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Warum wir Geisteswissenschaften studieren

Mit acht Jahren bin ich von Polen nach Deutschland gezogen und dadurch zweisprachig aufgewachsen. Nach der Schule wollte ich ein drittes Land und dessen Sprache kennen lernen und habe mich für Italien entschieden. Meine Studienfächer wählte ich, um mehr über den Ursprung und die Entwicklung der verschiedenen Sprachen zu erfahren. Gerade in der Indogermanistik lassen sich meine drei Sprachen gut miteinander verbinden. Ich betrachte ein geisteswissenschaftliches Studium nicht als „brotlose Kunst“. Mein Studium gibt mir einen voll bepackten Koffer, den ich später auspacken kann. Ich habe beispielsweise während eines zweisemestrigen Auslandsstudiums in Italien mit den Bewohnern einer Kleinstadt ein Musical inszeniert. Man muss eigene Ideen entwickeln und realisieren. Das gilt auch für die Zeit nach dem Studium.

Edyta Kopitzki, 25, studiert Indogermanistik und Italienisch an der HU.

Nach einem freiwilligen sozialen Jahr in Sri Lanka und einem Aufenthalt in Indien entstand mein Interesse an dieser Region. Ich war so beeindruckt, dass ich mehr über die kulturellen und sozialen Grundlagen und Konflikte dieser Gesellschaften erfahren wollte. So kam ich zum Studiengang „Geschichte und Gesellschaft Südasiens“, der in Deutschland nur an der HU angeboten wird. Momentan arbeite ich als studentischer Mitarbeiter für einen Bundestagsabgeordneten, dessen Themenschwerpunkt – darunter der pakistanisch-indische Dialog – sich mit meiner Studienausrichtung deckt. Dabei kann ich mein Fachwissen zu unterschiedlichen Fragen gut einbringen. Ob aber meine persönliche Berufsorientierung in diese Richtung geht, halte ich mir noch offen.

Stefan Tetzlaff, 24, studiert Geschichte und Gesellschaft Südasiens (HU), Politikwissenschaft und Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft (FU).

In meiner Kindheit und frühen Jugend war ich eher den Naturwissenschaften zugeneigt. Aber mit dem Wechsel in die Oberstufe vollzog sich bei mir ein Paradigmenwechsel. Ich belegte sämtliche geisteswissenschaftliche Fächer, die an der Schule angeboten wurden. Dieses neue Interesse manifestierte sich dann auch im Studium. Es war für mich klar, dass ich auf jeden Fall etwas Geisteswissenschaftliches studieren werde, was genau, war im Grunde sekundär. Berlin mit seinem faszinierenden historischen, kulturellen und politischen Background und die HU mit ihrem breiten Angebot gerade in Geschichte und Philosophie schienen mir nicht bloß damals reizvoll, sondern wären für mich auch heute wieder die erste Wahl.

Jonas Kreienbaum, 25, studiert Geschichte, Philosophie und Politikwissenschaften an der HU. Er ist studentischer Mitarbeiter am Lehrstuhl für Zeitgeschichte.

Ein naturwissenschaftliches Studium kam für mich nicht Frage. Da war ich nie richtig gut. An den Geisteswissenschaften mag ich, dass sie Strukturen und Systeme erklären, aber keine Lösungen festsetzten, sondern immer Spielraum für eigene Gedanken lassen. Generell habe ich Glauben schon immer als etwas sehr Persönliches empfunden, deshalb ist es für mich eine Herausforderung, im Theologiestudium Religion auch aus der wissenschaftlichen Perspektive zu betrachten. Nach meinem Schulabschluss habe ich an einer Schule gearbeitet. Ich will auch nach dem Studium mein Wissen weitergeben. Deswegen habe ich mich für das Lehramt entschieden. Ich könnte mir gut vorstellen, später im Ausland zu arbeiten und denke, dass ich mit einer Sprache und der Lehramtsoption ganz gute Chancen habe.

Melanie Möller, 21, studiert Theologie und Anglistik und engagiert sich in der Fachschaft Theologie an der HU.