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Humboldt-Universität zu Berlin

Humboldt-Spektrum 4/2000

Editorial

Die freie Partnerwahl!

Die Humboldt-Universität? und der Beweis ist einer breiten Öffentlichkeit spätestens durch die Ausstellung »Theatrum naturae et artis« im Berliner Martin-Gropius Bau erbracht worden? umfasst »Wunderkammern des Wissens«. Wir profitieren von einem reichen Kapital aus der Vergangenheit, das sich in den über hundert unglaublichen Sammlungen und Funden niederschlägt. Wir erinnern uns an die 29 Nobelpreisträger dieser Universität, die auch 2001 zu einem hohen Ansehen im In- und Ausland beitragen.

Heute ist es die zukunftsorientierte Hochschulpolitik in Forschung und Lehre, die der Humboldt-Universität ihr Profil gibt. Hier gibt es zahlreiche Beispiele, die in der Weltpresse Beachtung finden: neue Operationstechniken mit Robotern, internationale Spitzenforschung in Bessy ....., einmalige Studiengänge, zum Beispiel in der Kulturwissenschaft, im Nordeuropa-Institut oder in der Europäischen Ethnologie. Haben wir also nur Erfolgsmeldungen? Wo ist unser Defizit?

Die Netzwerke und Unterstützung durch Freunde und Förderer sind in den Fakultäten und Instituten sehr unterschiedlich entwickelt. Ohne Zweifel haben z.B. die Wirtschaftswissenschaftler hier große Erfolge, die es auch nachzuahmen gilt. Die Devise muss sein, dass die Universität ihre eigenen Interessen vertritt, die Steuerung in der Hand behält und ihre Partner frei auswählt. Die beiden Bereiche friend- und fund-raising müssen mit zielgruppen- und projektorientierter Öffentlichkeitsarbeit gekoppelt sein. Diese betrifft sowohl public-private partnerships, verstärktes sponsoring von Einzelveranstaltungen sowie die Einwerbung von Sonder- und Stiftungsprofessuren. Die einzelnen Initiativen aus den Fakultäten sollten der Universitätsleitung bekannt sein, damit Partner und Förderer auch an dieser Stelle anerkannt werden können. Eine zentrale Rolle wird auch der Humboldt-Universitäts-Gesellschaft zukommen, deren neuer Vorsitzender, Herr Professor Hartwig Piepenbrock, sich sehr erfolgversprechend für eine public-private partnership einsetzt. Die Entwicklung von neuen Veranstaltungsformen zwischen Universität und Öffentlichkeit sind für die Universitäts-Gesellschaft eine Priorität. Wir werden uns zunehmend auf diese neuen Netzwerke stützen, um mit Synergieeffekten an die Öffentlichkeit und an potentielle neue Freunde und Sponsoren heranzutreten. Unser Ziel ist es, die Präsenz der Universität in lokalen, regionalen, internationalen Medien hochzufahren und die Anzahl der Zeitungsberichte über die Humboldt-Universität zu steigern. Und das Echo beginnt bereits: es ist attraktiv geworden, an der Humboldt-Universität als deutscher oder ausländischer Politiker vorzutragen oder die wissenschaftliche Jahrestagung durchzuführen. Wir bieten an einem einmaligen Standort ein von der Presse und Öffentlichkeit gut beachtetes Forum. Daraus ergibt sich, dass wir auch für Partner aus der privaten Wirtschaft zunehmend an Bedeutung gewinnen können, wenn wir dieses einmalige ?Fenster? rasch nutzen; wir haben die Chance, selbst zu agieren, d.h. unsere Kooperationen bewusst zu steuern, wohlwissend um unsere »Wunderkammern des Wissens«.

In 2001 lautet die einladende Losung: Auf zur freien Partnerwahl!

 TITELBILD: 4/2000

Prof. Dr. Anne-Barbara Ischinger
Vizepräsidentin für Internationales und Öffentlichkeitsarbeit der Humboldt-Universität zu Berlin