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Humboldt-Universität zu Berlin

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"Ich werde den munteren Kosmos Universität vermissen"

by Ljiljana Nikolic posted on 08.09.2020 11:05 last modified 10.09.2020 10:49

Christoph Markschies tritt am 1. Oktober das Amt des Präsidenten der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW) an. Ein Interview zum Abschied.

Herr Markschies, welches Erinnerungsstück an die HU nehmen Sie mit in Ihr neues Büro?

Beispielsweise ein Stück vom historischen Barockputz des Hauptgebäudes, das mir die Technische Abteilung mal geschenkt hat. Und ein gerahmtes Titelbild einer Studierendenzeitung, auf der ich vor dem Hauptgebäude stehe und darunter die Zeile „l‘université c‘est moi“. Das war ebenso frech wie falsch wie geistreich. Das musste gerahmt werden und kommt mit.

 

Wen oder was werden Sie an der BBAW besonders vermissen?

Den munteren Kosmos der quicklebenden Universität Unter den Linden, Studierende, Mitarbeitende, Kolleginnen und Kollegen. Es tut der Wissenschaft und der eigenen Forschung gut, wenn jemand im Seminar sagt: „Das verstehe ich nicht“. Oder: „Das überzeugt mich nicht“. Und man lernt viel beim Interessenausgleich, wie er in den Gremien stattfindet. Das habe ich auch erst lernen müssen.

 

Zu welchen Gelegenheiten werden wir Sie an der Humboldt-Universität sehen?

Immer dann, wenn ich eingeladen werde und sich Zeit dafür finden lässt. Ich freue mich beispielsweise schon heute auf die Eröffnung der Räume der Universität im Humboldt-Forum. Eine spannende Ecke, in jeder Hinsicht.

 

Mit welchen Eindrücken sind Sie aus dem digitalen Sommersemester gegangen?

Mit der Beobachtung, dass Corona auch an der Universität wie ein Brennglas wirkt: Die Netten und Sensiblen sind noch netter und sensibler, die anderen sind noch mehr anders. Ja nun. Und mir fehlte der Schwatz vor dem Vorlesungssaal, mit der Nachbarin im Akademischen Senat und auf dem Flur des Fakultätsgebäudes. Schließlich war ich beeindruckt, wie schnell alle Universitäten auf digital umgestellt haben und auf welch‘ hohem Niveau.

 

Wie wird Ihre Lehre im Wintersemester aussehen?

Ich freue mich sehr, dass ich wie mein Vorgänger Dieter Simon von der Juristischen Fakultät als Präsident weiter ein Oberseminar anbieten kann (im Wintersemester mit dem katholischen Kollegen Georg Essen zu Geschichtstheorien) und so Studierende treffe. Natürlich betreue ich auch die Promovierenden und Examenskandidat*innen weiter, und es gibt das Forschungskolloquium in Blockform. In irgendeinem großen Raum der Akademie, in Präsenz, wenn irgend möglich.

 

Welche Pläne haben Sie für die ersten 100 Tage an der BBAW?

Eine Akademie ist ein Laboratorium der Aufklärung in Zeiten der Unsicherheit. Wir beginnen mit einer großen Ausstellung der Künstlerin Herlinde Koelbl, die sechzig internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fotografiert hat, laden zu einem Mittagssalon mit Essen und wissenschaftlichem Impuls für Menschen in Mitte ein, diskutieren die Lage im Rahmen von „Corona-Gesprächen“ und und und.. Und dann gibt es natürlich auch viel Alltag von Wissenschaftsadministration.

 

Die Fragen stellte Ljiljana Nikolic

 

Christoph Markschies, Professor für Antikes Christentum und früherer Präsident der Humboldt-Universität, wurde im November 2019 von der Versammlung der Mitglieder der BBAW zum Akademiepräsidenten gewählt. Die öffentliche Amtsübergabe erfolgte 4. Juli, am 1. Oktober tritt der Kirchenhistoriker das Amt an.

 

Zum Programm-Flyer der BBAW