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Bildungsbericht 2012: Hochschulen als Ausbildungseinrichtung immer wichtiger

HU-Erziehungswissenschaftler Prof. Andrä Wolter ist Mitglied der Autorengruppe


2011 erreichte die Studienanfängerquote mit 55 Prozent ihren bislang höchsten Wert. Ursächlich hierfür waren vorübergehende Einflüsse wie die doppelten Abiturjahrgänge und das Aussetzen der Zivil- und Wehrpflicht, aber auch die wachsende Beteiligung an den zu einer Studienberechtigung führenden Bildungsgängen. Die Studienanfängerzahl wird nach den aktualisierten Bildungsvorausberechnungen auch in den kommenden Jahren auf oder sogar über dem Niveau der Jahre vor 2008 liegen, selbst wenn die Auswirkungen der oben genannten Einmaleffekte nachlassen.

„Eine Entspannung der hohen Auslastung der Hochschulen ist bis 2025 nicht in Sicht. Die Hochschule ist auf dem Weg, zur wichtigsten Ausbildungseinrichtung unserer Volkswirtschaft zu werden“, erläutert Prof. Dr. Andrä Wolter, für das HIS-Institut für Hochschulforschung (HIS-HF) Mitglied der Autorengruppe des Bildungsberichts und Erziehungswissenschaftler an der Humboldt-Universität. „Die historisch gewachsenen Abgrenzungen zwischen beruflicher Bildung, Hochschulbildung und Weiterbildung werden fließender und das Verhältnis zwischen beruflicher Bildung und Hochschulbildung muss neu justiert werden. Diese Entwicklung wird mehr noch als für die berufliche Bildung eine enorme Herausforderung für den Ausbildungsauftrag und die Ausbildungsangebote der Hochschulen bedeuten“, so Wolter weiter.

Unmittelbare Folgen hat die hohe Studiennachfrage für den Ressourcenbedarf in der Lehre an den Hochschulen. Eine Herausforderung bleibt darüber hinaus, die Studiennachfrage erfolgreich in Abschlüsse münden zu lassen – die Studienabbruchquote von 35 Prozent in Bachelorstudiengängen an Universitäten und der anhaltend hohe Studienabbruch in den Ingenieur- und Naturwissenschaften zeigen wichtige Problemfelder auf. Offen ist, welche Rolle der Bachelorabschluss künftig für die berufliche Tätigkeit und die Berufslaufbahn spielen wird.

Dies sind einige der zentralen Botschaften des soeben erschienenen vierten nationalen Bildungsberichts „Bildung in Deutschland 2012“. Für den Bericht hat das HIS-Institut für Hochschulforschung, das Teil der Hochschul-Informations-System GmbH ist, in Kooperation mit den Statistischen Ämtern des Bundes und der Länder erneut das Kapitel zur Hochschule beigesteuert.

„Bildung in Deutschland 2012“ ist der vierte Bildungsbericht, der unter Federführung des Deutschen Instituts für internationale pädagogische Forschung (DIPF) zusammen mit dem HIS-Institut für Hochschulforschung, dem Soziologischen Forschungsinstitut an der Universität Göttingen (SOFI), dem Deutschen Jugendinstitut (DJI) und den Statistischen Ämtern von Bund und Ländern erstellt wird. Auftraggeber sind die Kultusministerkonferenz (KMK) und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Der komplette Text des Bildungsberichts 2012 unter: www.bildungsbericht.de
 


WEITERE INFORMATIONEN

Prof. Dr. Andrä Wolter
Institut für Erziehungswissenschaften
Humboldt-Universität zu Berlin
Unter den Linden 6
10099 Berlin
Tel.: 030 2093-1634
E-Mail: andrae.wolter@hu-berlin.de

Dr. Christian Kerst
HIS-Institut für Hochschulforschung
Tel.: 0511 1220-241
E-Mail: kerst@his.de
 

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