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Humboldt-Universität zu Berlin

Humboldt-Spektrum 01/1994


Inhalt








1. Jahrgang · Heft 1/1994
ISSN 0946-641X · Preis DM 10,-

TITELBILD: Ruth Tesmar: Graphik zu Arthur Rimbaud


Probeheft / Bezugsbedingungen / Impressum Probeheft Übersicht der bisherigen Beiträge (geordnet nach Fakultäten und Instituten) Beiträge Übersicht zu den bisher erschienenen Ausgaben Ausgaben Profil der Zeitschrift - Vorstellung Profil Homepage der Humboldt-Universität Homepage der Humboldt-Universität

schwarzer Pfeil NEUROLOGIE

Optische Methoden in der Hirnforschung: Der Einsatz von Licht zur Untersuchung der Gehirnfunktion

Ulrich Dirnagl/Arno Villringer
Heft 1/94, S. 4-9.

abstract
Im letzten Jahrzehnt konnten dramatische Fortschritte im Verständnis der Gehirnfunktionen und deren Störungen gemacht werden. Neue, sog. funktionelle Bildgebungsmethoden spielten und spielen dabei eine zentrale Rolle. Eine Reihe dieser Methoden nutzen neue Techniken der Lichtmikroskopie. Im Rahmen eines Forschungsschwerpunktes zur Untersuchung von Gehirnfunktionen setzen wir u.a. zwei Techniken ein. Die konfokale Laser Scanning Mikroskopie erlaubt es, unter experimentellen Bedingungen die Funktion des Gehirngewebes mit mikroskopischer Auflösung zu untersuchen. Die Nahinfrarot-Spektroskopie ermöglicht eine Aussage über den Funktionszustand eines bestimmten Gehirnareals. Eine klinische Anwendung zeichnet sich insbesondere bei Patienten mit Schlaganfall, Migräne oder Epilepsie ab.

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schwarzer Pfeil ZAHNMEDIZIN

Karies - Risiko und Prophylaxe

Stefan Zimmer/Peter Jochimski
Heft 1/94, S. 12-17.

abstract
Zähne zusammenbeißen hilft bei dieser Volkskrankheit mit Sicherheit nicht - der Karies. Doch wer dagegen den Mund aufmacht, muß nicht unbedingt mit dem Bohrer rechnen - vorausgesetzt, die Prophylaxe stimmt. Wie das individuelle Kariesrisiko bestimmt werden kann, wie die Vorsorge für "reines Weiß" und "lückenlosen Biß" aussehen sollte und welche Erfolge mit geeigneten Prophylaxe-Maßnahmen erzielt werden können, untersuchen wir gegenwärtig in der Abteilung für Zahnerhaltung und Präventivzahnmedizin am Universitätsklinikum Charité.

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schwarzer Pfeil WIRTSCHAFTSWISSENSCHAFT

Ökonomie - dynamisch: Der Sonderforschungsbereich Quantifikation und Simulation ökonomischer Prozesse

Wolfgang Härdle
Heft 1/94, S. 18-23.

abstract
Ökonomische Prozesse sind im Wandel befindliche wirtschaftliche Systeme. Die Kenntnis der Quantifizierung und Modellierung einer solchen wirtschaftlichen Dynamik erlaubt etwa die Analyse der Entwicklung des Arbeitsmarktes, der Innovationsfähigkeit verzerrter ökonomischer Strukturen oder die Migration von Arbeitskräften innerhalb Europas. Die Dynamik des Preiswettbewerbs, Entscheidungen über Fusionen und Firmenübernahmen, die Preisbildung auf den Finanzmärkten und die Stabilität der Geldnachfrage sind wichtige Determinanten wirtschaftlicher Prozesse. Die flexible statistische Modellierung solcher Daten und die Erfassung dieser Modellierungsinstrumente in Daten- und Methodenbanken sind Voraussetzungen für eine empirische Analyse ökonomischer Prozesse. Eine solche quantitativ orientierte Analyse kann nur im Dialog mit ökonomischen Konzepten, mit mathematisch-statistischen Methoden und durch computergestützte Simulation durchgeführt werden. Hierzu ist ein verstärkter Einsatz von vernetzten und parallelen Hochleistungsrechnern notwendig.

