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Humboldts Spuren folgen

Berg-Expedition sucht Teilnehmer

Den Chimborazo wollen sie besteigen, die 6310 Meter hinauf zum Gipfel. Peter Hegemann, Biophysiker an der Humboldt-Universität, und sein Kollege Franz Bartl, Biophysiker an der Charité, verfolgen zusammen ein ehrgeiziges Projekt. Die beiden sind Hobbybergsteiger und werden im kommenden Jahr auf den Spuren Alexander von Humboldts nach Ecuador reisen. Humboldt war der erste, der die waghalsige Besteigung wagte. „Wir wollen einige seiner Entdeckungen vor Ort nachvollziehen und hinweisen auf seinen Mut, echtes Neuland zu betreten – auch wenn es mit extremen Risiken und außerordentlichem geistigen und körperlichen Einsatz verbunden ist“, sagt Hegemann. Für das Unternehmen suchen sie noch Botaniker, Geographen, Südamerika-Kenner, Romanisten und weitere Interessierte der Universität.

Dass dies keine touristische Unternehmung ist, betonen die Biophysiker: „Alle Teilnehmer sind verantwortlich für sich, sie müssen eine gute Kondition haben, zehn Stunden am Tag laufen können, auch mit Steigeisen.“ Für die Tour sind derzeit drei Wochen geplant. Nach guter Akklimatisierung durch die Besteigung der beiden Gipfel Iliniza Norte (5126 m) und Cotopaxi (5897 m) wollen sie versuche, den „Humboldt-Vulkan“ Chimborazo zu erklimmen – vorausgesetzt Wetter und Gesundheit spielen mit. Auch Gletschergebiete werden sie passieren.

Die Würdigung des Forschungsreisenden Alexander von Humboldt im Jubiläumsjahr der Universität ist für Peter Hegemann von zentraler Bedeutung. Humboldt stellte in seinen Aufzeichnungen heraus, dass das Unternehmen, den Chimborazo zu besteigen, ein Versuch war. Denn der Ausgang war nicht gewiss. „Neben dem immensen finanziellen Aufwand zu damaliger Zeit war auch nicht sicher, dass er solch eine Reise überhaupt gesund überleben würde und nicht an Malaria oder Gelbfieber erkrankte oder ausgeraubt würde“, sagt Hegemann. Humboldt ist eine Route gegangen, die heute noch als schwierig gilt. Wie die Forscherarbeit insgesamt seinerzeit abgelaufen sei, werde bisher noch zu wenig deutlich. „Um den Luftdruck zu messen, hat Humboldt noch eine Apparatur mit einem Quecksilberbarometer gebaut und in die Höhe getragen – heute ist ein Luftdruckmesser in meiner Armbanduhr integriert.“

Außerdem möchten die Biophysiker die Kontakte Humboldts zur Universität Quito wieder aufleben lassen und damit auch die Hilfe, die Humboldt in der ecuadorianischen Hauptstadt seinerzeit erhalten hat, noch einmal würdigen.

Für Interessierte ist in diesem Sommer eine „Eingehtour“ auf einen oder mehrere Viertausender im Berner Oberland geplant. Danach wollen sie entscheiden, mit welchen Teilnehmern, mit welchem Routenverlauf und mit welchen Experimenten die Reise im kommenden Jahr angegangen wird. „Wir suchen etwa zehn Wissenschaftler, gern auch Studierende - und besonders Teilnehmer aus verschiedenen Fakultäten.“

Heike Zappe


Kontakt

Prof. Dr. Peter Hegemann, Hegemann@rz.hu-berlin.de
PD Dr. Franz Bartl, franz.bartl@charite.de