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Humboldt-Universität zu Berlin | Presseportal | Informationen für Medien | Publikationen | HUMBOLDT | 2009/2010 | Ausgabe 3 | Titelseite | Software, Wahrnehmung und Muskelerkrankungen erforschen

Software, Wahrnehmung und Muskelerkrankungen erforschen

Zuschlag für drei neue DFG-geförderte Graduiertenkollegs
Wissenschaftler wollen ein neues theoretisches Rahmenwerk zur Untersuchung neuronaler Informationsverarbeitung entwickeln.

Wissenschaftler wollen ein neues theoretisches Rahmenwerk zur Untersuchung neuronaler Informationsverarbeitung entwickeln.
Foto: Heike Zappe

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Einrichtung von elf ­weiteren Graduiertenkollegs beschlossen. In ihnen können Doktorandinnen und Doktoranden in einem strukturierten Forschungs- und Qualifizierungs­programm auf hohem fachlichem Niveau promovieren. Die Zahl der durch die DFG geförderten Graduiertenkollegs an der Humboldt-Universität ist um drei gestiegen. Somit ist die Universität bei 13 Graduiertenkollegs Sprecherhochschule; an acht weiteren ist sie beteiligt.

Bei dem Kolleg „Soamed – Service-orien­tierte Architekturen zur Integration Software-gestützter Prozesse am Beispiel des Gesundheitswesens und der Medizintechnik“ geht es um moderne Software, bei der nicht das Rechnen, sondern die Kommunikation im Vordergrund steht. „Solche Software organisiert die Kommunikation zwischen Partnern, beispielsweise menschlichen Nutzern, technischen Geräten und Datenbeständen. Jeder beteiligte Partner bietet oder nutzt einen Service, weshalb solche Software auch als Service-orientiert bezeichnet wird“, erklärt HU-Informatikprofessor Wolfgang Reisig, der Sprecher des neuen Kollegs ist.

Für Service-orientierte Software stellen sich grundlegende Fragen, beispiels­weise: Welche Services kommunizieren gut miteinander und welche Dienste können an Stelle eines gegebenen Service verwendet werden? Die Probleme reichen von sehr grundlegenden, theoretischen Fragestellungen bis hin zur Realisierung auf Computern und zur Verwendung in der Praxis.

Die Ergebnisse dieser Forschung sind besonders gut im Gesundheitswesen und in der Medizintechnik anwendbar, angefangen bei technischen Geräten bis zur Organisation von Behandlungs- und Pflegemaßnahmen. Aus diesem Grund werden die Doktoranden auch mit Forschern aus der ärztlichen Praxis der Charité zusammenarbeiten.

„Viele Geräte und Systeme arbeiten zurzeit oft noch unabhängig voneinander; ihre Vernetzung soll helfen, Effizienz zu steigern und Kosten zu senken“, verdeutlicht Reisig. Am Graduiertenkolleg sind neben der HU und der Charité – Universitätsmedizin Berlin auch die Technische Universität Berlin und das Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik an der Universität Potsdam beteiligt.

Die krank machenden Mechanismen von Skelettmuskelerkrankungen nimmt das internationale Graduiertenkolleg „MyoGrad“ ins Visier. Die Charité, die Humboldt-Universität und die Freie Universität wollen darin gemeinsam mit Forschern der Université de Paris VI die molekularen Ursachen für Muskelschwund und Muskelschwäche genauer erforschen und die Forschungsergebnisse für die klinische Anwendung nutzbar machen.

Beteiligt ist die HU ferner am Graduiertenkolleg „Verarbeitung sensorischer Informationen in neuronalen Systemen“ in Sprecherschaft der TU. Hier sollen Konzepte und Methoden aus den Forschungsgebieten maschinelles Lernen, theoretische Neurobiologie und Systemneurobiologie kombiniert werden, um neuronale Informationsverarbeitung im Zusammenhang mit Wahrnehmungsprozessen zu untersuchen.