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Anstoß zum Erfolg

Junge Talente gesucht: Wie man mithilfe der HU ein Unternehmen gründet.

Was dem Fußball sein Transfermarkt, ist der Uni ihr Gründungsservice. Beide suchen nach jungen Talenten, „Wanted!“ ist ein gemeinsames Leitmotiv. So lauten auch Titel und Motto der universitätsinternen Kampagne des HU-Gründungsservices. Dessen Mitarbeiter sind beständig auf der Suche – nach Ideen, „aus denen sich etwas machen lässt“, sagt Volker Hofmann. Der studierte Betriebswirt ist Leiter der HU-Ideenschmiede und Humboldtianer durch und durch. Gemeinsam mit seinem siebenköpfigen Team hat er mit dem Gründungsservice der Humboldt-Universität im jährlichen Ranking der deutschen Unis um das begehrte EXIST-Gründerstipendium den ersten Platz erreicht.

„Der HU Gründungsservice dient dazu, den Transferkanal ,Ausgründung’ zu fördern“, erklärt Hofmann. Insbesondere für den Wirtschaftsstandort Berlin spielen die jungen innovativen Unternehmen im Bereich technologischer Produkt- oder Prozessinnovationen oder innovativer Dienstleistungen eine herausragende Rolle. Sie sind flexibel und reaktionsfähig – und sie kennen den jeweils neuesten Forschungsstand in ihren Gebieten. Allein die Ausgründungen der Humboldt-Universität haben Berlin in den vergangenen acht Jahren über 500 neue Arbeitsplätze beschert.

Mehr als 15 Arbeitsplätze hat das junge Unternehmen UPcload beigesteuert, eine der erfolgreichsten HU-Ausgründungen. Die drei Chefs Asaf Moses, Sebastian Schulze und Johann Philipp Strathausen haben noch als Studenten 2010 ihr Unternehmen gegründet. Mit ihrem Produkt, einer Software zur exakten Bestimmung der Körpermaße, haben sie den „Onlinebekleidungsmarkt ein Stück weit revolutioniert“, schrieb eine Berliner Zeitung.

Zwischen dem ersten Kontakt mit dem Gründungsservice und dem Kreuzköllner 300-Quadratmeter-Büro liegen 70-Stunden-Wochen, Schweiß und Tränen. Aber auch eine Menge Auszeichnungen wie das Start-up des Jahres 2011, zufriedene Kunden und Fans. „UPcload würde es ohne den Gründungsservice der HU so nicht geben“, sagt Sebastian Schulze. „Als Student ein Unternehmen zu gründen, ist eine riesige Herausforderung. Wir sind von der Erstberatung und der Erstellung unseres Businessplans über den Antrag für das EXIST-Gründerstipendium bis hin zur Unternehmensgründung undden Anschlussfinanzierungen immer kompetent unterstützt worden“, sagt Schulze.

Die Universität für das Thema Entrepreneurship zu sensibilisieren, innovative Ideen zu suchen, Erfindungen zu entdecken und zu schützen – dies alles sind Aufgaben des Gründungsservices. „Keine Universität kann es sich leisten, gute Ideen einfach liegen zu lassen“, sagt Martin Mahn, Geschäftsführer der Humboldt-Innovation GmbH. Die Wissens- und Technologietransfergesellschaft und 100-prozentige Tochter der HU betreibt den Gründungsservice gemeinsam mit dem Servicezentrum Forschung.

Aber wie „findet“ man Ideen mit dem Potenzial für eine erfolgreiche Gründung à la UPcload? „Neben unserer Wanted!-Kampagne und einer ganzen Reihe von eigenen Kursen und Weiterbildungsangeboten unter dem Dach der Spin-Off School, die wir teilweise mit dem Career Center gemeinsam anbieten, gehen wir auch selbst in die Vorlesungen und stellen uns dort vor“, beschreibt Hofmann die Arbeit seines Teams. Der Gründungsservice führt auch „Scouting-Interviews“ direkt mit den Forschergruppen durch, um Gründungspotenziale zu entdecken. „Insbesondere für wissenschaftliche Mitarbeiter, Doktoranden und Postdocs kann die Ausgründung einen vollkommen neuen und vorher ungeahnten Karrierepfad eröffnen“, sagt Hofmann.

Der Physiker Martin Regehly gründete 2007 beispielsweise aus seinem Institut heraus das Unternehmen „greateyes“ in Adlershof. Die greateyes GmbH entwickelt, produziert und verkauft hochleistungsfähige wissenschaftliche Kameras. Diese dienen als präzise Detektoren für eine Vielzahl von Applikationen im Bereich der Bildgebung oder Spektroskopie. Außerdem produziert das Jungunternehmen anspruchsvolle Elektrolumineszenz- und Photolumineszenz-Inspektionssysteme und bietet eine Reihe von Dienstleistungen an. Mittlerweile sitzt das Spin-off der HU im Innovations- und Gründer-Zentrum IGZ auf dem Campus Adlershof und ist weiter auf Wachstumskurs.

In Adlershof betreibt die Universität seit 2010 ein eigenes Gründungshaus, im Juni dieses Jahres kam ein weiteres auf dem Campus Mitte/Nord hinzu. Etwa 80 Arbeitsplätze gibt es in den Häusern, daneben Co-Working-Spaces, Seminar- und Konferenzräume. Bezahlen müssen die Jungunternehmer dafür nichts. Das Projekt wird mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds finanziert und von der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung unterstützt.

Im Gründerhaus Mitte sitzt auch das Team von Scolibri, die 50. Ausgründung der HU. Die Erziehungs- und Kommunikationswissenschaftler haben mit Lehrern eine innovative Bildungsplattform für Lehrer, Schüler und Eltern entwickelt. „Mal abgesehen von der optimalen Lage in der Luisenstraße haben wir hier ein super Netzwerk“, freut sich Lukas Wandzioch, Gründer von Scolibri. Die Synergien, die sich ergeben haben, seien unbezahlbar. Ob es um Anschlussfinanzierung, Kommunikations- und PR-Fragen oder aber um die richtigen Ansprechpartner in Verbänden, Institutionen oder Unternehmen geht: Im Gründerhaus findet man immer eine Antwort, sagt Wandzioch.

In den kommenden Jahren soll die Gründungsförderung an der Humboldt-Universität weiter ausgebaut werden. „Das Potenzial an innovativen Gründungsideen an der Universität ist groß – und wir werden es heben“, sagt Ingmar Schmidt, Geschäftsführender Direktor des Servicezentrum Forschung.

Miriam Rönn