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Mosse-Lectures: Verschwörungstheorien

Die Mosse-Lectures behandeln im Sommersemester 2021 das Thema Verschwörungstheorien. Den Auftakt macht am 29. April Prof. Eva Horn von der Universität Wien

Verschwörungstheorien haben Konjunktur in Zeiten der Verunsicherung, von bedrohlichen Veränderungen, lebensgeschichtlich und politisch, eklatant in Zeiten von Krisen und Katastrophen. In ihnen wird ein Bedürfnis wirksam, komplexe Zusammenhänge auf einfache Sinngebungen zu reduzieren. Eine psychotische und kollektive Dynamik wird in Gang gesetzt. Es entsteht die bedenkenlose und widerspruchsresistente Logik eines konspirativen Diskurses: ein mitunter phantasiereiches und faszinierendes Amalgam, ein Netzwerk aus Erfahrungsmomenten und Wissenselementen, aus Vermutungen und Verdächtigungen, aus Fakten und Fiktionen.

Die Mosse-Lectures im Sommersemester 2021 erkunden die historische und gegenwärtige Wirkungsmacht von Verschwörungstheorien: in der historisierenden und aktualisierenden Literatur (bei Umberto Eco zum Beispiel), in einer Analyse und Kritik von verschwörungstheoretisch wirksamen Informationstechnologien und Medien, mit der Problematisierung konspirativer Strategien in der Politik (im postsowjetischen Russland zum Beispiel). 

Termine

Eva Horn, Universität Wien
»Die Besserwisser. Wissenschaftsskepsis, Verschwörungsdenken und die Erosion der Wirklichkeit«

Einführung und Gespräch: Stefan Willer
Donnerstag, 29. April 2021, 19 Uhr c.t. | Live-Stream via YouTube

Die Gegenwart ist geprägt durch eine radikale Skepsis gegenüber offiziellen Narrativen: sei es mediale Berichterstattung, seien es Alltagskonsense, sei es das Wissen der Wissenschaft. Dabei treten selbsternannte Fachleute auf, deren Ziel es weniger ist, gegebenes Wissen zu modifizieren als es fundamental in Zweifel zu ziehen. Zu dieser Kakophonie der Experten kommen neuerdings Verschwörungstheorien, die eine geteilte Definition von Wirklichkeit als Basis jeder politischen Debatte in Frage stellen. Der Vortag wird die Logik und Geschichte dieser „Besserwisserei“ untersuchen und fragen, welche politischen Phantasien hier am Werk sind.

 

Eliot Borenstein, New York University
»Informing Ourselves to Death: Conspiracy and Fantasy in Postmodern Russia«

Einführung und Gespräch: Michael Butter
Donnerstag, 27. Mai 2021 | 19 Uhr c.t. | Live-Stream via YouTube

In the USSR, information was a scarce resource shared only sparingly with the population at large; now Russians are awash in a flood of information. Yet each scenario proved conducive to unfettered suspicion and widespread conspiracy theorizing. Now the Russian media encourage viewers to believe they are surrounded by enemies who want to brainwash them with propaganda. Post-Soviet conspiracy theories peddle heroic fantasies of a victimized nation and contradictory messages about the nature of human subjectivity.

 

Didier Fassin, Institute for Advanced Study in Princeton sowie Studiendirektor des Fachs Anthropologie an der Pariser École des Hautes Études en Sciences Sociales

»Conspiracy Theories As Crises and Critique«

Einführung und Gespräch: Joseph Vogl
Donnerstag, 10. Juni 2021 | 19 Uhr c.t. | Live-Stream via YouTube

 

Clemens Setz

»Unified Bond Theory. Überlegungen zur Verschwörungsfähigkeit der eigenen Biografie«

Einführung und Gespräch: Lothar Müller
Donnerstag, 17. Juni 2021 | 19 Uhr c.t. | Live-Stream via YouTube

Weitere Informationen

Zum Programm der Mosse-Lectures

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