Direkt zum InhaltDirekt zur SucheDirekt zur Navigation
▼ Zielgruppen ▼

Presseportal

Germanistik unter dem „Lichtkubus“

Das neue Seminargebäude ist hell und harmonisch

Vorbei sind die Zeiten, in denen sich Studierende und Lehrende durch die dunklen Flure und die verwinkelte Konstruktion des Seminargebäudes an der Dorotheenstraße drängeln mussten. Nach einer Bauzeit von weniger als zwei Jahren ist eine mehrere Gebäude umfassende Baumaßnahme am Hegelplatz erfolgreich zu Ende geführt worden. Hier sind in der Sommerpause die Germanistischen Institute und das Nordeuropa-Institut eingezogen.

An das historische, 1906 erbaute Reuter-Haus, wo sich jetzt der Haupteingang befindet, reiht sich das neue Seminargebäude zur Georgenstraße. Das ehemalige Seminargebäude von 1981 an der Dorotheenstraße ist zum Institutsgebäude umfunktioniert worden.

Ein helles, modernes und harmonisches Bauwerk ist entstanden. Ein freundliches Farbkonzept, größere Gänge und umgestaltete Räume verbreiten dort jetzt ein unvergleichbar angenehmes Raumgefühl. Freiräume mit Sitzgelegenheiten und Nischen in den Fluren geben Studierenden, Dozenten und Mitarbeitern Raum zum Treffen. Im Erdgeschoss des neuen Verbindungsbaus lädt ein Café zum Verweilen ein.

Vom Umzug aus dem Mosse-Zentrum in der Schützenstraße hätten „viele gar nichts bemerkt, weil vom ersten Tag an alles funktionierte“, berichtet Annegret van Mörbeck, Verwaltungsleiterin der Philosophischen Fakultät II. Nun seien alle germanistischen Institute an einem zentralen Standort der historischen Mitte Berlins versammelt, auch die vorher an den Standorten Jägerstraße und Hausvogteiplatz ansässigen Mitarbeiter konnten endlich wieder zu ihren Instituten zurückkehren. Der zentrale Standort verkürzt die Wege für Studierende und Mitarbeiter enorm.

„Das neue Gebäude schafft eine Verbindung zwischen dem Hauptgebäude und der neuen Universitätsbibliothek, dem Grimm-Zentrum“, erklärt Architekt Walter Vielain vom Büro Abelmann Vielain Pock, das nach der Sanierung des Instituts für Sozialwissenschaften mit dem Hegelplatz sein zweites Glanzstück an der Universität geleistet hat. Auch die Finanzierungsart ist neu: Das 20 Millionen Euro teure Gebäude wird zur Hälfte durch eingesparte Mieten und zur Hälfte vom Bund finanziert.

Vom Haupteingang im Reuter-Haus, wo sich vorher die Bibliothek der Musikwissenschaften befand, gelangt man in einen großzügigen Empfangsraum. Wer sich von hier aus nach rechts in das neue Seminargebäude wendet, gelangt direkt in das wissenschaftliche Herz des Hauses, die Zweigbibliothek Germanistik und Skandinavistik. In Erdgeschoss und Untergeschoss sind 75 Leseplätze, 35 Rechnerarbeitsplätze, Gruppenarbeitsbereiche, acht Einzelarbeitskabinen, ein Lehrgangssaal und 145 000 Bände untergebracht. Ein Lichtkubus, der aus dem begrünten Bibliotheksinnenhof wächst, sowie spezielle Deckenkonstruktionen zu den Gebäudeseiten hin sorgen dafür, dass auch im Untergeschoss Tageslicht nicht fehlt.

Jörg Plönzke, Leiter der Zweigbibliothek, sieht darüber hinaus weitere Verbesserungen für die Studenten: Neue Rechner, komplette WLAN-Abdeckung im ganzen Gebäude und eine neue Anordnung der Bücher sollen die Arbeit mit der Fachliteratur vereinfachen. Sorgen bereitet dem Leiter lediglich, dass die Kapazität der neuen Bibliothek sich nicht vergrößert hat.

Mit dem Bezug der Gebäude kehren auch Chor und Orchester der Humboldt-Universität in ihre angestammten Räume zurück. Universitätsmusikdirektor Constantin Alex freut sich nach zwei Jahren des Exils auf das Reuter-Haus. „Das Haus wurde von vielen kleinteiligen Inneneinbauten befreit und ist jetzt schick, edel und klarer strukturiert“, sagt der Professor. Der Publikumsverkehr durch das „wunderbare Foyer“ lässt ihn auf noch mehr Publikum und Öffentlichkeit für Chor und Orchester hoffen. Georg Dufner

Das Haus wird am 10. November um 13 Uhr feierlich eröffnet.