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Bekanntmachung des BMBF: Richtlinie zur Förderung von Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet „Robotische Systeme für die Pflege"

Bewerbungsfrist 18. Februar 2019
Gegenstand der Förderung

Gefördert werden Forschungsprojekte sowohl zur Entwicklung als auch zur Erprobung innovativer robotischer Systeme, die auf praxisbezogene Anforderungen der Pflege in konkreten Anwendungsfeldern ausgerichtet sind. Dabei können robotische Systeme von Komponenten wie Roboterarmen bis hin zu humanoiden Robotern reichen. Zu den denkbaren Anwendungsfeldern zählen z. B.: Therapie, Kommunikation und Interaktion, Transport, Transfer und Mobilität, Assistenz oder Begleitung. Den Einreichenden steht es frei, auch andere Anwendungen in der Pflege zu adressieren, in denen robotische Systeme unterstützen oder zur Entlastung beitragen können. Robotische Systeme, die ausschließlich oder überwiegend dem medizinischen Bereich zugeordnet werden (z. B. Operationsroboter und Prothetik), können im Rahmen dieser Bekanntmachung nicht gefördert werden.
Gefördert werden anwendungsorientierte Verbundprojekte in zwei Schwerpunkten:

  • „Robotertechnologien für neue pflegerische Lösungen“ und
  • „Bessere Pflegepraxis durch robotische Lösungen“.

Zusätzlich wird ein wissenschaftliches Begleitprojekt gefördert. Eine Zusammenarbeit der anwendungsorientierten Verbundprojekte und des Begleitprojekts wird erwartet.

Die in den Verbundprojekten adressierten Innovationen müssen einen erheblichen Forschungsbedarf aufweisen und über den gegenwärtigen Stand der Wissenschaft und Technik hinausgehen. Außerdem müssen sie mit Blick auf die aktuellen Herausforderungen in der Pflege einen deutlichen Mehrwert im Vergleich zu bereits existierenden oder in der Entwicklung befindlichen Lösungen aufweisen.

Ein passfähiges robotisches System für die Pflege zeichnet sich vor allem durch die folgenden Attribute aus: Es ist sicher in der Anwendung für pflegebedürftige Menschen, die Pflegenden oder andere Anwender, ist arbeits- und prozessunterstützend sowie gegebenenfalls selbstlernend (KI) und an Bedarfssituationen ausgerichtet. Weitere Merkmale der zu entwickelnden Lösungen sollten ihre Zuverlässigkeit, Modularität und Adaptivität sowie Kosteneffizienz sein.

Der pflegebedürftige Mensch mit seinen Fähigkeiten und Bedürfnissen soll im Mittelpunkt des Entwicklungsprozesses der robotischen Systeme stehen. Daher sind fundierte Kenntnisse über die in dem geplanten Projekt adressierte Zielgruppe und ein Zugang zu dieser darzulegen. Außerdem ist es erforderlich, weitere Akteure des Pflegeprozesses wie z. B. Pflege- und Betreuungskräfte, pflegende Angehörige, Betreuungs-, Hauswirtschafts- und therapeutische Fachkräfte als mögliche Anwender zu berücksichtigen und in geeigneter Weise einzubeziehen. Dabei ist der neueste Stand von „User Centered Design“ und partizipativen Entwicklungsmethoden anzuwenden sowie ein zielorientierter Ansatz für einen erfolgreichen Transfer robotischer Systeme in die Pflegepraxis zu ermitteln.

Geeignete Methoden können z. B. Bedarfsanalysen, Design Thinking, Fab-Labs, Rapid Prototyping und Maker-Workshops sein. Projektformate, die ein gegenseitiges Verständnis der beteiligten Akteure untereinander fördern, wie z. B. wechselseitige Hospitationen in Pflegeeinrichtungen oder in Entwicklungslaboren, sind im Hinblick auf eine gelungene interdisziplinäre Zusammenarbeit ausdrücklich erwünscht.

Zuwendungsempfänger

Die Voraussetzungen für Zuwendungsempfänger anwendungsorientierter Verbundprojekte sowie für das Begleitprojekt unterscheiden sich.

3.1 Anwendungsorientierte Verbundprojekte (Schwerpunkte 1 und 2)

Antragsberechtigt sind Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft, Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und Organisationen der Pflegepraxis, z. B. öffentliche oder freigemeinnützige Träger der Pflege. Bei Verbundprojekten ist der Koordinator von den Partnern zu benennen.

