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Die Anträge verstehen

Studentische Berater kennen die Tücken

22.10.2004

Der Antrag auf Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (Bafög) könnte auch in einem alt-germanischen Dialekt verfasst sein, und wahrscheinlich wäre er nicht viel unverständlicher, als er an manchen Stellen jetzt schon ist. Das geht gleich in der ersten Zeile los. Nach dem „Bewilligungszeitraum (BWZ)“ wird der Studierende da gefragt, was von der Wortbedeutung her noch nachvollziehbar ist. Nur: Nirgends steht, wie lange der BWZ dauern könnte. Ein Semester? Ein Jahr? Zwei Jahre? Die Regelstudienzeit?

Solche Rätsel wirft das Formular an vielen Punkten auf. Studierende werden durch sie regelmäßig in die Verzweiflung getrieben, wenn sie den staatlichen Studien-Kredit beantragen wollen. „Den Antrag auszufüllen und zu verstehen, ist wie aus einer fremder Sprache dolmetschen“, sagt Susanne Diehr. Die Studentin der Neueren Deutschen Literatur hilft dreimal pro Woche Kommilitonen, die in Sachen Bafög nicht mehr weiter wissen. Sie ist eine der Beraterinnen bei der studentischen Unterhalts- und Bafögberatung der Humboldt-Universität.

Dass die Bafög-Beratung von Studenten für Studenten ein Ausweg in letzter Not sein kann, weiß Susanne aus eigener Erfahrung: Auch sie stand bei ihrem ersten Bafög-Antrag vor einigen Problemen. „Das Bafög-Amt gibt oft Antworten, die man nicht versteht. Viele haben dann Hemmungen nachzufragen“, hat sie festgestellt. Neben den Tücken des Erstantrages ist das meist nachgefragte Thema der Bafög-Beratung, wie ein Studiengangswechsel sich auf die Zahlungen auswirkt. Das hat eine statistische Auswertung der studentischen Beratung vor kurzem ergeben. Ebenfalls ganz oben auf der Problem-Hitliste: Wie viel darf ich hinzu verdienen? Was passiert, wenn ich Bafög über die Regelstudienzeit hinaus verlängern will?

Aufklärung über Bafög ist auch aus einem anderen Grund nötig, sagt Susanne: Viele Studierende scheuen sich davor, rechtzeitig Bafög zu beantragen. „Sie denken, dass Bafög bedeutet: ,Ich habe Riesen-Schulden nach dem Studium.’ Das stimmt einfach nicht. Es ist eine sehr günstige Sache“, macht sie Mut. Und eine verständliche dazu – wenn man eine Dolmetscherin wie Susanne an seiner Seite weiß. tiw

Infos zum Bafög

Die studentische Unterhalts- und Bafögberatung befindet sich in der Monbijoustr. 3 (Mitte) im Raum 15. Sprechzeiten sind Dienstag, Mittwoch und Donnerstag von 14 bis 18 Uhr, im März und August Mittwoch von 10 bis 14 Uhr. Telefon 2093-1060, E-Mail: beratung.bafoeg@refrat.hu-berlin.de.

Das Bafög-Amt, das offiziell Amt für Ausbildungsförderung heißt, liegt in der Behrenstr. 40/41 (Mitte). Sprechzeiten sind Dienstag 10 bis 13 Uhr, Donnerstag 13 bis 16 Uhr. Telefon 20245-0, E-Mail: info@studentenwerk-berlin.de.

Allgemeine Informationen zum Thema Bafög hat das Bundesbildungsministerium ins Netz gestellt (www.bafoeg.bmbf.de). Dort können Studierende eine Software herunterladen, mit deren Hilfe sie ausrechnen können, wie viel Bafög ihnen zusteht. Ein ähnliches Angebot findet sich auf der Web-Seite www.bafoeg-rechner.de . Die kostenlose Bafög-Hotline des BMBF ist unter 0800-2236341 geschaltet. tiw