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schwarzer Pfeil SOZIALWISSENSCHAFT

Massenmigration in Europa

Rainer Münz
Heft 1/94, S. 24-28.

abstract
Ethnische Konflikte und ?Säuberungen?, Kriege um Land und Ressourcen, politische Gewalt gegen Andersdenkende, Bevölkerungswachstum in Teilen der Dritten Welt, ein enormes Wohlstandsgefälle zwischen Westeuropa und allen benachbarten Großregionen: An diesen zentralen Wanderungsursachen der letzten Jahre in Europa wird sich auf absehbare Zeit nichts ändern. Für die reichen Industriestaaten Westeuropas birgt dies ökonomischen, sozialen und politischen Zündstoff, dem mit einer Migrationspolitik begegnet werden muß, die sich nicht in rigiden - aber wenig wirkungsvollen - Abschottungsmaßnahmen erschöpfen darf. Voraussetzung dafür ist eine Analyse der jüngsten Wanderungsbewegungen in Europa. Dabei zeigt sich, daß die ?Geographie? der europäischen Wanderungen nur auf den ersten Blick ein verwirrend vielfältiges Bild bietet.

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schwarzer Pfeil EUROPARECHT

Informationspflichten in der Lebensversicherung

Hans-Peter Schwintowski
Heft 1/94, S. 31-35.

abstract
Wer als EU-Bürger künftig sein Leben versichert, wird es mit einem ganzen Geflecht neuer rechtlicher Rahmenbedingungen zu tun haben. Ursache hierfür ist die dritte EG-Richtlinie Lebensversicherung, die seit Ende Juli 1994 auch in Deutschland wirkt. Sie enthält u.a. Bestimmungen zur Verbraucherinformation. Das klingt zunächst relativ unverfänglich, beeinflußt bei näherem Hinsehen aber maßgeblich generelle Rechte und Pflichten der Vertragspartner, Regelungen der Überschußbeteiligung und die Wettbewerbsbedingungen für die Versicherungsunternehmen. Der Beitrag analysiert einige zentrale Aspekte, die in diesem Zusammenhang von Bedeutung sind.

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schwarzer Pfeil GEOGRAPHIE

Die Humboldt-Universität im Umbruch. Systemwechsel im Spiegel studentischer Einzugsgebiete

Bodo Freund/Stephan Breuckmann
Heft 1/94, S. 36-38.

abstract
Woher kommen unsere Studentinnen und Studenten? Diese simple Sachfrage dürften sich schon manche Bedienstete gestellt haben, ob sie nun neu sind an dieser Universität oder im Laufe der letzten Jahre einen deutlichen Wandel bemerkt haben, ohne ihn exakt ausdrücken zu können. Wie hat der Systemwechsel sich auf sozialräumliche Verflechtungen ausgewirkt, z.B. zwischen Heimat- und Studienort? So mag ein Sozialgeograph fragen. Wie weit divergiert die Realentwicklung von einer einstigen Idealvorstellung? Entsteht statt einer weit ausstrahlenden Metropol-Universität eine Stadtteilhochschule? Das mögen sich Hochschulpolitiker fragen. Die Antworten werden nicht ohne Auswirkungen u.a. auf hochschulpolitische Entscheidungen bleiben.

