gemälde, Zeichnungen, Graphiken, Medaillen, Berlin 2000. Link zur Publikation von Angelika Keune
  • Die Reihe „Kunstwerk des Monats“
  • Anna Seidel: Joseph Kopf, LOVISE GRAEFIN BOSE in der Kunstsammlung der Humboldt-Universität zu Berlin, in: Con bella maniera. Festgabe für Peter Seiler zum 65. Geburtstag, hg. von Michail Chatzidakis/ Henrike Haug u.a., Heidelberg 2021, S. 465–488. Link zum Text von Anna Seidel
  • Bastianino: Das lebende Kreuz von Ferrara. Die Restaurierung eines vergessenen Altarbildes aus dem 16. Jahrhundert, hg. von der Gemäldegalerie – Staatliche Museen zu Berlin und der Humboldt-Universität zu Berlin, Berlin 2021. Link zur Ausstellung Bastianino
  • Christina Kuhli: Die Geschichte der Kustodie der Humboldt-Universität zu Berlin 1976–2019. Link zur Publikation von Christina Kuhli

Kunst im Büro

Als Mitarbeitende der Humboldt-Universität zu Berlin haben Sie die Möglichkeit, Kunstwerke aus der Sammlung der Universität für Ihre Diensträume auszuleihen. Bitte beachten Sie dafür die zusammengestellten Hinweise.

Berechtigt zur Ausleihe sind alle Mitarbeitenden, die über abschließbare (Büro-)Räume an der Humboldt-Universität verfügen. Nicht möglich sind Ausleihen an nur kurzzeitig Beschäftigte (Elternzeitvertretung, Projekte mit einer Laufzeit von unter einem Jahr).

Die Kunstsammlung umfasst vor allem historische Porträts und Büsten sowie Grafik und Malerei vorwiegend aus dem 20. Jahrhundert. Grafische Objekte können aus konservatorischen Gründen nicht über längere Zeiträume verliehen werden. Ebenso können grundsätzlich nur gerahmte Werke ausgeliehen werden.

Die ausleihbaren Werke sind im Depot der Kustodie/Kunstsammlung untergebracht und nur nach persönlicher Absprache mit der Leiterin der Kustodie zugänglich. Der Transport wird durch die Leiterin der Kustodie organisiert. Das Aufhängen muss selbständig über die Hausmeister erfolgen.

Mit der Übernahme von Kunstwerken in Ihre Diensträume verpflichten Sie sich zu einer angemessenen Obhut der Werke. Damit sind Sie auch verantwortlich, der Kustodie unverzüglich eine Rückmeldung zu geben, sobald Sie den Standort des Werkes verändern wollen, etwa bei Umzug in ein anderes Büro oder Gebäude sowie bei Beschädigungen oder Verlust. Bei Übergabe der Werke ist eine Übergabebestätigung zu unterzeichnen und an die Kustodie zurückzusenden.

Zentralinstitut Hermann von Helmholtz-Zentrum für Kulturtechnik

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