Direkt zum InhaltDirekt zur SucheDirekt zur Navigation
▼ Zielgruppen ▼

Presseportal

Kunden in den Kopf schauen

Psychologen helfen, das Online-Marketing für Produkte zu verbessern.

Wer im Internet erfolgreich Kunden werben will, sollte verstehen, wie Besucher einer Webseite ihre Kaufentscheidungen treffen. Viele dieser Entscheidungen basieren auch auf unbewussten Emotionen, und die sind nur schwer zu ergründen. Wie kann man also das visuelle Erscheinungsbild von Webseiten verbessern, um den Verkaufserfolg zu steigern? Das Start-up Emolyzr setzt auf neurowissenschaftliche Methoden, um das Online-Marketing für Produkte und Dienstleistungen zu optimieren.

Der Kern von Emolyzr ist ein neurowissenschaftliches Labor, das am Institut für Psychologie der Humboldt-Universität entwickelt wurde. Dort betrachten Testpersonen verschiedene Webseiten, während ihre emotionalen Reaktionen mittels Elektroden im Gesicht und an der Hand gemessen werden.

Registriert und analysiert werden etwa Blickbewegungen, die Gesichtsmuskelaktivität und der Hautleitwert. Bestimmte Aktivierungsmuster, die unwillkürlich auftreten, lassen dann darauf schließen, wie die Gestaltungselemente einer Seite auf die Versuchsperson wirken. Ruft die Seite etwa negative oder positive Emotionen hervor? „Dabei werden die drei wichtigsten Erfolgsfaktoren für einen starken Internetauftritt geprüft: Aufmerksamkeit, Attraktivität und Aktivierung“, sagt der Psychologe Valentin Umbach, einer der Unternehmensgründer.

Die Betreiber von Webseiten und Online-Shops erhalten eine Analyse der visuellen Schwächen und Stärken ihrer Webseiten. Sie bekommen Tipps, wie sie Schwachstellen verbessern können, indem sie Bilder, Texte oder Buttons, die unangenehme Reaktionen bei Testpersonen auslösen, durch angenehmere Elemente ersetzen. „Wir möchten erreichen, dass unsere Kunden durch eine Webseitenoptimierung ihre Conversion Rate steigern, also dass mehr Besucher zu Käufern werden und so der Umsatz gesteigert wird“, sagt Umbach. Mit ihm haben der Psychologe Johannes Meixner und der Emotionspsychologe André Weinreich das neuartige Analyseverfahren entwickelt. Zum Team gehört auch Christina Matern, sie bringt ein betriebswirtschaftliches Studium sowie mehrjährige Erfahrung mit Start-ups speziell im Bereich Online-Marketing mit.

Nun wollen die Gründer das selbstentwickelte Analyseverfahren auf den Markt bringen. Dafür konnten sie bereits ein Gründerstipendium des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie in Höhe von 100 000 Euro gewinnen. „Wir können damit unseren Lebensunterhalt für ein Jahr bestreiten und haben Sachmittel für Beratung, Praktikanten, Reisen und Marketingmaterial“, sagt Umbach. Die Gründer bemühen sich zudem um eine Patentierung ihres Analyseverfahrens. Die Universität unterstützt sie dabei fachlich und finanziell.

Die Hilfe des Gründungsnetzwerks der universitätseigenen Humboldt-Innovation GmbH war bereits entscheidend für die erfolgreiche Antragsstellung beim Wirtschaftsministerium . „Der Austausch mit anderen Gründern des Netzwerks war sehr hilfreich, wir konnten von den Erfahrungen der anderen profitieren“, sagt Umbach. Die Humboldt-Innovation GmbH half bei wichtigen Fragen: Wo findet man Mitgründer und Mitarbeiter? Woher bekommt man Finanzierung? Wie erreicht man seine Kunden? Wie organisiert man seine Arbeit?

Profitiert hat das Team auch schon von der für Naturwissenschaftler meist ungewohnten Arbeit an einem Geschäftsplan. Damit erreichten sie beim diesjährigen Businessplan-Wettbewerb Berlin-Brandenburg den dritten Platz. Das nächste Jahr wird zeigen, ob sich aus der preisgekrönten Idee auch ein nachhaltiges Geschäftsmodell entwickeln lässt.

Milena Dragic

Website von Emolyzr

www.emolyzr.de