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Kunst auf dem Forumsplatz

Das Kunstwerk „Kopfbewegung – heads, shifting“ auf dem Campus Adlershof

Seit einigen Wochen ist der Campus Adlershof um ein Kunstwerk reicher: Zwei identische, androgyne Köpfe überragen auf fünf Meter hohen Stelen den kurz vor der Vollendung stehenden Forumsplatz und scheinen das Gelände nachdenklich zu überblicken. Sie strahlen Präsenz und dennoch Distanziertheit aus. Sie sind in Bewegung: Langsam verändern sie ihren Ausdruck, ihre Position zueinander und auch ihre Ausrichtung auf das Umfeld. Die Veränderungen werden durch Rotation der beiden in horizontale Schnitte zergliederten Köpfe hervorgerufen. Gelegentlich lösen sich die Köpfe in ihrer Form auf und werden zu plastischen Gebilden, deren Oberflächen nur noch als abstrakte Strukturen wahrgenommen werden können, um anschließend in ihre Ausgangsposition zurück zu finden. Die vorbeigehende Betrachterin hält unwillkürlich inne und sinniert über das Paar: Wer begegnet sich hier? Was geht zwischen den beiden vor? „Kopfbewegung – heads, shifting“ ist ein Projekt der in Berlin lebenden Künstlerinnen Josefine Günschel und Margund Smolka. Es wurde aus Mitteln für Kunst am Bau im Rahmen der Neubauvorhaben für die HU in Adlershof finanziert. Die Arbeit war bereits 2004 in einem von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur ausgelobten Wettbewerb unter sieben eingereichten Projekten zur Realisierung empfohlen worden. Verzögerungen beim Bau des Forumsplatzes haben dazu geführt, dass das Kunstwerk erst nach mehrjähriger Verzögerung errichtet werden konnte. Für die beiden Künstlerinnen sind Denken, Forschen, Kombinieren, Offenheit und die Fähigkeit, den Blickwinkel zu ändern, zeitlose Charakteristika der Universität, die sie mit ihrem Kunstwerk symbolisieren möchten. Die Kommunikation auf dem Campus findet eine Analogie in den vielfältigen Dialogpositionen der Köpfe: Voneinander abgewandt und scheinbar meditativ in sich gekehrt, einander zugewandt und aufeinander bezogen, in Bewegung oder auch aufgelöst, sollen die Köpfe Zustände und Prozesse verbildlichen, die sich sowohl auf die Beziehungen der Menschen untereinander als auch auf die für das Forschen, Entdecken und Lernen notwendigen geistigen Kräfte beziehen lassen. Die Künstlerinnen greifen mit ihrer Arbeit den in der Wettbewerbsauslobung formulierten Wunsch auf, einen Beitrag zur Identitätsbildung und Aufenthaltsqualität im Campus Adlershof zu leisten und gleichzeitig auf den historischen Standort der Humboldt-Universität in Mitte zu verweisen. Am 18. Juli soll das Kunstwerk anlässlich der Fertigstellung des Platzes in feierlichem Rahmen gewürdigt werden.

Petra Franz

www.adlershof.hu-berlin.de/standort/koepfe