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Grimms (Bibliotheks-)Märchen

Ein internationales Intensivprogramm

Das Jacob-und-Wilhem-Grimm-Zentrum erstrahlt nun seit einigen Wochen als Neubau für die Zentralbibliothek der ­Humboldt-Universität. Die historisch eher seltene Situation eines Bibliotheksneubaus mit der gleichzeitigen Umgestaltung einer klassischen Magazinbibliothek des 19. Jahrhunderts zu einer modernen Freihandbibliothek nahmen Studierende und Lehrende der Bibliotheks- und Informationswissenschaft aus fünf europäischen Ländern zum Anlass und führten ein dreiwöchiges Intensivprogramm zum Thema Bibliotheksneubau durch; es wurde durch das Erasmus-Programm gefördert.

Am Projekt „Das Grimm-Zentrum – (k)ein Bibliotheksmärchen“ nahmen Studierende aus Berlin und dem Ausland sowie Dozenten aus osteuropäischen Ländern teil. Geleitet wurde das Programm von Katha­rina Tollkühn aus der Universitätsbibliothek und Gertrud Pannier vom Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft.

Vorträge, Workshops, studentische Präsentationen, praktische Tätigkeiten im Grimm-Zentrum und Exkursionen gaben dem Ganzen einen vielseitigen Charakter. Die Vermittlung von Informationskompetenz, die Serviceorientierung moderner ­bibliothekarischer Dienstleistungen und die Anwendungen verschiedener Klassi­fikationen standen ebenso im Lehrplan wie die lebhafte Diskussion über bestehende und geplante Bibliotheksneubauten in Europa. Ergänzt wurden sie durch Berichte der nationalen Teams von den Umsetzungen im jeweiligen Heimatland. Nach den Vorträgen und Workshops halfen die Studierenden den Bibliotheksmitarbeitern bei der Grob- und Feinsortierung des rund zwei Millionen Bände zählenden Freihandbestandes der Zentralbibliothek.

In Anwesenheit des Vize­präsidenten für Studium und Internationales sowie des Bibliotheksdirektors wurden den Studierenden nach dreiwöchiger praxisbezogener Bibliotheksarbeit die Abschiedsurkunden überreicht.

Der internationale Charakter mit den sehr heterogenen Ansichten, Interessen, Erfahrungen und Mentalitäten der Teilnehmer war wohl das Einprägsamste für alle. Leider gibt es bislang noch zu wenig studienbegleitende Projekte in dieser Form. Besonders durch die Internationalität war es nicht nur ein Intensivprogramm zum Neubau der Universitätsbibliothek, sondern auch ein Intensivsprachkurs in Englisch, gemischt mit den Sprachen der beteiligten Nationalitäten.

Die Nachhaltigkeit dieses europäischen Bildungsprogramms mit dem Fokus auf Bibliotheksneubau wird in den folgenden Jahren durch Projekte in Wien und Vilnius gewährleistet sein, da dort ebenfalls neue Bibliotheksgebäude entstehen. Eine Projektpublikation und -evaluierung des ersten in Berlin durchgeführten Intensivprogramms soll die Grundlage für weitere, mindestens genauso lohnende Vorhaben in den anderen Ländern bilden. Eine solche erfolgreiche internationale Zusammenarbeit wäre sicherlich ganz im Sinne der Brüder Grimm.

Aline Hötzeldt und Jana Rumler

www.ibi.hu-berlin.de/ipbib