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Humboldt-Universität zu Berlin

Humboldt-Spektrum 1-2/2010

Editorial

HU200 - das Original modern gestalten

Zum 200. Geburtstag unserer Universität stellen wir uns einer doppelten Verpflichtung: der nachdenklichen Rückschau und der Notwendigkeit, Zukunft zu gestalten. Der Augenblick ist denkbar günstig für eine solche nach vorne gerichtete Anstrengung, denn nicht nur die Humboldt-Universität, sondern auch das Umfeld und die es prägende Wissenschaftsphilosophie sind in Bewegung. Der sich vollziehende Generationswechsel tut ein Übriges, Raum und Anreiz für neue Ideen, neue Forschungsfelder, neue organisatorische Arrangements, neue Konstellationen und Kooperationsformen zu schaffen.

Dabei sollte im Unterschied zu der noch verbreiteten Drittmittelverliebtheit des Systems prinzipiell gelten, dass sich jedes Forschungsvorhaben selbst die Form seiner optimalen Durchführung suchen können muss. Vorgegebene Antragsformate mit Projekten zu füllen und d.h. letztlich durch ein Vertauschen von Mitteln in Zwecke Forschung zu organisieren, ist auf Dauer nicht der produktivste Ansatz. Zwingt man die Forschung, Intelligenz formatgenau einzusetzen, dann verkennt man etwas Wesentliches an dem Zusammenhang zwischen Selbstbestimmung und Kreativität. Die das System seit langem plagende Umentscheidungsinflation – das endlose Reformieren der Reformen, das Umstrukturieren der Strukturen – haben die Motivationsreserven und die Legitimationsbasis für solche »top down«-gesteuerten Prozesse inzwischen weitgehend ausgehöhlt. Deshalb scheint die einzig verbliebene Chance auf Heilung eine Rückübertragung der Verantwortung an die Forscherinnen und Forscher zu sein. Die Humboldt Universität ist dazu bereit und bereits auf gutem Weg. Hohe Formatdiversifikation und die Existenz in ihrer Form noch offener, interdisziplinärer Diskussionsgruppen zur Vorbereitung der nächsten Runde der Exzellenzinitiative, sprechen eine hoffnungsfroh stimmende, zukunftszugewandte Sprache.

Sie und die bereits laufenden Forschungskollegs, SFBs, Forschergruppen, Interdisciplinary Research Institutes, Graduierten-Kollegs und -Schulen, Zentren wie das Bernstein-Zentrum mit ihren jeweiligen »spin-offs« zeugen von dem Willen der Beteiligten, das von Volker Gerhardt in der letzten Ausgabe von Humboldt-Spektrum so überzeugend als »Idee der ›Individualität‹« beschriebene Humboldt’sche Leitmotiv von Wissenschaft lebendige Wirklichkeit werden zu lassen.

Im Umbruch liegt Aufbruch und im Aufbruch Offenheit als Chance, Universität im Geiste der Humboldt-Brüder zu den Bedingungen des frühen 21. Jahrhunderts neu zu denken. Für all das, für uns als das »moderne Original«, das wir sein wollen, sollen die vielen unterschiedlichen wissenschaftlichen Veranstaltungen des Jubiläums-Programms Wegmarkierungen setzen und die Beiträge in diesem 2. Jubiläumsheft konkrete Beispiele geben. In diesem Sinne wünsche ich eine vergnügliche und lehrreiche Lektüre.



 TITELBILD: 1-2/2010

Prof. Dr. Jürgen Schlaeger, CBE
Bis 2008 Direktor des Großbritannien-Zentrums
Seit September 2009 Jubiläumsbeauftragter


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