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HU intensiviert Kooperationen mit dem Helmholtz-Zentrum Berlin, der Charité und dem Max-Delbrück-Centrum

Die Humboldt-Universität intensiviert ihre Kooperationen mit dem Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie, der Charité – Universitätsmedizin und dem Max-Delbrück-Centrum (MDC). Mit der Unterzeichnung zweier Memoranden of Understanding wurde die enge Zusammenarbeit in Forschung wie Lehre vereinbart.

Die HU und das Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie haben mit der Unterzeichnung eines Memorandum of Understanding heute die Weichen für eine intensive Zusammenarbeit gelegt. HU, Charité und MDC für Molekulare Medizin schaffen auf dem Campus Nord gemeinsam das Integrative Forschungsinstitut (IRI) für Lebenswissenschaften.


Instrumente für die Zusammenarbeit von HU und Helmholtz-Zentrum
Die Vereinbarung über eine weiterführende institutionalisierte Zusammenarbeit der Humboldt-Universität und dem Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie enthält eine Vielzahl von Kooperationsinstrumenten. So sehen beide Partner einen Mehrwert in gemeinsamen Berufungen und gemeinsamen Forschergruppen sowie in von beiden Seiten durchgeführten Graduiertenschulen. Schließlich stellt auch die effektive Nutzung der Labore und Einrichtungen zur praxisnahen Nachwuchsförderung und Internationalisierung des Standortes Berlins einen wichtigen Weg für die Kooperation dar.
Insbesondere bündeln Gemeinschaftslabore – sogenannte Joint Laboratories – die Zusammenarbeit in spezifisch ausgewählten Forschungsbereichen beider Partner. Derzeit bestehen solche Joint Labs in den Feldern Proteinkristallographie und Strukturforschung, wo beispielsweise die Weiterentwicklung von Methoden an Kryogenen Transmissionselektronenmikroskopen erprobt wird, als Methode für die Strukturaufklärung großer Biomoleküle. Ein Joint Lab für Beschleunigerphysik befindet sich in Planung.
„Die Zusammenarbeit in Joint Labs ermöglicht es uns, Ressourcen zu bündeln und so optimale Bedingungen für die Forschung und Lehre zu schaffen. Hochmotivierte Studierende können sich direkt an eigenständigen Vorhaben in der Spitzenforschung beteiligen. Auf diese Weise werden wir die Attraktivität beider Einrichtungen im internationalen Wettbewerb um die besten Köpfe erhöhen“, sagt Prof. Oliver Benson, Direktor des Instituts für Physik der HU.


Integratives Forschungsinstitut (IRI) für Lebenswissenschaften
Die Forschungsschwerpunkte des IRI für Lebenswissenschaften liegen in der Systembiologie und Theoretischen Biologie, den Neurowissenschaften sowie der Infektionsbiologie/Immunologie. Weiter stehen im Fokus Erkrankungen des Nervensystems, genetisch bedingte Erkrankungen, Krebs sowie die regenerative Medizin. Die Forschungsergebnisse werden in neue Möglichkeiten der Prävention, Diagnostik und Therapie münden.

Das IRI wird vor allem als Initiativ- und Koordinationszentrum für einrichtungsübergreifende interdisziplinäre Forschungsprojekte und als Plattform für moderne Infrastruktur und Technologien fungieren. Weiter soll es Schnittstelle für die Zusammenarbeit mit anderen universitären und außeruniversitären Forschungspartnern sein.

„Durch das IRI wird eine gemeinsame Plattform für moderne Infrastruktur und Technologien geschaffen, von der alle beteiligten Wissenschaftler enorm profitieren“, sagt Andreas Herrmann, Professor für Molekulare Biophysik an der HU. „Wir können beispielsweise das Eindringen eines einzelnen Virus in eine lebende Zelle, die Bildung neuer Viren in dieser Zelle ‚live’ verfolgen, die zugrundeliegende molekularen Mechanismen aufklären und über die infizierte Zelle hinaus die Konsequenzen dieser Prozesse für den gesamten Organismus und die Ausbreitung der Infektion auf andere Organismen kausal verstehen. Theorieorientierte Wissenschaftler können auf dieser Basis Modelle zur Infektion entwickeln, um gezielt neue Angriffspunkte von Medikamenten, die die Infektion und ihre Ausbreitung verhindern, zu identifizieren“, erläutert Herrmann.

„Besonders wichtig ist uns, dass wir ausgehend von der biologischen Grundlagenforschung über die Zelle bis zum ganzen Menschen die wesentlichen Aspekte des Gesunden oder Kranken im Mittelpunkt unserer Forschung haben, fügt Professor Georg Duda, Direktor des Julius Wolff Instituts an der Charité, hinzu. „Wir beschränken uns nicht – wie sonst vielerorts – nur auf molekulare Grundlagen sondern nehmen auch die funktionellen Konsequenzen für den Gesamtorganismus und den behandelten Patienten in den Blick. Dies geht von dem Verständnis von Krankheit bis zur Untersuchung der Möglichkeiten zur Prävention.“

Im Fokus der Kooperation steht insbesondere die gemeinsame Nachwuchsförderung. Mit der Etablierung und dem Zusammenwirken gemeinsam getragener Professuren wird die Lehre noch vielfältiger gestaltet. Zusätzlich zu diesen gemeinschaftlichen Brückenprofessuren werden Nachwuchsgruppen eingerichtet, für deren Leiterinnen und Leiter gemeinsam getragene Tenure-Track-Modelle entwickelt werden. Ein Fellowprogramm soll die Zusammenarbeit der Berliner Lebenswissenschaften mit international ausgewiesenen Forscherpersönlichkeiten stärken.

Das IRI wird auf dem Campus mit neuen Forschungsgebäuden infrastrukturell erheblich gestärkt und zu einem modernen Wissenschaftspark für die Lebenswissenschaften in Berlins Mitte heranwachsen. Bis 2015 soll das gesamte Institut für Biologie in einem neuen Forschungsgebäude konzentriert werden. Das Berlin Institute for Medical Systems Biology (BIMSB) – eine aus über 20 Arbeitsgruppen bestehende Forschungseinrichtung des MDC – wird außerdem ein eigenes, neu zu errichtendes Gebäude beziehen und zunächst die größte Einrichtung auf dem Campus Nord sein.


WEITERE INFORMATIONEN
Constanze Haase
Pressesprecherin des Präsidenten (amtierend)
Humboldt-Universität zu Berlin
Referat Öffentlichkeitsarbeit, Marketing & Fundraising
Tel.: 030 2093-2332
E-Mail: constanze.haase@uv.hu-berlin.de
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