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Nach dem Studium der eigene Chef

Der Informatik-Absolvent Alexander Auerbach gründet ein Technologieunternehmen – finanziell gestützt durch „Exist Seed“

 

Eine Innovation zu entwickeln und sich damit selbstständig zu machen, das war schon früh das Ziel von Alexander Auerbach. Bereits während seines Informatik-Studiums an der Humboldt-Universität arbeitete er im IT-Unternehmen seines Vaters Peter Auerbach und erhielt somit Einblicke in unternehmerische Tätigkeiten, die er im Nebenfach Betriebswirtschaftslehre vertiefte.

Den Grundstein für das Software-Unternehmen netCCM GmbH, das im Sommer dieses Jahres gegründet wurde, legte Auerbach mit seiner Diplomarbeit, die er am Lehrstuhl für Systemanalyse geschrieben hat. „Von Beginn an lag mein Hauptaugenmerk darauf, dass die wissenschaftlichen Ergebnisse potenziell vermarktbar sind“, erklärt der junge Unternehmensgründer. So verwundert der auf den ersten Blick etwas lang anmutende Zeitraum von drei Jahren für das Bearbeiten der Abschlussarbeit nicht, wenn man bedenkt, dass davon allein zweieinhalb Jahre ausschließlich für das Entwickeln eines Prototypen von netCCM, als Basis des späteren Geschäftsmodells, investiert wurden.

NetCCM, gleichermaßen der Name des Unternehmens wie des Produkts, ist eine Palette von Werkzeugen, mit denen andere Softwarehersteller ihre Softwareprodukte für Unternehmen (betriebswirtschaftliche Standard- und Branchensoftware) schneller und kostengünstiger entwickeln können. „Der signifikante Vorteil von netCCM zu vergleichbaren Produkten ist der, dass es die einzige Software-Entwicklungslösung ist, mit der komplexe, verteilte Anwendungen wie Programme entwickelt werden, die lediglich auf einem einzelnen Computer laufen“, erklärt Alexander Auerbach.

Das Unternehmen befindet sich inmitten des Wissenschafts- und Technologieparks Berlin Adlershof, im Johann von Neumann-Haus. In Nachbarschaft des Informatik-Instituts der Humboldt-Universität hat das junge Software-Unternehmen seine Büroräume bezogen. Die netCCM GmbH – das sind Geschäftsführer Alexander Auerbach, sein Vater, Peter Auerbach, und drei weitere Mitarbeiter, Toby Neumann, Ivo Köthnig und Carsten Rose.

Dass der erste Schritt in die Selbstständigkeit erfolgreich war, verdankt Alexander Auerbach zum Großteil einer Entwicklung, die Wissenschaft und Wirtschaft enger zu verzahnen versucht und eine gewisse Unternehmer-Mentalität innerhalb der Hochschulforschung kultivieren will. Initiativen verschiedener Bundesministerien und zahlreicher Organisationen helfen dabei Wissenschaftlern, ihre Forschungsergebnisse in konkrete Produkte oder Dienstleistungen umzusetzen und diese für die Wirtschaft nutzbar zu machen. Dies funktioniert insbesondere im Bereich der Naturwissenschaften, wo innovative Technologien generiert werden, die ein gewisses Vermarktungspotenzial besitzen.

Auerbach gelangte über die von der Humboldt-Universität unterstützte Teilnahme am „Exist Seed“ – ein Förderprogramm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung – in den Genuss finanzieller Zuwendung. „Ohne die Förderung hätten wir kaum die Unternehmensgründungsphase konzentriert planen können“, sagt der 29-Jährige. Zur gleichen Zeit entwickeln Alexander Auerbach, Toby Neumann und Ivo Köthnig am HULehrstuhl Systemanalyse von Joachim Fischer weiter eifrig den Prototypen von netCCM und beginnen einen Businessplan zu erstellen. Die fruchtbare Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl soll auch nach der Unternehmensgründung fortgesetzt werden.

„Sehr hilfreich auf dem Weg zur Unternehmensgründung war außerdem die Teilnahme an verschiedenen Businessplan-Wettbewerben“, sagt der Informatiker. „Wir haben diese Wettbewerbe in erster Linie dazu genutzt, Netzwerke zu knüpfen und Experten-Know-how zu bekommen.“ Offenbar mit Erfolg: Der Businessplan überzeugte weitere Geldgeber wie den High-Tech Gründerfonds, der sich zu den anderen Investoren der GmbH gesellt – der Humboldt-Innovation GmbH und zwei private Investoren, so genannte Business-Angel.

Die finanziellen Voraussetzungen für den Unternehmensstart sind gewährleistet. Jetzt gilt es, den Businessplan umzusetzen. Die Anfangsphase von netCCM ist gekennzeichnet durch Arbeitstage, die schon mal bis zu zwölf Stunden dauern können. Während Alexander Auerbach hauptsächlich mit dem Aufbau des Vertriebs, also der Kundenakquise, und der steten Weiterentwicklung des Produktes beschäftigt ist, kümmert sich Auerbach senior darum, „den alltäglichen Geschäftsbetrieb zu organisieren und zu vervollkommnen“. Oft sind es aber auch die kleinen Dinge, Detailfragen, die zeitraubende Entscheidungen verlangen – der Preis für unternehmerische Freiheit. Markus Brodrecht

Informationen im Internet:

www.exist.de/existseed/