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Humboldts Erben

Tagesspiegel-Sonderseiten : Humboldt-Uni
22.10.2004

Was Humboldts Erben schaffen

Ausgezeichnete Arbeit: Prima Klima, Anglerglück, Olympiagold - und ein Hauch von Orient


kempfert

Claudia Kemfert

arlingshaus

Robert Arlinghaus

lehmann

Sonja Lehmann

caspary

Uta Caspary

Ich beschäftige mich mit den wirtschaftlichen Auswirkungen des Klimawandels. Er entsteht durch zunehmende Treibhausgase, die vor allem durch die Verbrennung fossiler Energie verursacht werden, also bei der Stromerzeugung oder durch Straßen- und Luftverkehr. Zudem untersuche ich die möglichen Maßnahmen, um den Klimawandel zu mindern, also klima- und umwelt-, aber auch energiepolitische Strategien.

Zur volkswirtschaftlichen Beurteilung entwickele ich mathematische Simulationsmodelle; Aussagen über Schäden und Kosten. Der Klimawandel verursacht enorme ökonomische Schäden und Risiken. Die Kosten der Treibhausgasreduzierung sind dabei geringer als die Schäden. Für die Energiepolitik bedeutet dies, dass rasch auf alternative Energien umgestellt werden muss. Eine Umkehr des Klimawandels ist jedoch nur mit den großen Industrienationen USA und Russland möglich.

Claudia Kemfert ist als erste Juniorprofessorin in Deutschland auf eine C4-Professur berufen worden.

Wer kennt sie nicht, die angeblich so friedlichen Hobbyangler, die einem fast überall an den Gewässern begegnen? Doch wer hinter die Kulissen schaut, wie ich bei meiner Dissertation, wird bemerken, dass es rund um das Angeln erhebliche Konfliktpotenziale zwischen Anglern und anderen Naturnutzern gibt - und den Interessen des Tier- und Naturschutzes. Manche Natur- und Tierschützer halten Angler für "Tierquäler", die auch noch die Gewässer leer fischen. Angler dagegen verstehen sich häufig als die einzig wahren Naturschützer. Forschung gab es dazu bislang nicht; diese Lücke konnte ich schließen.

Ich habe außerdem viel getan, um die Forschungsergebnisse einem breiten Publikum zu vermitteln, was nicht unbemerkt blieb: Kürzlich wurde mir für meine Dissertation der Bscher-Medienpreis der Humboldt-Universitäts-Gesellschaft verliehen.

Robert Arlinghaus ist Projektleiter für Nachhaltiges Binnenfischereimanagement am Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei.

Es ist ein unglaubliches, unbeschreibliches Glücksgefühl, ganz oben auf dem Treppchen zu stehen. Ein Traum, der immer so fern schien und für den ich hart gearbeitet habe.

Es war nicht immer einfach, Studium und Hockey zu vereinen. Anfang des letzten Semesters habe ich es noch geschafft, viele Scheine zu machen, je näher jedoch Olympia rückte, desto schwieriger wurde es. Vor Athen hatte ich etwa elf Trainingseinheiten pro Woche à zwei Stunden; dazu kamen viele Lehrgänge. Seit April war ich immer eine Woche in Berlin und eine Woche zum Lehrgang oder Turnier.

Deshalb habe ich am Ende das Studium etwas zurück gestellt und mich in den Hockeypausen nur noch meiner Doktorarbeit am Sportmedizinischen Institut der Humboldt-Universität gewidmet. Obwohl ich durch meine Olympiateilnahme ein Semester länger studieren werde, kann ich nur sagen, dass ich es keinen Augenblick bereuen werde.

Sonja Lehmann ist Olympiasiegerin 2004 im Feldhockey und Medizinstudentin im 9. Semester.

Meine Magisterarbeit entführt in eine Welt aus "1001 Nacht": Ich untersuche die gut zwei Dutzend maurischen Bauwerke in Berlin und Brandenburg aus dem 19. Jahrhundert. Die europaweite Spanien-Begeisterung und Orient-Mode jener Zeit führte zu einem Stil-Import bis ins nüchterne Preußen. Glanzstücke sind heute das Dampfmaschinenhaus in Potsdam oder der Neuruppiner Tempelgarten. Das verwunschene Gut Gentzrode bei Neuruppin ist dagegen vom Verfall bedroht, und die Berliner Orient-Cafés sind verschwunden.

Lange wurden die prunkvollen Bauten in der Fachwelt als kuriose Märchenschlösser abgetan. Tatsächlich sind es Ausnahmeerscheinungen innerhalb des Historismus, die jedoch eine einmalige Synthese aus preußischer Baukunst und maurischer Ornamentik darstellen. Meine Magisterarbeit schafft erstmals einen Überblick über alle Bauwerke und Innenausstattungen im maurischen Stil.

Uta Caspary, Kunsthistorikerin, erhält für ihre Arbeit den Humboldt-Preis 2004.

Foto: privat

Foto: privat Foto: privat Foto: Heike Zappe

 

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22.10.2004
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