Direkt zum InhaltDirekt zur SucheDirekt zur Navigation
▼ Zielgruppen ▼

Presseportal

Neue Ideen für die Humboldt-Universität im 21. Jahrhundert

Brücken in Richtung Wirtschaft und Gesellschaft bauen

Die Humboldt-Universität steht mit ihren Namensgebern Alexander und Wilhelm von Humboldt für neue Bildungskonzepte und grenzüberschreitende Wissenschaft. Und sie steht mit 29 Nobelpreisträgern unter ihren einstigen Professoren für exzellente Forschung. Aber die Universität ist auch in die dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte verstrickt: 1933 riefen Studierende und Lehrende nicht nur dazu auf Bücher zu verbrennen; sie selbst warfen Werke von Autoren, die nicht in die NS-Ideologie passten, in die Flammen. Als nach dem 2. Weltkrieg der Universitätsbetrieb wieder aufgenommen wurde, gewann die kommunistische Ideologie der SED zunehmend an Einfluss – bis zur Wiedervereinigung Deutschlands, als die Humboldt-Universität Anfang der 1990er Jahre neu startete: inhaltlich wie strukturell.

Mit ihrem historischen Erbe geht die Universität aus meiner Sicht verantwortungsvoll um. Davon zeugt auch die Umgestaltung des Foyers im Hauptgebäude – ein Vorhaben, das die Humboldt-UniversitätsGesellschaft (HUG) nicht nur finanziell unterstützt, sondern auch inhaltlich begleitet hat. Die Künstlerin Ceal Floyer hat hier einen Rahmen für das viel zitierte und ebenso umstrittene Zitat von Karl Marx geschaffen, das 1953 in Goldlettern im Treppenaufgang angebracht wurde: „Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert, es kommt aber darauf an, sie zu verändern.“ Ihr auf den ersten Blick ganz gewöhnlich erscheinender Hinweis „Vorsicht Stufe“ fordert Betrachter auf, die Worte von Marx nicht einfach hinzunehmen, nicht voreilig darüber zu urteilen und sie nicht zu instrumentalisieren. Ceal Floyer schafft es, die Verantwortung für die Interpretation des Zitats auf den Betrachter zu übertragen – behutsam, spielerisch und mit einem ironischen Unterton.

Mit der Einweihung des neu gestalteten Foyers im Oktober 2009 hat die Humboldt-Universität zugleich ihr Jubiläumsjahr eingeläutet. Die Universität feiert die Gründung vor 200 Jahren und entwickelt Ideen dafür, wie der Weg zukünftig aussehen könnte. Das Zukunftskonzept sieht vor, die Gründungsideen Wilhelm von Humboldts mit den aktuellen Anforderungen an eine Universität des 21. Jahrhunderts zu verbinden. Der Weg in die Liga der besten Universitäten der Welt ist noch weit und kann nur in Etappen gemeistert werden. Aber langfristige Ziele zu formulieren, ist wichtig, sie geben die Richtung vor.

Aufgabe der HUG ist es, die Humboldt Universität auf diesem Weg zu unterstützen. Dabei versteht sich die HUG als Gesprächspartner: In diesen Dialog bringen die Mitglieder der HUG Erfahrungen, Expertise und einen frischen Blick von außen ein. Sie können für die Universität Brücken in Richtung Wirtschaft und Gesellschaft bauen. Jetzt gilt es, diesen Unterstützerkreis zu erweitern. Es gibt außerhalb der Humboldt-Universität viele Bürger, aber auch Unternehmen und Institutionen, die wir dafür gewinnen können, Verantwortung für die weitere Entwicklung der Humboldt Universität zu übernehmen – mit Spenden, aber auch durch persönlichen Einsatz und engagierte Mitarbeit.

Wenn wir die Welt außerhalb der Universität für die Belange der Humboldt-Universität interessieren wollen, müssen wir in der Öffentlichkeit präsent sein. Die HUG hat deshalb ein ganzes Bündel an Maßnahmen beschlossen. Ziel ist es, einerseits die Kommunikation mit den Mitgliedern zu verbessern und andererseits diejenigen zu erreichen, die wir als neue Mitglieder und Förderer gewinnen wollen. Dafür wurde das Werbematerial der HUG grafisch und textlich überarbeitet, ein regelmäßiger Mitglieder-Newsletter und ein erweiterter Internetauftritt informieren über die zahlreichen Aktivitäten und über den Nutzen der Mitgliedschaft. Außerdem laden die Internetseiten dazu ein, mitzudiskutieren und sich inhaltlich einzubringen.

Eines ist also bereits geschafft: Man kann die Humboldt-Universitäts-Gesellschaft durch den neu gestalteten öffentlichen Auftritt ab sofort schneller finden, aber auch besser kennenlernen. So kann das Jubiläumsjahr mit seinen vielen Veranstaltungen genutzt werden, um die HUG über den Kreis der Universität hinaus bekannt zu machen. Das Jubiläum wird der Universität und der HUG einen Schub geben. Den wollen wir nutzen, um Fahrt aufzunehmen – auf dem Weg mit der Universität an die Spitze.

Nikolaus Breuel