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Humboldt-Universität zu Berlin

Humboldt-Spektrum 3-4/2001

Editorial

2001 - Das Jahr der
Lebenswissenschaften

Diese Ausgabe des Forschungsmagazins humboldt spektrum ist eine Schwerpunktausgabe zum Jahr der Lebenswissenschaften. Es erscheint rechtzeitig zum Beginn des Berliner Wissenschaftssommers, der für alle Interessierten vielfältige Angebote bereit hält. Die zahlreichen wissenschaftlichen Einrichtungen Berlins, natürlich auch gerade die Hochschulen, präsentieren z.B. im »Schaufenster der Wissenschaft« oder in der »Langen Nacht der Wissenschaften« ihre aktuellen Forschungsprojekte hautnah und - zumindest meistens - zum Anfassen. Das Spektrum der Themen ist dabei so vielschichtig wie die Beiträge in diesem Heft. Und bei jedem einzelnen Projekt werden Sie selbst erfahren können, wie aktuell und wie wichtig es ist, die Wissenschaftsdisziplinen auch in ihrem Zusammenwirken zu betrachten. Die Medizin existiert nun einmal nicht ohne Biologie, Physik und Chemie. Die Soziologen bereichern die Psychologen, Geographen und Politikwissenschaftler und natürlich auch umgekehrt. Nicht zuletzt aus diesem Grund ist der Begriff der Lebenswissenschaften, so allgemein er auch klingt, sehr konkret. Geht es doch darum, bei der Weiterentwicklung der Wissenschaften auch die Entwicklung des Menschen, seine Bedürfnisse, seine Ängste, natürlich auch seine Gesundheit und seine Zukunftsperspektive nicht aus den Augen zu verlieren.


Die Humboldt-Universität leistet in diesem Zusammenhang auch über Berlin hinaus hervorragende Entwicklungsarbeit. Unser Forschungsprofil ist geprägt durch die Grundlagenforschung, eine auf soziale und ökologische Fragen ausgerichtete sowie eine an einer wirtschaftlichen Verwertbarkeit orientierte Forschung. Von der Qualität zeugen nicht zuletzt über 155 Millionen DM, die die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Jahr 2000 außerhalb der Universität eingeworben haben. Dazu kommen neue Formen der Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Disziplinen. Interdisziplinarität erfährt hier auch institutionelle Unterstützung, z.B. durch das Hermann von Helmholtz-Zentrum für Kulturtechnik, das u.a. die Ausstellung »Theatrum Naturae et Artis - Theater der Natur und Kunst« Anfang des Jahres im Berliner Martin Gropiusbau betreute und damit das Zusammenwirken der Wissenschaften im wahrsten Sinne des Wortes veranschaulichte. Oder in unserer ersten International Humboldt Graduate School für Materialwissenschaften, in der Institute der Humboldt-Universität gemeinsam mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen am Standort Adlershof dem wissenschaftlichen Nachwuchs ein interdisziplinär angelegtes Programm bieten.


Dass die Wissenschaft in Berlin ein enormes Leistungspotenzial aufzuweisen hat, scheint auch in der Öffentlichkeit unstrittig. Umso ärgerlicher ist es, wenn gerade an dieser Stelle immer wieder neuerliche finanzielle Kürzungen angekündigt werden. Jüngstes Beispiel sind die mit den nun unterzeichneten Hochschulverträgen verbundenen Einsparsummen von 145 Mio. DM in der Hochschulmedizin bis 2005. Die Charité, Medizinische Fakultät und integraler Bestandteil unserer Universität, ist davon mit etwa 80 % am stärksten betroffen. Eine Expertenkommission soll nun dafür wenigstens realisierbare Konzepte entwickeln. Angesichts dieser dramatischen Entwicklung ist es für uns besonders wichtig, unsere Ergebnisse in der Öffentlichkeit anschaulich zu präsentieren und damit Rechenschaft abzulegen über die Verwendung öffentlicher Mittel, die aus unserer Sicht in den Hochschulen gut angelegt sind - als Investitionen in unsere Zukunft. Überzeugen Sie sich davon!

 TITELBILD: 3-4/2001

Prof. Dr. Jürgen Mlynek
Präsident der Humboldt-Universität zu Berlin