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Er schwimmt auf der Erfolgswelle

Der querschnittsgelähmte Student Thomas Grimm ist Weltklasse-Schwimmer und bereitet sich auf die Paralympics in Peking vor

Seine Charaktereigenschaften beschreibt man mit: ehrgeizig, kämpferisch, willensstark. Sein sportlicher Werdegang ist grandios und verlangt allen Respekt. Thomas Grimm, Student an der Humboldt-Universität, gehört zu den Spitzensportlern, die sich neben ihrer akademischen Ausbildung erfolgreich ihrer sportlichen Karriere widmen. Derzeit bereitet er sich intensiv auf einen der bedeutendsten Höhepunkte in seiner sportlichen Laufbahn vor: die Paralympics 2008 in Peking.

Thomas Grimm ist Weltklasseschwimmer und Rollstuhlfahrer. Er gehört zum Team der cirka 20 Berliner Behindertensportler, die im Anschluss an die Olympischen Spiele um sportliche Lorbeeren kämpfen werden.

Im Visier hat der 33Jährige eine Medaille auf seiner Spezialstrecke 100 Meter Brustschwimmen und bestmögliche Zeiten in 400 Meter Freistil sowie 200 Meter Lagen. Seine bisherige Erfolgsbilanz ist einmalig: Teilnahme an drei Weltmeisterschaften, drei Europameisterschaften und drei Paralympics. Sein Medaillenspiegel ist bewundernswert: ein Mal Gold, vier Mal Silber, acht Mal Bronze, zwei Mal vierter und ein Mal fünfter Platz sowie unzählige Deutsche Meistertitel. Bei den German Open 2007 schwamm er außerdem Weltrekord über 50 Meter Brust. Es ist erstaunlich, solche Spitzenleistungen über 13 Jahre zu halten und erscheint noch bewundernswerter, wenn man den Lebensweg von Thomas Grimm verfolgt.

Dem damals Zwölfjährigen musste nach einer Rückenmarksentzündung operativ ein Tumor entfernt werden, was eine Querschnittslähmung zur Folge hatte. Der Verzweiflung ließ er aber keine Chance, neben dem Besuch einer Behindertenschule in Leipzig widmete Thomas Grimm seine Freizeit dem Schwimmsport. Ehrgeizig erlernte er den Beruf eines Bauzeichners, machte den IHK-Abschluss, besuchte die Fachoberschule, um auf dem Abendgymnasium in Berlin das Abitur nachzuholen. Er begann am Institut für Rehabilitationswissenschaften der Humboldt-Universität die Fachrichtungen Verhaltensgestörte und Körperbehinderte Pädagogik mit dem Ziel zu studieren, später behinderte Kinder und Jugendliche frühzeitig zu fördern. Trotz seines hohen zeitlichen Engagements im Sport hat Thomas Grimm 2006 sein Vordiplom mit „gut“ abgeschlossen und möchte nach der Teilnahme an den Paralympics im Sommer 2009 sein Studium noch fast im Rahmen der Regelstudienzeit beenden.

Eine erfolgreiche Teilnahme an seinen vierten Paralympics in Peking und ein Platz auf dem Siegerpodest wäre der verdiente Abschluss seiner sportlichen Laufbahn. Thomas Grimm ist der beste Beweis für eine praktikable und erfolgreiche duale Karriere an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Gerlinde Radde