Direkt zum InhaltDirekt zur SucheDirekt zur Navigation
▼ Zielgruppen ▼

Presseportal

Wissen in Szene setzen

Noch vor wenigen Monaten war nicht daran zu denken, dass Berlin bald ein Humboldt-Forum haben könnte – ein Haus der Kunst, Kultur und Wissenschaft auf dem Schlossplatz. Doch jetzt hat dieses Vorhaben eine überraschende Entwicklung genommen. Bereits 2013 soll das Forum eröffnen. Was werden die Besucher in knapp sieben Jahren vorfinden? Wie wird sich die Humboldt-Uni am künftigen Ort des Wissens, der Information, der Begegnung und des Vergnügens präsentieren?

Bislang liegt lediglich eine „Massenplanung“ vor. Etwa neun Prozent des Gesamtkomplexes wird der 6000 Quadratmeter große HU-Anteil ausmachen – in einem attraktiven Teil rund um die Portale zum Lustgarten hin. Aber noch stehen einige Fragezeichen hinter dem Konzept. Sicher ist, dass die Sammlungen der Universität die Räume atmosphärisch bestimmen werden, sich dabei jedoch vom üblichen musealen Charakter abheben wollen. Großer Wert wird auf experimentelle Formen der Wissensinszenierung gelegt. „Unser Anliegen muss es sein, ein Programm zu bieten, das für den nicht Vorgebildeten von Interesse ist und den Experten nicht langweilt“, sagt Jochen Brüning, Geschäftsführender Direktor des Hermann von Helmholtz-Zentrums für Kulturtechnik der HU und einer der maßgeblichen Initiatoren dieses Projektes.

Im Humboldt-Forum soll auch geforscht werden. Gedacht ist an den Umzug des HU-Archivs. Seine vielfältigen Objekte – von Glasmodellen wirbelloser Meerestiere über Röntgenaufnahmen des menschlichen Sprechapparates bis zu Sprachaufnahmen berühmter Persönlichkeiten – und die kontinuierliche Arbeit daran könnten Forschungsleistungen authentisch vermitteln, auch in Workshops oder Wechselausstellungen. Dazu braucht es allerdings Personal, das solche Vermittlungstechniken kennt. Brüning sieht hier eine Herausforderung: „Die Wissenschaftler müssen noch dazulernen.“

Neue Wege der Präsentation ihrer Sammlungen hat die HU in zahlreichen Ausstellungen erfolgreich erprobt. Ein Vorbild für das Humboldt-Forum ist das Darwin Centre im Londoner Natural History Museum. Dort kann man Wissenschaftlern über die Schulter schauen und mit ihnen diskutieren – ein Publikumsmagnet. In Berlin setzen Mathematikprofessor Brüning und seine Mitstreiter auf die Eigendynamik des Projekts: „Wir müssen die Leute dazu bringen, mitzumachen. Das Reservoir der Sammlungen muss bearbeitet und entwickelt werden. Das schafft nur eine Universität!“

Dirk Maier

Informationen im Internet:
www.humboldt-forum.de
www2.hu-berlin.de/hzk/kabinette.php