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Studienkredite

Auf Pump leben lernen


Für Studierende, die weder Bafög noch ein Stipendium bekommen oder keine Zeit für einen Nebenjob aufbringen wollen, kann die Aufnahme eines Studienkredits eine Alternative sein. Das bekannteste und in vielen Fällen günstigste Angebot bietet die KfW-Förderbank in Zusammenarbeit mit der Bundesregierung. Bei diesem Programm erhalten Studierende für die Dauer der Regelstudienzeit bis zu 650 Euro monatlich. Im Anschluss an einen Bachelor kann auch ein Master gefördert werden. Die Rückzahlung beginnt spätestens 18 Monate nach Studienabschluss und dauert im Normalfall zehn Jahre, kann aber im Einzelfall verlängert werden. Der Vertrag kostet eine Gebühr von 232 Euro, die bei der Rückzahlung mit abgezahlt werden muss. Mehr Informationen über die Vertriebspartner sowie ein Online-Formular zur Bewerbung gibt es im Internet.

Auch einige Privatbanken haben den neuen Markt der Bildungsförderung entdeckt und bieten eigene Modelle an; unter anderem die Berliner Sparkasse, die DKB, die Deutsche und die Dresdner Bank. Meist liegt der Zinssatz über dem des KfW-Studienkredits. Die Höhe der Aus- und Rückzahlung wird meist gemeinsam mit dem Berater der Bank individuell auf jeden Studierenden abgestimmt. Deshalb sind die Angebote schwer vergleichbar. Ein persönliches Gespräch bieten alle Filialen in Campusnähe an. Einen ersten Überblick bieten die Internetseiten www.studis-online.de und www.finanztest.de sowie eine Studie des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE).

Für Bachelor-Absolventen, die einen Master beginnen, kommt der staatliche Bildungskredit als Zusatzfinanzierung in Frage. Dieser kann auch zusätzlich zum Bafög angefordert werden und ist auf eine Dauer von zwei Jahren beschränkt. Die Finanzlage der Eltern spielt dabei keine Rolle. Der monatlich ausgezahlte Höchstbetrag beträgt 300 Euro. Wer den Kredit für einen Laptop oder eine Reise braucht, kann auch eine einmalige Auszahlung von bis zu 1800 Euro vereinbaren. Die Rückzahlung beginnt spätestens vier Jahre nach der ersten Auszahlung.

Zunächst muss jedoch ein Antrag auf Förderung beim Bundesverwaltungsamt gestellt werden. Das ist auch online unter www.bva.bund.de möglich. Erst wenn der bewilligt ist, wird ein Kreditvertrag geschlossen. Das Verfahren kann bis zu drei Monate dauern.

Eine weitere Möglichkeit bieten die Studienfonds der Firma Career Concept. Seit rund einem Jahr wird es bundesweit angeboten. Bei diesem Modell erhält der Studierende monatlich einen Betrag von bis zu 1000 Euro – ohne dabei zwangsläufig einen Schuldenberg anzuhäufen. Absolventen müssen erst dann zurückzahlen, wenn sie ein regelmäßiges Einkommen haben: Dabei geht ein vorher vereinbarter Prozentsatz über einen Zeitraum zwischen vier und neun Jahren an den Fonds zurück. Bei Arbeitslosigkeit oder Mutterschaft wird die Zahlung ausgesetzt. Zudem existiert ein verdienstunabhängiges Modell, das wiederum an den klassischen Studienkredit erinnert. Damit der Fonds keine Verluste macht, werden die Kandidaten nach ihrer Arbeitsmoral geprüft. Für die Bewerbung gilt: Bestnoten bevorzugt!

Einen Studienkredit sollten Studierende allerdings nicht leichtfertig aufnehmen, sagen Verbraucherschützer. Die Zinsraten mögen zwar niedriger sein als bei einem normalen Verbaucherkredit. Dennoch könnten mit Zinsen und Zinseszinsen viele Schulden auf Studenten zukommen.

Wie hoch die Kosten für ein Darlehen sein können, zeigt ein Rechenbeispiel, das die KfW-Bankengruppe für ihren Studienkredit selber nennt: Wer über acht Semester monatlich 350 Euro aufnimmt, hat bei dem derzeitigen Zinssatz von knapp über fünf Prozent am Ende des Studiums eine Schuldenlast von 16 800 Euro angesammelt. Zahlt der Student das Darlehen binnen zehn Jahren zurück, kommt er zum Schluss auf eine Gesamtsumme von etwa 24 000 Euro. Bei 15 Jahren sind es 26 600 Euro, in 25 Jahren kommen 32 300 Euro zusammen. Wer über das gesamte Studium das höchstmögliche Darlehen von 650 Euro im Monat bezieht, kann bei bis zu 70 000 Euro Schulden landen, sagen Finanzexperten.

Der Zinssatz ist bei der KfW – wie bei den meisten Angeboten – variabel. Sprich: Die Kosten für den Kredit können während des Studiums noch steigen. sök



Mehr im Internet:

www.kfw-foerderbank.de

www.bva.bund.de

www.career-concept.de

www.studienkredite.org

www.studis-online.de

www.che.de