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„Ich werde fürs Lernen bezahlt“

EIN STUDENT BERICHTET
Was machen Sie als studentischer Mitarbeiter?

Ich arbeite seit diesem Sommer am Lehrstuhl für Archäologie und Kulturgeschichte Nordostafrikas, das ist aus den früheren Studiengängen Ägyptologie und Sudanarchäologie entstanden. Ich bin für die Betreuung eines Ägyptologie-Kurses im Netzwerk Moodle zu ständig. Moodle ist die virtuelle Kommunikationsplattform der Humboldt-Universität. Das Netzwerk stellt Online-Kurse mit Texten, Aufgaben und Diskussionsforen bereit. Jeder Student braucht dazu nur ein Passwort. Derzeit stelle ich einen Online-Glossar zur Ägyptologie zusammen.

Ist das nicht eigentlich eine typische Aufgabe eines wissenschaftlichen Mitarbeiters?

Meine Chefin wollte, dass ein Student das macht, damit es später auch für andere Studenten verständlich ist. Zehn Stunden in der Woche habe ich mindestens zu tun.

Wie sind Sie an Ihren Job rangekommen?

Ich habe ein Stellengesuch am Schwarzen Brett gesehen. Dort stand vor allem, dass Computerkenntnisse erforderlich sind. Die habe ich schon bei der Bewerbung gehabt. Meine Dozentin kannte mich von den Vorlesungen. Mich interessiert mein Fach sehr, das dürfte man gemerkt haben. Ein paar Wochen nach dem Vorstellungsgespräch bekam ich dann die Zusage.

Und das Arbeitsklima?

Zwischen dem Professor, den wissenschaftlichen Mitarbietern und uns Studenten gibt es hier kaum Distanz. Alles wird auf Augenhöhe besprochen. Aber man muss selbstständig arbeiten können, gerade wenn man ein Online-Netzwerk gestalten soll. Denn oft muss man sich seine Zeit selbst einteilen.

Kommen sich Studium und Job in die Quere?

Nein, im Gegenteil. Manchmal denke ich: Ich werde fürs Lernen bezahlt.

Das Gespräch führte Hannes Heine.


Sebastian Thalheim (26) arbeitet an der Humboldt-Universität als studentische Hilfskraft. Er studiert im 5. Semester Archäologie und Kulturgeschichte Nordostafrikas.