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Abb.: Doreen Lemke

Presseportal

Interview mit Jan-Hendrik Olbertz

Kinderreporterin Rosa Ruminski sprach mit dem Präsidenten der Humboldt-Universität.

Am 08.03.2012 fand wieder eine Vorlesung der Humboldt-Kinder-Uni statt. Diesmal mit dem Präsidenten der Humboldt- Universität, Prof. Dr. Jan-Hendrik Olbertz.

Doch bevor die Vorlesung begann, durfte ich ein Interview mit ihm führen. Ich war sehr aufgeregt, denn schließlich führt man ja nicht jeden Tag ein Interview mit einem Präsidenten. Aber das hätte ich gar nicht sein brauchen, denn er ist wirklich sehr nett und hat sich für all meine Fragen Zeit genommen. Da über seine Arbeit als Präsident viel zu hören und zu lesen ist, habe ich ihm einige persönliche Fragen gestellt.

Herr Prof. Dr. Olbertz, was machen Sie gern in ihrer Freizeit?

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich nur sehr, sehr wenig Freizeit habe. Aber wenn ich Freizeit habe gehe ich gern spazieren, schwimme in dem See, an dem ich wohne und manchmal fahre ich mit meinem uralten Auto, einem Oldtimer, herum.

Was sind Ihre Hobbys?

Ich lese sehr gern, ich höre sehr gern Musik, fahre gern Fahrrad und reise auch sehr gern. Aber für all das habe ich leider kaum Zeit.

Wo sind sie denn am liebsten im Urlaub?

Im Sommer bin ich sehr gern in Italien und würde auch gern einmal an die spanische Atlantikküste fahren. Diese kenne ich aber noch nicht und kann deshalb gar nicht sagen, ob ich gern dort wäre.

Im Winter bin ich gern in Österreich, da wo richtig viel Schnee ist. Das ist einfach wunderbar. Aber leider bin ich in diesem Jahr nicht dazu gekommen.


Kinderreporterin Rosa und Jan-Hendrik Olbertz
Foto: Martin Ibold

Welche Bücher lesen Sie gern?

Das kommt drauf an. Wenn ich ein bisschen Zeit habe, lese ich sehr gern Romane. Ich lese auch sehr gern Lyrik, also Gedichte. Aber auch die großen, alten Balladen wie zum Beispiel „Die Kraniche des Ibykus“ von Schiller oder Heinrich Heine. Es kommt sehr auf die Tagesform an und ob ich Zeit und Ruhe habe. Und morgens lese ich total gern Zeitung.

Welche Art von Musik hören sie gern?

Da gibt es zwei Richtungen - einmal Jazz, am liebsten in einem Konzert, wenn die Kapelle auch da ist und zum Anderen liebe ich die Oper. Meine letzte Oper, die ich besucht habe war die Zauberflöte direkt am Wannsee. Diese Freilichtaufführung war total schön. Also ich bin schon ein großer Liebhaber klassischer Musik. Vladimir Horowitz am Klavier zum Beispiel ist einfach wunderbar.

Was essen sie gern?

Immer noch gern, wie ein Kind, Makkaroni mit Tomatensoße. Was ich aber auch total gerne esse – Kartoffelsuppe. Die könnte es jeden Tag geben.

Was und wo haben sie studiert?

Ich habe in Greifswald und in Halle an der Martin Luther Universität die Fächer Deutsch und Musik studiert. Diese beiden Fächer waren in der Schule meine Lieblingsfächer und deshalb habe ich sie studiert, um Lehrer zu werden. Aber Lehrer bin ich nie geworden, weil es immer andere, interessantere Möglichkeiten gab.Und dann bin ich Professor für Erziehungswissenschaften geworden und das bin ich ja heute noch.

Gefällt ihnen ihr Beruf?

Ja, mein Beruf gefällt mir wirklich sehr. Das liegt auch an unserer wunderbaren Universität.

Was halten sie von Tierschutz?

