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Herausfinden, wo der Schuh drückt

Jürg Kramer bilanziert seine Sprecherschaft an der Berlin Mathematical School

Nein, viel mehr Zeit werde er nicht haben, meint Jürg Kramer. Denn auch wenn er die Sprecherschaft der Berlin Mathematical School (BMS) zum 1. Juli an den FU-Mathematiker Konrad Polthier abgegeben hat, viele Aufgaben rund um die Exzellenz-Graduiertenschule werden ihn auch als stellvertretenden Sprecher weiterhin beschäftigen.

Das „Pflänzchen“, das er damals übernahm, muss regelmäßig gepflegt werden. „Ein solches Projekt ist kein Selbstläufer, und mit einem erfolgreichen Antrag in der Exzellenzinitiative ist nicht alles getan“, erklärt der Mathematiker. „Wir haben damals, als wir den Antrag schrieben, vorausschauend gearbeitet, aber viele Detailprobleme zeigen sich erst bei der praktischen Arbeit und diese gilt es dann nach und nach zu klären.“

So musste die Ausbildung über drei unterschiedliche mathematische Institute an drei verschiedenen „Ecken“ der Stadt so organisiert werden, dass sie für die Studierenden gut zu handhaben ist. Die Regelung, an drei unterschiedlichen Tagen an jeweils einer der drei Universitäten Lehre für die Studierenden anzubieten, habe sich im Alltag bewährt.

Auch die Tücken des Systems zeigten sich schnell in der Praxis. So ist die Idee, dass die Absolventen der Phase I, in Anlehnung an das US-Graduiertensystem, keinen Master machen müssen und nach einer umfassenden mündlichen Prüfung gleich in Phase II, die Doktorandenphase, übergehen, sicherlich für die meisten von großem Vorteil. Doch was, wenn jemand nach der ersten Phase aufhören oder die Uni wechseln möchte? Oder einen Job als Mitarbeiter der Universität übernehmen möchte und finanzielle Nachteile in Kauf nehmen muss, weil er ja „nur“ den Bachelor hat. „Wir haben im Rahmen des neu etablierten Masterstudiengangs ,Mathematik‘ eine Regelung gefunden, dass die BMS-Studierenden auf dem Weg zur Promotion einen Master erwerben können. Somit können wir an dem Fast Track-Konzept festhalten.“

Eine von Kramers Hauptaufgaben in diesen drei Jahren war das Kommunizieren. Nicht nur mit seinen Kollegen in der BMS und Mitarbeitern der Verwaltung, sondern natürlich auch mit den Studierenden ist er regelmäßig in Kontakt getreten, um herauszufinden, „wo der Schuh drückt“. So stellte sich schnell in den Gesprächen heraus, dass die mittlerweile sehr beliebten BMS-Fridays in der Urania anfangs von den Studierenden nicht durchwegs gut angenommen wurden. Die Vorträge von internationalen und nationalen Mathematikern rund um große Zusammenhänge und neuste Entwicklungen in der Mathematik waren zum Teil zu kompliziert! Mittlerweile werden die Vorträge vor- und nachbereitet, damit die Studierenden davon profitieren können.

„Wir schauen auch, wie sich das Verhältnis zwischen Doktoranden und Doktorvätern gestaltet“, berichtet Kramer. „Insgesamt ist die Stimmung sehr gut und der Zusammenhalt unter den Studierenden groß.“ Dazu trägt letztendlich auch die Geschäftsstelle der BMS bei, die sich um alle „bürokratischen“ Belange der BMS-Studierenden kümmert. Die Mitarbeiter des One-Stop Office der BMS sind Anlaufstelle bei praktischen und administrativen Problemen, angefangen bei Angelegenheiten rund ums Visum über die Organisation von Sprachkursen bis zur Hilfe bei der Wohnungssuche.

Ljiljana Nikolic


Die BMS

Die Berlin Mathematical School (BMS) ist eine Initiative der mathematischen Institute der Humboldt-Universität, Freien Universität und der Technischen Universität. Zielgruppe sind Mathematikabsolventen mit Master- oder Bachelor-Abschluss, die in einem strukturierten und eng betreuten Programm promovieren wollen.

Das Studium ist zweiphasig. In Phase I, sie dauert drei bis vier Semester, erhalten die Studierenden eine breite mathematische Bildung in sieben Forschungsbereichen. In der Phase II findet die Spezialisierung statt. In der Regel forschen die Graduierten in einem der beiden Berliner mathematischen Graduiertenkollegs, in einer der beiden internationalen Berliner Max Planck Research Schools, dem DFG-Forschungszentrum Matheon oder dem Sonderforschungsbereich „Raum, Zeit, Materie“.Die Sprecherschaft der BMS wechselt alle zwei Jahre zwischen den drei Universitäten.

www.math-berlin.de