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Auf schnellen Rollen

Wie Jana Gegner Spitzensport und Studium meistert

Inline-Speed-Skating, eine noch junge, aus dem volkstümlichen Rollschuhlaufen hervorgegangene Sportart, findet bisher wenig Beachtung in der breiten Öffentlichkeit, obwohl sie im Wettkampf vielfältig und anspruchsvoll ist. Wir befragten dazu Jana Gegner, eine der erfolgreichsten Skaterinnen und seit diesem Wintersemester außerdem Studentin an der Humboldt-Universität.

Jana Gegner, Jahrgang 1985, konnte nach einer Probestunde nicht mehr vom Inline-Skating lassen.

Jana Gegner, Jahrgang 1985, konnte nach einer Probestunde nicht mehr vom Inline-Skating lassen.
Foto: Gerhard Schwierz

Jana, zunächst meinen herzlichsten Glückwunsch  zu einem sehr erfolgreichen Jahr 2009 – Weltmeisterin und jeweils Bronze beim Welt Cup und bei den World Games.

Vielen Dank, ja, die World Games sind für uns so etwas wie die Olympischen Spiele der nicht olympischen Sportarten und Höhepunkt in unserer leistungssportlichen Laufbahn.

Wir waren erstaunt, wie viel Disziplinen es in dieser Sportart gibt, allein abzulesen an deiner erfolgreichen Bilanz. Wie erreicht man sowohl auf der Kurzstrecke als auch beim 42-Kilometer-Marathon solche Erfolge?

Unser Training ist im Sprint- und Ausdauerbereich sehr umfangreich und vielfältig. Außerdem laufen wir auf Straße und Bahn, das erfordert unterschiedliche technische und taktische Fähigkeiten. Aber gerade diese Abwechslung macht auch den Reiz unserer Sportart aus.

Was ist für dich die größere Herausforderung?

Unsere Wettkämpfe sind unterteilt in Einzelstrecken verschiedener Längen, Staffel- und Marathonwettkämpfe. Die Sprintstrecken verlangen die größte Konzentration, man darf sich keine Unachtsamkeit erlauben.

Wie kommt man dazu, eine doch weniger populäre Sportart leistungsmäßig zu be­treiben?

Eigentlich begann ich zunächst mit dem Geräteturnen in Dessau, habe dann an einer Schnupperstunde Rollschuhlauf teilgenommen, Spaß daran gefunden und bin seit 1994 den Rollen treu geblieben. 2000 wechselte ich zum SCC Berlin.

Du wurdest 2006 „Skaterin des Jahres“ und als „aufkommender Star“ betitelt und bei der Wahl zur Berliner Sportlerin des Jahres 2009 hast du einen beachtlich achten Platz belegt. Belastet dich die Favoritenrolle?

Eigentlich nicht, ich gehe nie in einen Wettkampf, ohne vorher mein Material kontrolliert und das Rennen im Kopf durchgegangen zu sein.

Beim World-Inline-Cup läufst du in einem internationalen Team?

Ja, da gibt es jeweils einen Teamleader, beim letzten Cup war es eine Kolumbianerin, für den dann gelaufen wird. Somit richtet man seine Taktik nicht auf den Einzelsieg, sondern ganz auf die Bestplatzierung des Teams aus.

Inline-Skating ist eine Sommersportart, wie hält man sich über den Winter fit?

Ich mache zum Ausgleich beispielsweise Eisschnelllauf und verstärkt Kraft- und Sprungtraining.

Dein Sportverband hatte die Aufnahme in den Kanon der Olympischen Spiele beantragt. Das IOC hat sich leider dagegen entschieden.

Ja, obwohl wir eine sehr dynamische und an Popularität gewinnende Sportart sind, hat das Komitee Golf den Vorzug gegeben. Dabei spielten wohl der Bekanntheitsgrad und die finanzielle Ausstattung eine Rolle.

Du studierst Sport und Grundschulpädagogik, wie gelang dir trotz Leistungssport der Einstieg ins Studium?

Besser als gedacht! In Absprache mit dem für Spitzensport zuständigen Mentor, Herrn Wedekind von der Grundschulpädagogik, kann ich alles gut vereinbaren. Sicher ist bei etwa 20 Stunden Training plus Studium und Wettkämpfen, oft auch im Ausland, die Woche mehr als ausgelastet, aber mit guter Organisation klappt es.

Was sind deine sportlichen und die das Studium betreffenden Ziele für 2010?

Im Studium möchte ich möglichst in der Regelstudienzeit bleiben und im Sport natürlich eine Medaille bei der EM und die Qualifikation für die WM erreichen.

Dazu wünschen wir viel Glück und Erfolg.

Das Gespräch führte Dr. Gerlinde Radde, Spitzensportbeauftragte HU


Jana Gegners Erfolge als Inline-Speed-Skaterin:

2006

EM: Bronze im 10.000m-Punkterennen (Straße)
WM: Bronze im 42 km Marathon (Straße)

2007
World Cup: Gold (Straße)
2008
WM: Gold im 3.000m-Staffellauf (Bahn)

World Cup: Gold (Straße)

2009
WM: Gold im 5.000m-Staffellauf

World Cup: Bronze in Gesamtwertung
World Games: Bronze im 10.000m- Rennen (Bahn)