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schwarzer Pfeil PHYSIK

Strings: Fäden, die die Welt zusammenhalten

Dieter Lüst
Heft 1/94, S. 39-43.

abstract
Die Physik des 20. Jahrhunderts ruht auf zwei fundamentalen Säulen: der Allgemeinen Relativitätstheorie von Einstein, die die Gravitationskraft und somit Phänomene im Kosmos und die Evolution des Weltalls beschreibt, und der Quantenmechanik, die die mikroskopische Welt der Atome, Moleküle und Elementarteilchen beschreibt. Das Grundproblem der heutigen Physik besteht nun darin, daß diese beiden Theorien anscheinend miteinander unvereinbar sind. Wie die Geschichte der Physik gezeigt hat, ist das Vorhandensein von anscheinend inkonsistenten Theorien immer eine große Herausforderung, aber auch eine sehr gute Möglichkeit, grundlegende Fortschritte zu erzielen. So entstand zum Beispiel Einsteins Spezielle Relativitätstheorie aus dem Wunsch, Maxwells Theorie des Elektromagnetismus und die Newtonsche Mechanik zu vereinigen. Gegenwärtig stellen die sog. (Super-)Stringtheorien, mit denen wir uns am Institut für Physik befassen, den erfolgversprechendsten Versuch dar, eine konsistente Quantengravitationstheorie zu liefern.

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schwarzer Pfeil INFORMATIK

KI - Computer erinnern sich

Hans-Dieter Burkhard
Heft 1/94, S. 44-49.

abstract
Die Künstliche Intelligenz-Forschung (KI) versucht in jüngster Zeit, die Verwendung von Erfahrungswissen (Fällen) zu analysieren und für die maschinelle Ausführung anspruchsvoller geistiger Arbeiten zu simulieren. Neben einer (Fall-)Datenbank gehören dazu vor allem Verfahren zum Auffinden von geeigneten ähnlichen Fällen zu einem aktuell zu lösenden Problem. Damit wird der Bereich der klassischen Datenbanken verlassen. Als Forschungsgegenstand interessieren wir uns sowohl für die Untersuchung des menschlichen Umgangs mit Erfahrungswissen (Fällen) als auch mit der Konstruktion von Systemen auf der Basis des fallbasierten Schließens.

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schwarzer Pfeil EUROPÄISCHE ETHNOLOGIE

Berliner Perspektiven

Wolfgang Kaschuba/Rolf Lindner
Heft 1/94, S. 50-53.

abstract
In seiner Kolumne in der ZEIT hat der Rektor des Wissenschaftskollegs zu Berlin, Wolf Lepenies, kürzlich mit großem Nachdruck dafür plädiert, eine anthropologische Wende der Sozialwissenschaften in Deutschland zu fördern. Die Sozialanthropologie der Industriegesellschaften, die im Kern komparativ orientiert ist und eine ganzheitliche Sichtweise betont, schärft den Blick dafür - so sein Argument -, daß trotz einer weltweiten Angleichung der Zivilisationen entscheidende kulturelle Differenzen zwischen ihnen nicht nur weiterbestehen, sondern sich zum Teil noch verschärfen. Will man das Programm der Europäischen Ethnologie kurz und knapp umreißen, dann ist in diesem Satz die Essenz - und damit auch die Forschungsperspektive unseres Instituts - enthalten. Einige Projekte werden im folgenden vorgestellt.

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schwarzer Pfeil NORDEUROPA INSTITUT

Der neue Norden

Bernd Henningsen
Heft 1/94, S. 55-57.

abstract
Mit der Neugliederung der Humboldt-Universität in elf Fakultäten wurde nach langen Diskussionen 1994 das regionalwissenschaftliche Nordeuropa-Institut gegründet. Damit wird diesem Fach in Berlin, an einer für die Nordistik traditionsreichen Universität eine neue Dimension gegeben; das größte "nordische" Institut der Bundesrepublik ist am Entstehen. Die Entscheidung für die weitere universitäre Ausdifferenzierung des Faches ist möglicherweise jedoch nicht nur wissenschaftssystematisch interessant, innovativ und notwendig, sondern am Vorabend der Norderweiterung der Europäischen Union vielleicht sogar auch politisch wichtig. Reaktionen aus den skandinavischen Ländern zeigen dies jedenfalls.