Sehr, sehr viel. Tiere sind Lebewesen wie wir und wir sollten sie mit Respekt und Rücksichtnahme behandeln. Tiere sind im Hintertreffen, da wir in der Mehrzahl sind und dadurch , dass wir so viel können, drängen wir ihren Lebensraum immer mehr zurück. Und ich finde, wir sind verpflichtet, uns um Tiere zu kümmern - genau genommen um jedes Einzelne. Ich passe da auch sehr auf, dass ich Tieren durch mein Leben und mein Verhalten nicht schade.

Wie lange leben sie schon in Berlin?

Ich bin erst vor 1,5 Jahren nach Berlin gezogen, obwohl ich in Berlin geboren wurde. Als ich ein Jahr alt war,sind meine Eltern nach Rostock gezogen und so habe ich meine Kindheit und meine Jugend in Rostock verbracht.

Was finden sie an Berlin am Faszinierendsten?

Die Lebendigkeit dieser Stadt, die unglaubliche Breite der kulturellen Angebote, das internationale Flair, dass also ständig Menschen aus der ganzen Welt hier sind. Und die Architektur, gerade hier im historischen Berlin-Mitte, der Gendarmenmarkt, die Museumsinsel, die Universität. Also ich mag Berlin schon sehr. Manchmal geht es mir aber auch auf die Nerven, wenn ich zum Beispiel Auto fahren muss. Manchmal sehne ich mich nach Ruhe, denn Berlin ist alles andere als ruhig, aber trotzdem mag ich Berlin sehr.

Ich habe gelesen, dass sie im Stiftungsrat des Naturkundemuseum sind. Was genau machen sie da?

Wir kümmern uns darum, dass sich das Museum gute, wissenschaftliche Ziele setzt, dass es tolle Ausstellungen organisiert, dass es eine gute Öffentlichkeitsarbeit macht, damit möglichst viele Gäste kommen. Denn es ist eine wunderbare Schule, ein Bildungsort mit einem tollen neuen Direktor, dem Professor Vogel. Hier kann man so viel über die Natur erfahren. Man braucht nur in die Eingangshalle gehen, mit dem riesigen Saurier. Es ist so faszinierend, sich den ganzen Reichtum anzuschauen. Und in diesem Kuratorium kümmern wir uns darum, dass all das eine gute weitere Entwicklung nimmt.

Vielen Dank für dieses Interview und weiterhin viel Erfolg als Präsident der Humboldt - Universität!

 

Nach diesem Interview begann dann die eigentliche Vorlesung - wie immer mit einem großen, lauten Gong. Diesmal sollte es eigentlich darum gehen, wie man Präsident einer Universität wird. Prof. Dr. Olbertz fand dies aber für Kinder zu langweilig und erzählte deshalb etwas zum Thema Wissen. Warum macht Wissen Spaß? Weil man dann weiß, wie die Erde von oben aussieht und warum Wasserkäfer auf der Wasseroberfläche laufen können oder wie eine Spinne Fliegen fängt. Man kann nie genug wissen und deshalb sollte man jeden Tag etwas Neues lernen.

Wisst ihr eigentlich, wie man lernt? Man lernt z.B. durch Beobachten, Fragen, Vergleichen, Verallgemeinern, Ordnen, Ausprobieren, Untersuchen aber auch durch den Austausch mit anderen Menschen. Dabei gibt es verschiedene Merktechniken. Man kann sich einen Knoten ins Taschentuch machen oder den Wecker auf den Kopf stellen. Oder man macht sich Notizen und baut sich Eselsbrücken. Den Kindern wurde an verschiedenen Beispielen gezeigt, wie man zu Wissen kommt. Ein ausführliches Beispiel war die Entwicklung vom Baumstamm zum Rad. Ich habe mir nach der Vorlesung überlegt, dass wahrscheinlich auch ein Präsident, bevor er Präsident wurde, neugierig war und sich ziemlich viel Wissen angeeignet hat. Und Wissenschaftler sind, so wie Prof. Dr. Olbertz sagt, immer neugierig.

Also auch in Zukunft immer schön neugierig bleiben!!!

Eure Rosa Ruminski