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Freiwillige Aktivitäten fördern

Forschungszentrum für Bürgerschaftliches Engagement an der HU

Mit dem Wechsel von Sebastian Braun von der Universität Paderborn ist auch das "Forschungszentrum für Bürgerschaftliches Engagement" im März an die Humboldt-Universität zu Berlin übergegangen.

Bürgerschaftliches Engagement - dieser Begriff steht für ein sich wandelndes Staats- und Gesellschaftsverständnis in Deutschland. Individuelles und unternehmerisches Engagement in der Gesellschaft sollen die Herausforderungen des sozialen, ökonomischen, politischen und ökologischen Wandels nachhaltig lösen. "Es geht um die Zukunft von Demokratie und Wohlfahrt in unserer Gesellschaft", erklärt Professor Braun. Dazu könnten Individuen und Organisationen einen nachhaltigen Beitrag leisten; aber auch Staat und Politik seien gefordert, die Rahmenbedingungen für nachhaltige Engagementstrukturen zu schaffen, erläutert der Soziologe und Sportwissenschaftler.

Bürgerschaftliches Engagement sei kein Ausfallbürge für fehlende staatliche Leistungen, so der gebürtige Berliner. Es sei ein bedeutender Ko-Produzent öffentlicher Leistungen, von Bildungsangeboten über Integrationsmaßnahmen und Stadtentwicklung bis zu Freizeit- und Sportangeboten. "Es ist erstaunlich, welche bedeutsamen Güter und Dienste durch engagierte Personen und Unternehmen gerade auch in der ausgeprägten deutschen Sozialstaatstradition erbracht werden", betont Braun. Auch die Engagierten hätten viel davon. "Der Einzelne kann zum Beispiel Schlüsselqualifikationen entwickeln, und Unternehmen können ihr Image aufbessern", sagt Braun, der in jungen Jahren mit Hertha 03 Berlin Deutscher Fußball-Meister der B- und A-Jugendlichen wurde.

Die Idee, einen interdisziplinären Forschungsschwerpunkt zum Thema bürgerschaftliches Engagement aufzubauen, hat er aus seinen akademischen Auslandsjahren mitgebracht. "In den USA oder Großbritannien ist das Thema wesentlich prominenter in der akademischen Welt verankert", erläutert Braun, der im Emmy Noether-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) an Spitzeneinrichtungen in Großbritannien und Frankreich forschte.

Auch in Deutschland läuft das Geschäft mit dem Bürgerengagement mittlerweile auf Hochtouren: Einerseits werden freiwillige gesellschaftliche Aktivitäten der Bürgerinnen und Bürger in Vereinen, Projekten und Initiativen ebenso wie in staatlichen Einrichtungen wiederentdeckt, nachdem sie lange Zeit unter dem Begriff des "Ehrenamts" als überholt abgetan wurden. Andererseits gewinnt das freiwillige gesellschaftliche Engagement von Wirtschaftsunternehmen im Sinne einer freiwilligen Verantwortungsübernahme für gesellschaftliche Aufgaben an Bedeutung.

Brauns zehnköpfiges Wissenschaftlerteam forscht, berät, und gibt öffentliche Impulse zu Fragen des freiwilligen gesellschaftlichen Engagements von Personen und Organisationen auf kommunaler, nationaler und internationaler Ebene. Auf diese Weise wird der Wissenstransfer und Dialog zwischen Wissenschaft, Politik, Non-Profit-Organisationen, Unternehmen und staatlichen Einrichtungen gefördert. Die Forschungsarbeiten und anwendungsorientierten Studien des Forschungszentrums werden von der DFG, der EU, Ministerien, Wirtschaftsunternehmen, Nonprofit-Organisationen und Stiftungen finanziell gefördert.

www.For-BE.de