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Berühmte Brüder auf der Brust

Eine Gruppe japanischer Touristen tummelt sich im Foyer des Hauptgebäudes der Humboldt-Uni. Das obligatorische Foto des Marx-Zitats wird gemacht und ein Blick auf die Porträts von Einstein und Co. im ersten Stock geworfen. Letzter Punkt des auf 13 Minuten getimten Besuchs ist der Kauf von Souvenirs. Spendabel sind sie dabei, erzählt Roman Kandler, Leiter des neuen „Humboldtstore“ im Hauptgebäude – oft gingen pro Person 20 Kugelschreiber als Geschenke für Arbeitskollegen über den Tisch.

Seit Januar betreibt die Humboldt-Innovation GmbH (HIG) den Verkaufsraum im Foyer des Hauptgebäudes. Dabei handelt es sich um eine Tochterfirma der Uni, da diese als öffentliche Institution keine Einnahmen aus Werbung erzielen darf. „Die Marke von 5000 verkauften T-Shirts im Jahr werden wir locker übertreffen“, sagt Kandler. Er muss es wissen, denn er begann vor sieben Jahren als Mitarbeiter des privaten „Humboldt-Ladens“, der schließen wird. 1994 eröffnet, war der Shop einer der ersten in Deutschland, der Merchandising-Produkte einer Universität verkaufte. Um die Gewinne aus dem Geschäft mit ihrem Namen besser nutzen zu können, entschied die HU im vergangenen Jahr, den Verkauf in eigene Hände zu nehmen. Die Gewinne sollen in Lehre und Forschung investiert werden. Das kann sich lohnen: Der Shop der Harvard-Universität in den USA macht eine halbe Million Euro Umsatz im Jahr.

Ganz so weit ist der „Humboldtstore“ noch nicht. Die Regale, in denen die auf Stoff gedruckten Köpfe von Wilhelm und Alexander von Humboldt liegen, teilen sich den Raum bis zum Ende des Sommersemesters mit der Information. Dann wird renoviert und die Verkaufsfläche vergrößert. Die Produkte mit den Humboldt-Brüdern wird es auch im Internet und in verschiedenen Souvenir-Läden in Berlin geben. Auch am Campus in Adlershof soll die Kollektion Käufer anziehen.

Neben der Basis-Ausstattung für Humboldt-Liebhaber, die T-Shirts, Kapuzenpullis, Polo-Hemden, Krawatten oder Kaffeetassen mit dem Siegel der Universität umfasst, wird es bald mehr Auswahl geben: Strampler, Lätzchen, Schlüsselanhänger, Briefbeschwerer und Taschen sollen bedruckt werden. Erstsemestern will Kandler ein günstiges Willkommenspaket anbieten. Dann wird man an der Uni vielleicht öfter Hemden oder Pullis mit Humboldt-Logo sehen – bis jetzt eher eine Seltenheit. Kandler dagegen sieht schon die Trendwende: „Die Studenten scheinen mehr und mehr stolz darauf zu sein, hier zu studieren. Das zeigt der Umsatz.“

Benjamin Reuter