3.2 Wissenschaftliches Begleitprojekt: Robotische Systeme in der Pflege

Antragsberechtigt sind Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sowie Organisationen der Pflegepraxis, z. B. öffentliche oder freigemeinnützige Träger der Pflege. Für das Verbundprojekt ist ein pflegewissenschaftlicher Koordinator zu benennen.[...]
Forschungseinrichtungen, die von Bund und/oder Ländern grundfinanziert werden, kann neben ihrer institutionellen Förderung nur unter bestimmten Voraussetzungen eine Projektförderung für ihre zusätzlichen projektbedingten Ausgaben beziehungsweise Kosten bewilligt werden. Zu den Bedingungen, wann staatliche Beihilfe vorliegt/nicht vorliegt, und in welchem Umfang beihilfefrei gefördert werden kann, siehe Mitteilung der Kommission zum Unionsrahmen für staatliche Beihilfen zur Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation (FuEuI) vom 27. Juni 2014 (ABl. C 198 vom 27.6.2014, S.1); insbesondere Abschnitt 2.

Die Gewährung von Zuwendungen an Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen erfolgt unter der Voraussetzung, dass sie auf Grundlage der Regelungen zu nicht-wirtschaftlichen Tätigkeiten der Nummern 2.1.1 bis 2.1.2 des Unionsrahmens für staatliche Beihilfen zur Förderung von FuEuI (ABl. C 198 vom 27.6.2014, S. 1) nicht als Beihilfe im Sinne von Artikel 107 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (ex-Artikel 87 Absatz 1 EG-Vertrag) zu qualifizieren ist.

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) im Sinne dieser Förderrichtlinie sind Unternehmen, die die Voraussetzungen der KMU-Definition der EU erfüllen (vgl. Anhang I der AGVO bzw. Empfehlung der Kommission vom 6. Mai 2003 betreffend die Definition der Kleinstunternehmen sowie der KMU (bekannt gegeben unter Aktenzeichen K(2003) 1422 (2003/361/EG)), http://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:32003H0361&from=DE].

KMU können sich zur Klärung ihres Status bei der Förderberatung „Forschung und Innovation“ des Bundes persönlich beraten lassen.

Mittelständische Unternehmen im Sinne dieser Förderrichtlinie sind Unternehmen, die einschließlich verbundener oder Partnerunternehmen zum Zeitpunkt der Antragstellung eine Größe von 1 000 Mitarbeitern und einen Jahresumsatz von 100 Millionen Euro nicht überschreiten.

Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft müssen zum Zeitpunkt der Auszahlung einer gewährten Zuwendung eine Betriebsstätte oder Niederlassung in Deutschland haben.
Der Zuwendungsempfänger erklärt gegenüber der Bewilligungsbehörde seine Einstufung gemäß Anhang I der AGVO im Rahmen des schriftlichen Antrags.

Art und Umfang, Höhe der Zuwendung

Die Zuwendungen werden im Wege der Projektförderung gewährt. Die Förderung nach dieser Richtlinie erfolgt in Form von nicht rückzahlbaren Zuschüssen. Die Höhe der Zuwendung pro Vorhaben richtet sich im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel nach den Erfordernissen des beantragten Vorhabens.

Bemessungsgrundlage für Zuwendungen an Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft sind die zuwendungsfähigen projektbezogenen Kosten. In der Regel können diese – je nach Anwendungsnähe des Vorhabens – unter Berücksichtigung der beihilferechtlichen Vorgaben (siehe Anlage) bis zu 50 % anteilfinanziert werden. Nach BMBF-Grundsätzen wird eine angemessene Eigenbeteiligung – grundsätzlich mindestens 50 % der entstehenden zuwendungsfähigen Kosten – vorausgesetzt. Bemessungsgrundlage für Zuwendungen an Hochschulen, Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen und vergleichbare Institutionen, die nicht in den Bereich der wirtschaftlichen Tätigkeiten fallen, sind die zuwendungsfähigen projektbezogenen Ausgaben (bei Helmholtz-Zentren – HZ – und der Fraunhofer-Gesellschaft – FhG – die zuwendungsfähigen projektbezogenen Kosten), die unter Berücksichtigung der beihilferechtlichen Vorgaben individuell bis zu 100 % gefördert werden können.
Bei nichtwirtschaftlichen Forschungsvorhaben an Hochschulen und Universitätskliniken wird zusätzlich zu den zuwendungsfähigen Ausgaben eine Projektpauschale in Höhe von 20 % gewährt.

Die Bemessung der jeweiligen Förderquote muss die AGVO berücksichtigen. Die Festlegung der jeweiligen zuwendungsfähigen Kosten/Ausgaben berücksichtigt die AGVO (siehe oben in Nummer 1.2 zur Geltung der AGVO).

Weitere Informationen zur Bekanntmachung finden Sie hier.